Tagesarchiv für 16. Dezember 2016

RT im Kino

Office Christmas Party

Freitag, den 16. Dezember 2016

Naa, die Firmenweihnachtsfeier schon überstanden? Und, wie war sie? Eher nicht so…? Ein bisschen dröge? Wenn man sich die “Office Christmas Party” im Kino ansieht, da könnte man schon ein wenig neidisch werden. Also, so ganz grundsätzlich.

Es herrscht Unruhe im Büro, denn Carol (Jennifer Aniston) ist da. Große Chefsitzung mit eigentlich guten Nachrichten, denn es ist wieder Gewinn erwirtschaftet worden. Nur leider viel zu enig, wie Carol mitteilen muss. Deshalb sieht es nicht gut aus für die Firmenfiliale, und die Weihnachtsfeier wird sowieso abgesagt. Zu teuer und überhaupt.
Doch Filialleiter (und Carols Bruder) Cley (T.J.Miller) will retten, was zu retten ist – und natürlich auch die Weihnachtsfeier veranstalten. Zumal dort auch ein potenzieller Geldgeber hinkommen soll.
Und so steigt die Party, und die Stimmung ist großartig. Bis alles ein wenig aus dem Ruder gerät.

“Office Christmas Party” ist Kinounterhaltung im besten Sinn. Die Story ist ganz witzig, wenn auch oberflächlich (Was genau machen die da eigentlich in diesem Büro?). Die “Die da oben und wir da unten”-Situation kennt sicherlich jeder, der in einem Büro arbeitet, und Kollegen, die wundelrich sind oder die auf Partys schon mal aufdrehen, hat auch schon jeder mal erlebt. Insofern besteht in irgendeiner Hinsicht immer eine hohe Identifikation. Und wenn es nur der Neid über die zwischenzeitlich tolle Party ist.
Der Film lebt von vielen Gags, von den vielen kleinen Nebenfiguren, von denen einige aber einen großen Auftritt haben. Das Ende ist zwar arg an den Haaren herbeigezogen und eher “einfach”, aber was soll’s.
Amüsiert.

Office Christmas Party
USA 2016, Regie: Josh Gordon, Will Speck
Constantinfilm, 106 Minuten, ab 12
7/10

Hits: 22

RTelenovela

Der Cinestar-Niedergang

Freitag, den 16. Dezember 2016
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In Berlin-Friedrichshain entsteht demnächst ein neuer Kinopalast. So was hat Berlin ja auch noch nicht und wird deshalb sehr dringend benötigt.
Na ja.
Dabei scheint es, dass die großen Ketten jetzt schon arg zu knabbern haben. Wenn man sich zum Beispiel mal in den Cinestar-Kinos in Berlin umsieht, wird man nachdenklich.

In Tegel stehen die Leute gute fünf Minuten an der Kinokasse, ohne dass sich was tut. Die Kasse ist nicht besetzt, der Mann dahinter war plötzlich verschwunden, und die anderen zig Kassen sind verwaist. Auch sonst ist wenig los. Es ist kein einziger Mitarbeiter zu sehen, weder am Einlass, noch an der langen Bar.
Wer wissen möchte, welchen Film man sich denn ansehen könnte, muss im Smartphone im mobilen Internet nachsehen. Die Anzeigetafeln sind außer Betrieb. Flyer sind nicht zu finden. Service: null. Oder eher: -100. Und das ist keine einmalige Beobachtung, sondern in Tegel ein Dauerzustand.
Die Tickets werden zwar nur moderat teurer, dafür aber ist inzwischen fast der komplette Kinosaal zur Loge mutiert. Bis auf die ersten drei Rumpelreihen. Somit wurde es also doch teurer – aber eben versteckt.
Die zig Kassen an der Bar sind niemals alle besetzt – der hintere Teil der Bar nicht nicht mal bestückt. Aber wer inzwischen für einen halben Liter Cola 4,50 Euro zahlen muss, geht sowieso dankend dran vorbei. Von den unfassbaren Popcorn- und Nachopreisen gar nicht zu reden.
Später wird das komplette Kino von furchtbarer Rap/HipHop-Musik beschallt. In einer Lautstärke, dass es weh tut. Wegen der Texte und sowieso.
Wer ins Tegeler Cinestar geht, der wird quasi an allen Ecken und Enden angebrüllt: Bitte kommen Sie nicht hierher!

