Tagesarchiv für 19. Januar 2017

aRTikel

WG mitten im Luch

Donnerstag, den 19. Januar 2017
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Kay Jacobsen plant in Linumhorst ein neues privates Wohnprojekt

MAZ Oberhavel, 19.1.2017

Linumhorst.
Kay Jacobsen hat eine Idee vom Leben im Alter. Er ist jetzt 66, und er wohnt seit einem Jahr im Kremmener Gemeindeteil Linumhorst. Gemeinsam mit mehreren Freunden möchte er an der Linumhorster Straße eine Art WG gründen. „Wir sind eine Gruppe von sechs Leuten“, erzählt er. Auf dem Grundstück sollen sechs Wohneinheiten entstehen, jeweils um die 100 Quadratmeter groß. „Hinzu kommt ein Gemeinschaftsraum und ein Gästezimmer, so unsere Idee.“

Dabei handelt es sich um ein rein privates Projekt. Aber es ist ein zukunftsweisendes, denn immer mehr ältere Leute fragen sich: Wie will ich eigentlich wohnen im Alter – und mit wem? Kay Jacobsen und seine Freunde haben für sich diese Frage beantwortet. Er selbst ist 66, seine Freunde „kurz unter 60“, wie er sagt. Dieses oder nächstes Jahr soll es losgehen.
Dabei geht es auch um den Punkt der Pflege. „Das Stichwort Telemedizin ist dabei ganz interessant“, sagt der Neu-Linumhorster. „Bis der Notarzt kommt, dauert es ja schon mal.“ Zumal es nach Linumhorst selbst von Kremmen aus ein paar Kilometer zu fahren sind. Bei der Telemedizin könnten über das Internet Gesundheitsfragen schnell geklärt werden. Man lässt sich zunächst durchchecken, dann sind die Daten beim Arzt. Bei Problemen könnten sich die Patienten dann über das Netz melden, Daten könnten neu gemessen und übermittelt werden. „Wir wollen uns das so organisieren“, sagt Kay Jacobsen.

Die Abgeschiedenheit in Linumhorst war ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Wohnortes. „Wir haben so etwas gesucht, sogar auf Rügen waren wir gewesen“, erzählt der 66-Jährige. Er mag den kleinen Ort mit nur 16 Wohneinheiten sehr. „Es gibt hier keine soziale Kontrolle und kein Neid. Man kennt sich, man steht aber nicht ernsthaft in Kontakt.“ Einmal im Jahr, am 1. Mai, da treffe man sich im Ort.
Anfangs wachte Kay Jacobsen nachts auf – wegen der Ruhe. „Das war am Anfang ungewohnt.“ Im Herbst ist es in Linumhorst dann vorübergehend nicht ganz so ruhig. „Da haben wir dann schon mal 60 000 Kraniche hinter uns auf dem zweiten Feld“, erzählt er begeistert. „Die fliegen 20 Meter über unserem Haus, das ist eine geile Nummer.“ Alles in allem findet er es in dem kleinen Ort mitten im Luch „ganz hervorragend“.

Schon jetzt kommen ihn die Freunde immer mal wieder in Linumhorst besuchen. „Zwei von ihnen sind noch unschlüssig, aber das Projekt steht auf jeden Fall.“

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RT im Kino

King Cobra

Donnerstag, den 19. Januar 2017
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2004. Der 18-jährige Sean (Garrett Clayton) möchte berühmt werden. Er lernt den Pornofilmproduzenten Stephen (Christian Slater) kennen. Stephen ist sehr angetan von Sean. Die erste Probeaufnahme klappt gut, und nach und nach werden die “Cobra Video”-Filme mit Sean expliziter. Aus Sean wird Brent Corrigan, und Brent wird innerhalb kürzester Zeit zum großen Star in der schwulen Pornofilm-Branche. Doch Stephen, der King Cobra, haut Sean übers Ohr, lässt ihn kaum am finanziellen Erfolg teilhaben. Sean will weg – und rückt schließlich damit raus, dass er bei den ersten Filmen noch gar keine 18 war. Ein Fall von Erpressung.
Joe (James Franco) und sein junger Freund Harlow (Keegan Allen) wollen die Gunst der Stunden nutzen, um Sean/Brent zu ihrer überschuldeten Produktionsfirma Viper-Boyz zu locken. Doch die Männer haben einen grausamen Plan.

