Tagesarchiv für 7. Januar 2017

RT im Kino

Einfach das Ende der Welt

Samstag, den 7. Januar 2017

Louis (Gaspard Ulliel) kommt nach Hause. Nach zwölf Jahren. Der 34-jährige Autor hat seine Familie aber nie vermisst, eine richtige Beziehung konnte er zu ihnen nie aufbauen – trotz der Postkarten, die er ab und zu geschrieben hat.
Jetzt ist er gekommen, um ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen.
Doch zu Hause muss er feststellen, dass die Familie eigene Probleme hat – ohne zu wissen, was genau es eigentlich für Probleme sind. Es keifen sich ständig alle an, nur die Mutter (Nathalie Baye) will irgendwie noch versuchen, dass das ganze nicht völlig aus den Fugen gerät. Doch das gelingt ihr nicht, denn die Wut, die sich in Louis’ Bruder Antione (Vincent Cassel) aufgestaut hat, muss raus.

Xavier Dolan erzählt “Einfach das Ende der Welt”. Und der Filmtitel passt. Die Familie scheint irgendwo im Nirgendwo zu leben, und sie ist offensichtlich am Ende. Alle streiten sie, alle scheinen sich zu hassen. Das bricht so richtig aus, als dann auch noch Louis bei ihnen auftaucht.
Fängt das alles noch sehr nüchtern an, nimmt der Film dann an Spannung zu. Man hängt an den Lippen der Leute, auch, weil man ja wissen möchte, was die alle denn nun so bewegt. Und was Louis ihnen denn nun sagen will.
Das Problem: Man erfährt es nicht. Was da eigentlich los ist, ob die Streits Hintergründe haben, wird schlicht nicht erzählt. Der Film lebt im Jetzt, er erklärt nichts. Das macht den Zuschauer schließlich seltsam hilflos. Auch weil dann durchaus die Frage erlaubt sein muss: Was möchte uns der Autor sagen?

Einfach das Ende der Welt
Frankreich/Kanada 2016, Regie: Xavier Dolan
Weltkino, 97 Minuten, ab 12
5/10

Hits: 15

RTZapper

The Eighties – Generation Fernsehen

Samstag, den 7. Januar 2017
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DO 05.01.2017 | 21.05 Uhr | RTL Nitro

Noch mehr Retro bei RTL Nitro. Und immerhin stimmen im Sendernamen die letzten drei Buchstaben.
Am Donnerstagabend, direkt nach dem “Ronny’s Pop Show”-Revival, liefen die ersten beiden Folgen der Dokureihe über “The Eighties”. Und die ist ein Fest für Fernsehjunkies, denn sie beleuchtet das US-Fernsehen der 80er-Jahre.

Genau wie in Deutschland war alles noch ein bisschen kuscheliger und piefiger. Anfangs gab es dort nur drei Sender, die Spartenkanäle wie MTV und CNN starteten erst noch. Es gab noch die großen Nachrichten-Persönlichkeiten, und als Luke und Lora in “General Hospital” heirateten war das fast so spannend wie die Hochzeit von Charles und Diana.
Mit “Miami Vice” hielt die coole Krimiserie Einzug, die wie ein Kinofilm wirkte. “Dallas” und “Der Denver-Clan” waren Hits, ebenso wie ihre Ableger “Unter der Sonne Kaliforniens” und “Die Colbys”.

An “The Eighties” konnte man auch gut ablesen, wie das US-Fernsehen der 80er ein paar Jahre später nach Deutschland kam. Während die Serien natürlich schnell hierher kamen, brauchten andere Trends länger. Die Late-Night-Shows kamen erst in den frühen 90ern mit Thomas Gottschalk, Thomas Koschwitz und natürlich Harald Schmidt nach Deutschland.
Oder die tägliche Talkshow. “Hans Meiser” bei RTL war die deutsche Kopie dessen, was die Amis in den 80ern begonnen hatten. Das Nachrichtenfernsehen brauchte auch noch ein wenig länger.

Die Doku zeigte aber auch, dass das Fernsehen damals noch einen anderen Stellenwert hatte. Weniger Sender, kein Internet. Was damals gesendet wurde, hatte mehr Aufmerksamkeit – und wenn es gut lief, mehr Zuschauer als heute.
Es ist ein spannender, wenn natürlich auch nicht immer schöner Blick zurück.

Hits: 15

RTelenovela

Hurra! Endlich Senior!

Samstag, den 7. Januar 2017
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Eigentlich fühle ich mich noch nicht alt. Dennoch habe ich gelernt: Ich bin ein Senior!
Neulich entdeckte ich in der Ruppiner Straße in Kremmen einen Aushang mit den diesjährigen Fußball-Hallenturnieren in der Stadtparkhalle. Am Freitag, 13. Januar, findet dort ab 19 Uhr ein Ü35-Senioren-Turnier statt.
Da zuckte ich ordentlich zusammen.

Ich höre ja schon ungern, dass die Ü35-Marke für mich schon seit ein paar Jahren (offiziell bin ich 29) überschritten ist. Aber ein Senior? Im Fußball scheint alles ein bisschen schneller zu gehen. Wenn die Knie im Eimer sind, wenn es im Rücken zwickt, wenn die Herren auf dem Platz nicht mehr so fix sind, dann gehören sie zu den Senioren.

Das öffnet mir in meiner Freizeit ganz neue Perspektiven! In den Gaststätten darf ich endlich auch den Seniorenteller bestellen. Außerdem wird es höchste Zeit, mal zum Seniorenschwimmen nach Sommerfeld zu fahren. Oder mich am Kaffeenachmittag zu beteiligen und dort ein bisschen Klatsch und Tratsch austauschen. Alles Dinge, die Spaß machen, aber von denen ich dachte, dass ich darauf noch ein paar Jahre warten muss.

Den Fußballsenioren wünsche ich schon mal viel Spaß, aber: Macht nicht so dolle! Denn ihr wisst ja: Bei Senioren spielen die Knochen nicht mehr so mit…

Hits: 16