Monatsarchiv für Dezember 2016

RT im Kino

StadtLandLiebe

Donnerstag, den 29. Dezember 2016

Von einem Klischee ins andere: Sam (Tom Beck) und Anna (Jessica Schwarz) führen ein gutes Leben im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg. Sie haben gute Jobs – er ist Werber, die Herzchirurgin. Aber: Sie hat Stress. So viel Stress, dass sie ernsthaft darüber nachdenkt, die Stadt zu verlassen. Raus auf’s Land.
In Kloppendorf haben die dann auch ein Haus, und als sie dort einziehen, nimmt die ganze Dorfgemeinschaft Anteil. Überhaupt müssen sie bald feststellen, dass auf dem Dorf alles ein bisschen wunderlich ist. Null Distanz. Sam ist genervt.
Aber Anna findet es offenbar so toll, dass sie ein Zimmer des Hauses kindgerecht streichen lässt. Sam ist entsetzt: Anna will ein Kind? Es beginnt gewaltig zu kriseln.

Marco Kreuzpaintner zeigt die “StadtLandLiebe”. Die Geschichte hat Potenzial, ist es doch der Traum vieler Leute, endlich etwas Ruhe auf dem Land zu finden. Tatsächlich hat der Film auch viele skurrile Charaktere. Ein wenig tumb, ziemlich aufdringlich, aber auch liebenswert. Und dennoch leider übertrieben, und so übertrieben, dass es nur bedingt lustig ist. Auch inhaltlich geht der Komödie mittendrin ziemlich die Luft aus.
Da hilft es auch nicht, dass Tom Beck und Jessica Schwarz ein gutes Paar abgeben. Auch nicht, dass die Optik des Films durchaus ansehnlich ist. Kreuzpaintners Handschrift, wie er Menschen ins Bild setzen lässt, ist an einigen Stellen deutlich zu erkennen.
Trotzdem: Da wäre deutlich mehr drin gewesen.

StandLandLiebe
D 2016, Regie: Marco Kreuzpaitner
Warner, 92 Minuten, ab 6
5/10

Hits: 29

RTZapper

Gutes Wedding, schlechtes Wedding

Mittwoch, den 28. Dezember 2016
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DI 27.12.2016 | 22.15 Uhr | rbb

Was im Theater eine tolle Sache ist, muss im Fernsehen noch lange nicht funktionieren. Im rbb lief am Dienstagabend die vierteilige Serie “Gutes Wedding, schlechtes Wedding” an.
Viele Berliner werden wissen, dass es sich dabei um eine Theatersoap handelt, die seit Jahren im Primetime-Theater in Berlin-Wedding aufgeführt wird. Und das mit großen Erfolg, was natürlich auch daran liegt, dass es sich um lustige Geschichten handelt, die auf der Bühne einfach gut funktionieren.

Im Fernsehen nicht. Das heißt: So genau weiß ich das nicht. Ich habe nämlich nur gut 40 Prozent der Handlung verstanden. Also rein akustisch. Die Toncrew muss Urlaub gehabt haben, als das Ding gedreht worden ist. Allerdings nuscheln viele der Darsteller auch dermaßen, dass sie schlicht nicht zu verstehen sind. Der Witz der Serie ist, dass da Leute badisch sprechen, einen türkischen Akzent haben – oder eben nuscheln. Oder beides. Und wenn sie nicht nuscheln, sprechen sie zu leise. Oder sind vom dämlichen Hintergrundgelächter übertönt, wobei ich eigentlich dachte, dass das deutsche Fernsehen sich vom Tonbandlachen längst verabschiedet hat – hat man beim rbb wohl nicht mitbekommen.
Deshalb kann ich jedenfalls gar nicht so genau sagen, worum es in Folge 1 überhaupt ging. Also, ähm, wahrscheinlich um Weddinger Probleme.

Um gekünstelte dazu. Im Theater ist das lustig, im Fernsehen wirkt das alles gewollt. Lauter Klischee-Charaktere in sterilen Kulissen führen eher zu Stirnrunzeln als zu Lachern.
Dann lieber doch mal wieder ins Primetime-Theater.

Hits: 23

RTelenovela

Breitscheidplatz – 8 Tage danach

Mittwoch, den 28. Dezember 2016
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Alles war wie vor acht Tagen. Ein Abend in Berlin-Charlottenburg, etwa 19.15 Uhr. Vor dem Theaterbuch am Kurfürstendamm schnell noch auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche.
Aber es war nur noch wenig so wie vor acht Tagen.

Der Zwischenfall, als von der Kantstraße aus ein Lkw auf den Markt raste, zwölf Menschen in den Tod riss, der schwebt über dem Platz. Kurz vor Weihnachten ist der Markt wiedereröffnet worden, und es gibt Leute, die das merkwürdig finden, die das für pietätlos halten.
Ich kann das verstehen, aber wer vor Ort ist, merkt: Es ist nicht pietätslos. Es ist wichtig für alle Beteiligten.