Die Geschichte von “King Cobra” beruht auf wahren Ereignissen. Tatsächlich soll Sean Paul Lockhart seine ersten Pornofilme mit knapp unter 18 gedreht haben.
Der Film von Justin Kelly ist kein Pornofilm, im Grunde genommen bietet er auch wenig Einblicke in die Pornofilm-Branche. Vielmehr geht es um einen jungen Mann, der aus beengten Verhältnissen raus will, berühmt sein möchte und an einen Windhund gerät. Darüber hinaus geht es um Neid und darum, wie Cobras Konkurrenz an Kohle kommen kann.
Das ist eine Mischung aus Krimi und Drama, die gut funktioniert.
Christian Slater spielt den Pornofilmer, der in Wirklichkeit auf der Suche nach Nähe zu sein scheint. James Franco gibt den Typen, der über seine Verhältnisse lebt und scheinbar alles dafür tut, um seinen Lebensstil aufrecht zu erhalten. Beide spielen toll. Garrett Clayton ist ein und spielt den jungen Schönling, der ziemlich genau weiß, was er will und kann – bis alles zusammenzubrechen scheint.
Dass “King Cobra” nur eine FSK-18-Freigabe hat, erscheint ziemlich albern, denn es gibt keinerlei explizite Szenen, und nur weil es um Pornos geht, rechtfertigt es diese Altersgrenze keineswegs.

King Cobra
USA 2016, Regie: Justin Kelly
Salzgeber, 92 Minuten, ab 18
7/10

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ORA aktuell

Oranienburger Bürgermeisterwahl am 24. September

Donnerstag, den 19. Januar 2017
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Die Oranienburger Bürgermeisterwahl findet am 24. September statt. Der Termin ist an die diesjährige Bundestagswahl gekoppelt, dessen Termin seit Mittwoch vorläufig fest steht.
Eine mögliche Stichwahl könnte am 8. Oktober stattfinden.
Bislang gibt es für die Wahl fünf Kandidaten.

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RT liest

Liza Marklund: Jagd

Donnerstag, den 19. Januar 2017

(11) -> 7.4.2015

Der Geschäftsmann Ingemar Lerberg wird übelst zugerichtet in seinem Haus gefunden. Wer ist für diese Untat verantwortlich? Die Fallanalytikerin Nina nimmt die Ermittlungen auf, und das an ihrem ersten Tag in ihrer neuen Arbeitsstelle. Lerberg war in eine Steuergeschichte verwickelt, aber auch um dessen Frau ranken sich Geheimnisse: Sie ist nämlich spurlos verschwunden.
Auch die Abendblatt-Journalistin Annika Bengtzon tritt auf den Plan, sie muss für ihre Zeitung berichten – Artikel schreiben, Fotos machen, Video drehen. Bei den Ermittlungen rund um Lerberg stößt sie auf Ungereimtheiten.
Auch vor rund 20 Jahren ist eine Frau spurlos verschwunden. Annikas Chef, Anders Schyman, hat damals eine Doku gedreht. Inhalt: Die Frau ist tot. Nun gibt es Vorwürfe, er habe damals gelogen – ein Blogger macht Schyman die Hölle heiß, und Annika soll auch in diesem Fall recherchieren.

Wieder ist Liza Marklund ein spannender Krimi gelungen. Dort die verschiedenen Handlungsstränge und unterschiedlichen Blickwinkel liest sich der Roman sehr flüssig. Zumal alle in dem Buch erzählten Storys interessant sind. Es geht um Hass auf Politiker und Journalisten, Lügenvorwürfe, aber auch um die Schwierigkeiten einer Patchworkfamilie.
Wer die Annika-Bengtzon-Reihe schon länger verfolgt, wird sowieso gespannt sein, wie es im Leben der Journalistin weitergeht. Spiegel sich doch in der Reihe auch wieder, wie sich der Journalismus in den vergangenen zwei Jahrzehnten verändert hat.
Ein wenig irritierend und enttäuschend ist das seltsam offene Ende, das viel zu viele Fragen offen lässt.

Liza Marklund: Jagd
Ullstein, 378 Seiten
8/10

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