Tagesarchiv für 4. Dezember 2016

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Ireen Sheer hat abends wieder Kopfweh

Sonntag, den 4. Dezember 2016
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Auch wenn es mit -1 Grad sehr kalt war – als die Schlagersängerin Ireen Sheer am späten Sonnabendnachmittag auf dem Hennigsdorfer Postplatz auftrat, herrschte recht gute Stimmung. Der Weihnachtsmarkt war zu diesem Zeitpunkt extrem voll.

MAZonline, 4.12.2016

Hennigsdorf.
Als die Schlagersängerin Ireen Sheer im Jahre 1978 für Deutschland am Eurovision Song Contest (hierzulande hieß er da noch Eurovision de la Chanson) teilnahm, da sang sie vom „Feuer“. Das hätten die Hennigsdorfer am späten Sonnabendnachmittag eventuell auch gebrauchen können. Zwar standen sie eng an eng auf dem Postplatz – mit -1 Grad war es dann aber doch recht kalt. Der Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt tat das aber keinen Abbruch.
Es war richtig voll auf dem Postplatz, als Ireen Sheer (67) auf der Bühne stand. „Showtime“ hieß nicht nur ihr erster Song, das war auch das naheliegende Motto ihrer vorweihnachtlichen Show.

Bevor sie aber einige Weihnachtslieder sang, präsentierte sie noch ihre größten Hits. Dazu gehört ohne Zweifel „Goodbye Mama“ von 1973. „Das habe ich für einen ganz besonderen Menschen gesungen“, sagte Ireen Sheer. Geschrieben hat das Lied übrigens Ralph Siegel, und Ireen Sheer landete damit in den Charts.
Nicht fehlen durfte natürlich die große Mitsinghymne: „Und heut’ Abend hab ich Kopfweh“. Die Sängerin forderte die Hennigsdorfer auf, mitzusingen – oder eher: das Echo zu spielen, das dieser Song mit sich bringt. Und die Besucher sangen mit.

Ireen Sheer schien es auf dem Hennigsdorfer Weihnachtsmarkt zu gefallen. Besonders beeindruckt war sie von den vielen Lichtern in den Bäumen auf dem Postplatz. Sie war das erste Mal in der Stadt, wie sie erzählte. Erst kürzlich sei sie von Tirol nach Berlin gezogen, berichtete sie. Allerdings hatten die Zuhörer ein wenig Mühe, ihr zu folgen – denn der Ton war allgemein während des Konzertes sehr leise. Besonders ihre Ansagen kam hinten kaum noch zu verstehen.

Mit Liedern wie „I’m dreamin’ of a white Christmas“ wurde es dann im zweiten Teil richtig festlich.

Hits: 24

RTelenovela

Lesen und schreiben – Ein Teufelskreis

Sonntag, den 4. Dezember 2016
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Neulich habe ich eine 21-Jährige kennengelernt. Sie kocht in einer kleinen Gaststätte in Sommerfeld. Sie macht das gut, sie kann das. Auch die Tische decken und sich um die Gästezimmer kümmern.
Was sie nicht kann: lesen und schreiben.
Und was sie auch nicht kann: eine Lehre absolvieren und da einen Abschluss machen. Weil sie eben nicht lesen und schreiben kann.

Sie kann das nicht, weil sie irgendwie blöd ist. Das ist sie nicht. Es hat erbliche Gründe, dass sie das nicht kann. Es ist ein Handicap, eine Behinderung.
Dafür hat sie ein fantastisches Gedächtnis. Alles, was man ihr beibringt, merkt sie sich. Für alles, was sie lesen müsste, hat sie sich andere Dinge einfallen lassen. Sie kommt klar.

Aber sie ist in einem Teufelskreis. Für eine Lehre müsste sie lesen und schreiben können. Es gibt keinen anderen Weg, eine theoretische Prüfung abzulegen. Niemand scheint sich je darüber Gedanken gemacht zu haben, und das ist ein Skandal.
Sie selbst sagt: Gehbehinderte haben Fahrstühle. Blinde haben Ampeln mit Ton. Sie hat nichts, sie muss sich selbst helfen.
Sie ist benachteiligt, und keiner hat dafür eine vernünftige Lösung, weil man eben darauf beharrt, dass sie das alles nur schriftlich machen kann. Deshalb hat sie auch keinen Schulabschluss.
Arbeitsagentur, IHK und wer sonst noch für Ausbildung und Lehre zuständig sind, sollten sich schleunigst mal Gedanken machen. Denn die 21-Jährige wird für etwas bestraft, wofür sie nichts kann.

Hits: 22