Wir waren am 19. Dezember gut 45 Minuten vor dem Vorfall auf dem Markt, 20 Minuten vorher haben wir ihn verlassen. Nun also laufen wir wir wieder dorthin. Wieder über die Ampel auf das Gelände.
Am Eingang stehen nun Betonbarrieren. Dahinter sind Kerzen und Blumen abgelegt worden.
Dort, wo der Lkw das Unheil anrichtete, fehlen nun ein paar Buden. Diese Lücken haben sich in Gedenkstätten verwandelt. Viele Kerzen und Blumen liegen dort. Herzen. Botschaften auf Zetteln.

An vielen Stellen des Marktes sind solche Gedenkorte, und überall stehen die Leute davor. Sie schauen, sie unterhalten sich leise, einige halten sich in den Armen. Einige wenige weinen.
Auf dem Markt selbst gibt es keine Musik mehr, dennoch herrscht so etwas wie Normalität. Keine große Fröhlichkeit, aber auch keine Trauer. Irgendwie eine leichte Besinnlichkeit, auch Nachdenklichkeit. Wer sich von den Gedenkstellen zu den Buden bewegt, erlebt dann aber auch die Normalität dieses Platzes. Denn irgendwie geht es ja auch weiter, das Leben.

Vermutlich ist auch genau das die Botschaft: Einerseits einen Ort des Gedenkens zu haben, andererseits auf demselben Platz aber auch die Normalität aus der Zeit vor dem Zwischenfall erleben.
Vielen Menschen ist es ein Bedürfnis, noch mal dorthin zu gehen. Innehalten. Und weitermachen. So haben wir es auch gemacht, und zumindest für mich hat sich der Kreis acht Tage danach ansatzweise geschlossen.

Hits: 24

RTelenovela

Last Christmas

Montag, den 26. Dezember 2016
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“Last Christmas” gehört zu den nervigsten Radio-Weihnachtsmusiken. Das sagen sehr viele Leute. Und irgendwie ist was dran, auch wenn ich ihn dann doch immer mal gerne höre.
Auf radioeins vom rbb wird der Song genau einmal im Jahr gespielt. Das ist so etwas Besonderes, dass das sogar lange vorher angekündigt wird: Heiligabend um 14.06 Uhr – zu Beginn der “Krippenshow”.
Am ersten Feiertag waren wir am Abend im Weihnachtskabarett: Im Distel-Studio in Berlin lautete das Motto “Der Zweck heiligt den Abend”. Dort gab es auch eine Passage, in der sich der Bühnenpianist darüber beschwerte, dass ständig “Last Christmas” im Radio laufe, und dass ein Bandname wie “Wham!” ja sehr merkwürdig sei. “Last Christmas” stehe für oberflächlichen Kommerz.

In der Nacht wurde dann bekannt: George Michael ist tot. Und George Michael war Sänger bei “Wham!”. Es war sein “Last Christmas”, und dass ausgerechnet er zu Weihnachten stirbt – mit nur 53! – ist quasi der Tiefpunkt in einem Jahr, in dem so viele bekannten Menschen – auch in jungem Alter – verstorben sind.

Hits: 23

RTZapper

Daniela und Lucas – Das Weihnachtsfest

Montag, den 26. Dezember 2016
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SA 24.12.2016 | 20.15 Uhr | RTL II

Da sitzen sie nun alle gelangweilt an der übergroßen Festtafel: die Familien Katzenberger und Cordalis und sehr, sehr enge Freunde, oder so. Sie flüstern sich was zu, man hört nicht genau, was. Der Mann, der behauptet Costa Cordalis zu sein, sieht ein bisschen gelangweilt aus, so weit man das an seinem Gesicht noch ablesen kann. Aber es gibt ja gleich einen echten Höhepunkt: Daniela Katzenberger wirft die Klöße ins heiße Wasser, und sie ist schon ein bisschen aufgeregt.

Meine Güte, war das aber spannend! Bei RTL II dachten ein paar Leute, dass es interessant sein könnte, Dokusoap-Stars live beim Weihnachtenfeiern zuzusehen. Dass es reicht, Leute an eine Tafel zu setzen und sie zu filmen. Obwohl weder etwas Nennenswertes passiert oder irgendjemand was zu sagen hat. Um das zu kaschieren wird im Hintergrund Weihnachtsmusik eingespielt.
“Daniela und Lucas – Das Weihnachtsfest” sollte an die quotenträchtige Hochzeit der beiden anschließen. Nur leider hat man nicht bedacht, dass Heiligabend in Familie zwar was sehr Schönes ist – anderen dabei aber zuzuschauen, eher langweilig.
So übertrug RTL II am Heiligabend live eine Dokusoap, so ziemlich frei von jeglicher Handlung.

Und so stand Reporter (!) Giovanni Zarella vor dem Schloss, in dem das Ganze stattfand, und kündigte, ähm, Höhepunkte an wie: Gleich präsentieren wir den Weihnachtsbaum! Gleich singt Kotza Costa Cordalis im Weihnachtsgottesdienst. Gleich gibt’s Essen, und das sieht ja schon total lecker aus.
Da ging ein Ruck durch das Weihnachten feiernde Deutschland – ausgelöst durch die Köpfe der Menschen, die müde auf die Tischplatte geplumpst sind.