Das Cinestar Cubix am Alexanderplatz in Mitte hat auch schon bessere Tage erlebt. Bisher war auch die Bar in der oberen Etage immer besetzt, weshalb wir uns im Foyer auch nichts gekauft haben. Oben stellen wir überrascht fest, dass tote Hose herrscht. Dem Umsatz des Kinos hat das nicht gut getan – wir hatten keine Lust, noch mal runter zu gehen.

Im Cinestar-Kino in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg wird über den Kassen immerhin das Kinoprogramm angezeigt. Aber die Kassen sind oft geschlossen. Stattdessen gibt es die Tickets an der Getränkebar. Wenn man Glück hat, hat jemand einen Zettel irgendwohin geklebt, wo das auch steht.

Und so weiter.
Das Kino ist in der Abwärtsspirale. Immer weniger Service. Immer höhere Preise. Immer weniger Personal. Immer mehr Sparmaßnahmen. Das führt zu noch weniger Besuchern und noch höheren Preisen.
Schade. Denn für mich ist das Kino, die große Leinwand immer noch unersetzbar.

Hits: 24

RTZapper

José Carreras Gala 2016

Freitag, den 16. Dezember 2016
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MI 14.12.2016 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Weit mehr als 3 Millionen Euro kamen am Mittwochabend bei der José-Carreras-Gala 2016 zusammen. Die Leute spendeten für den Kampf gegen Leukämie, Blutkrebs. Eine gute Sache.
Wenn man bedenkt, dass gerade mal 460.000 Leute die Show sahen, sind 3,1 Millionen Euro ein riesiger Batzen Geld.

1995 startete die jährliche Show, sie lief damals im Ersten und erreichte ein Millionenpublikum. Inzwischen ist die Gala zum Minisender Sat.1 Gold ausgelagert worden, dort erreicht sie sehr viel weniger Zuschauer als früher. Und dennoch kamen innerhalb weniger Minuten mehrere Hunderttausend Euro zusammen. Das ist erfreulich, aber auch sehr erstaunlich. Trotz geringer Aufmerksamkeit so viel Geld? Haben da vielleicht große Unternehmen nachgeholfen, die aber nicht genannt wurden? Dass in so kurzer Zeit schon so viel Geld zusammenkommt, ist mindestens bemerkenswert.

2012 übertrug der mdr letztmals für Das Erste, damals sahen noch mehr als 4 Millionen Leute zu, rund 7 Millionen Euro Spenden kamen rein. Ein Jahr danach sprang Sky ein und zeigte die Gala auf einigen seiner Sender immerhin unverschlüsselt. Inzwischen ist Sat.1 Gold das dritte Mal übertragender Sender. Bemerkenswert: Die Show lief komplett werbefrei, und das quasi den ganzen Abend lang. Kennt man von Privatsendern eher selten.

Damit die Spendengelder rollen, wollte man wohl verschiedene Zielgruppen ansprechen (was auf Sat.1 Gold schwierig ist). So traten in einer (Live?)-Schalte aus den Berliner Potsdamer-Platz-Arcaden die Lochis auf. Die Lochis sind Youtuber und haben ein Album rausgebracht, bei den Kids sind sie total berühmt. Ein paar Dutzend standen dann auch vor der kleinen Bühne rum, der Moderator vor Ort wurde aber nicht müde zu sagen, dass das ganze Einkaufscenter total voll sei. Jaja.
Die Kids sollte Sparschweine mitbringen und darin ein paar Spenden hinterlassen. Hat sogar ein wenig funktioniert, auch wenn die Youtubekids vermutlich gar nicht mehr wissen, wozu so ein Porzellansparschwein eigentlich gut sein soll.

Hits: 32