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Busreise – Chinesen auf Europa-Tour

MI 01.02.2017 | 20.15 Uhr | 3sat

Sechs Länder in zehn Tagen. Da bleibt eben keine Zeit, um in Paris aus dem Bus zu steigen, um den Eiffelturm anzusehen. Da muss man die Fotos eben aus dem fahrenden Bus machen. Schließlich geht es ja bald weiter ins nächste europäische Land, wo man dann auch die Highlights im schnellen Schnelldurchlauf sieht.

Wir machen uns ja immer mal gern lustig über die Chinesen, die in riesigen Gruppen plötzlich irgendwo auftauchen und Fotos knipsend durch die Gegend rennen.
Der ORF begleitete so eine Reisegruppe durch Europa. Die Doku “Busreise – Chinesen auf Europatour” lief am Mittwochabend bei 3sat. Berlin, Bayern, Österreich, Frankreich und so weiter. Im Eiltempo. So schnell kann man das alles gar nicht aufnehmen, da muss man eben Fotos machen.

Ganz freiwillig machen die Leute diese Mammut-Turbo-Touren nicht. Sie haben gerade mal zehn Tage Urlaub im Jahr, und diese zwei Wochen müssen genutzt werden. Dafür sparen die Geld und Zeit, da muss ins Programm eben so viel wie möglich reingestopft werden.
Im Gegenzug wundern sich die Asiaten darüber, wie viel Urlaub zum Beispiel die Franzosen haben. Und der reiseleiter erzählt davon, dass die Franzosen nur am Streiken seien oder Ferien haben. Ob das lustig sein soll oder einfach nur ein Stück weit rassistisch ist, sei mal dahingestellt.
An anderer Stelle kommen die Touristen nicht damit klar, dass Gurken im Supermarkt pro Stück bezahlt werden, dass wenn man zwei Gurken kauft, die zweite aber billiger ist. Ja, wer soll da durchsehen?

Irgendwie erinnerte ich mich an meinen China-Trip zurück. Da sind wir mit Flugzeug, Bus, Schiff und Bahn auch von einem Ort zum anderen gedüst, und überall, wo wir ankamen, sind wir in Großgruppen durchgelaufen und haben fotografiert. kam mir damals schon bekannt vor, diese Situation…

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