Auch diesmal gehörte zur Übertragung übrigens ein kompletter Gottesdienst, aber damit das alles nicht zu ernsthaft wird, verlas Daniela Katzenberger die Weihnachtsgeschichte. Nicht dass die RTL-II-Zuschauer zu lange mit dem Pfarrer alleine gelassen werden. Costa Cordalis sang “Stille Nacht”, wobei es irgendwie so wirkte, als bewegte er nur die Lippen zu einem Playback.

Am Ende bewunderten alle den übergroßen Weihnachtsbaum im übergroßen Festsaal neben der übergroßen Festtafel. Aber das passt vermutlich zum übergroßen Geltungsbedürfnis der Katzenberger-Cordalis-Familie.
Ich hoffe, euer Weihnachtsfest war aufregender und schöner als das der Heinis im Fernsehen.

Hits: 31

RTelenovela

Die aktuelle Christvesperkritik 2016

Sonntag, den 25. Dezember 2016
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2015 -> 25.12.2015

Comeback! Im vergangenen Jahr ging es – nach 17 Malen in der Schmachtenhagener Kirche – zum ersten Mal zur Christvesper in die Oranienburger Nicolaikirche. Das war eigentlich ganz ganz schön und eine echte Abwechslung.
Aber die Umstände und meine beiden diesjährigen Kirchenbegleiter wollten es so, dass es 2016 wieder zurück in die Dorfkirche ging.
Diesmal waren wir sogar 25 Minuten zu früh dort, was uns noch gute Plätze sicherte. In Oranienburg hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon auf den billigen Plätzen gesessen.

Um das vorweg zu nehmen: Da ich mich vorher informiert habe, welcher Pfarrer den Gottesdienst leitet, hatte ich auch kein Problem mit diesem Comeback. Denn von Pfarrer Humburg weiß ich, dass er eine interessante Predigt halten wird. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Er erzählte uns, dass er uns Heiligabend was ganz anderes erzählen wollte, aber am Montagabend – nach den Geschehnissen am Breitscheidplatz in Berlin – setzt er sich noch mal hin und erarbeitete ein völlig neues Konzept. Er erzählte davon, dass sich die Menschen nun unwohl fühlen, dass das Weihnachtsfest diesmal unter anderen Vorzeichen stattfinde. Auch davon, dass Angst herrsche. Er erzählte in dem Zusammenhang aber auch von Maria und Josef, und wie sie mit Ängsten fertig geworden sind. Und zwar, weil sie auf Menschen getroffen sind, die ihnen halfen. Die da waren waren. Ein Zusammenhalt. Das wünscht er sich auch von uns. Gegen die Angst – Fürchtet euch nicht!
Eine sehr gute Predigt!

Das Drumherum ging so. Der Männerchor ist leider mehr und mehr… ähm, schwierig. Wenn er mehrstimmig “Alle Jahre wieder” singt, dann tut das leider weh. Es klingt, als ob die Hälfte der Männer schlicht falsch singt, die Melodie haut nicht hin. Seltsam, so was muss man doch hören!
Auch das Gesangsprogramm im Allgemeinen war schwierig, weil ich erstaunlicherweise drei der acht Lieder überhaupt nicht kannte, nicht mal im Ansatz. Das ist dann ein wenig schade, und immerhin bin ich ja nicht das erste Mal bei einem Heiligabend-Gottesdienst und konnte da die meisten Lieder immer mitträllern.
Auch schade: Am Ende des Gottesdienstes läuten die Glocken nicht mehr.

Aber wie gesagt: Die hervorragende Predigt macht das wett.
Frohe, besinnliche und friedliche Weihnachten!

Hits: 33

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (37): 2017er-Investitionen

Samstag, den 24. Dezember 2016
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(36) -> 20.9.2016

2017 sind dringende Investitionen in die Unterhaltungselektronik notwendig. Das wurde mir heute schmerzlich bewusst, als Freunde bei mir waren und wir unseren Vorweihnachtsfilmabend zelebriert haben.
Ich habe einen DVD-Player und einen DVD-Festplattenrecorder. Letzterer ist mehr als zehn Jahre alt, der Player kann nicht sehr viel jünger sein. Und beide zicken nun.

Problem Player: Die DVDs laufen nicht rund, sie rütteln beim Abspielen, besonders am Anfang und am Ende vom Filmen. Da hilft es ach nicht, das Gerät irgendwie zu beschweren.
Problem Festplattenrecorder: So langsam macht das DVD-Laufwerk schlapp. Eine DVD hat er gar nicht erkannt, bei der anderen fror mitten im Film das Bild ein, und es war nichts mehr zu machen – außer Ausschalten. Und: Meine Lautsprecher sind dort nicht angeschlossen.

Heißt: Neuer Player und ein neues Soundsystem. Meine Investitionen für 2017.

Hits: 34