Tagesarchiv für 24. November 2016

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L17: Sanierung der Nebenanlagen ist abgesagt

Donnerstag, den 24. November 2016
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Die Groß-Ziethener sind sauer: Im Kremmener Haushalt ist 2017 doch kein Geld für weitere Bauarbeiten an der Dorfstraße

MAZ Oberhavel, 24.11.2016

Groß-Ziethen.
Wieder mal stehen die Groß-Ziethener im Dorfkern zusammen und schütteln die Köpfe. Es sind ein gutes Dutzend, die sich gestern Vormittag zusammengefunden haben. Gerade rast ein Auto auf der Schlaglochpiste vorbei, ein entgegenkommendes muss auf den schlammigen Seitenstreifen ausweichen. Die Bewohner ärgern sich, weil sich am miesen Zustand der Alten Dorfstraße, der Landesstraße 17, auch weiterhin nichts ändern wird.

Eigentlich hatte Noch-Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) den Groß-Ziethenern versprochen, dass im kommenden Jahr die Bereiche zwischen dem neuen Gehweg und der Straße hergerichtet wird. Es war davon die Rede, 200 000 Euro dafür in den Haushalt einzustellen. Im Entwurf für den Haushaltsplan 2017 ist davon keine Rede mehr.
Kremmens Kämmerin Kathrin Schönrock sagte gestern, für Straßen-Neubaumaßnahmen stehen statt der ursprünglich geplanten 300 000 Euro nur 100 000 Euro zur Verfügung. „Das Budget gibt es nicht her“, so Kathrin Schönrock weiter. „Wir haben leider kein großes Finanzpolster im Hintergrund.“

„Das ist eine Katastrophe hier“, sagt Lutz Dubrow, der in Groß-Ziethen wohnt. „Das Land soll uns mal ein Beispiel zeigen, wo es denn noch schlechter aussieht als hier in Groß-Ziethen.“ Die Streifen seien wieder kaputtgefahren. Ähnlich äußert sich Katrin Heßler: „Das Chaos ist verschärft worden. An einigen Stellen passen keine zwei Autos mehr aneinander vorbei.“
Immer wenn der Bus durchs Dorf kommt, wird es kritisch, merkt Beate Ammon an. Chaotisch werde vor allem dann, wenn es auf der Autobahn Probleme gibt und plötzlich der Schwerlastverkehr Navi-geleitet durch Groß-Ziethen rollt. Hinzu komme, dass sich das Regenwasser am Ortsausgang nach Staffelde staut – und die Entwässerung nicht funktioniert, weil sie auf der höheren Straßenseite gebaut worden ist, dort das Wasser aber gar nicht hinlaufe.
„Dass unsere Fahrzeuge auf der schlechten Straße kaputt gehen, ist ja noch eine ganz andere Sache“, ergänzt Anwohner Andreas Hübner.
„Wir wurden jetzt das x-te Mal verladen“, sagt Groß-Ziethens Ortsvorsteherin Astrid Braun. „Uns wurde zugesichert, dass die Nebenanlagen hergerichtet werden, darauf haben wir uns verlassen, und darauf berufen wir uns auch.“

Als die beiden Kremmener Bürgermeisterkandidaten am Dienstag bei der MAZ zu Gast waren, ist auch die Dorfstraße ein Thema gewesen. Sebastian Busse (CDU) schlägt vor, zumindest die Areale rund um die Bäckerei herzurichten. Das sei auch mit kleineren Mitteln zu haben. Eckhard Koop (parteilos) sah das ein wenig anders, er befürchtet eine Bevorzugung der Bäckerei und den Groll der anderen Anwohner. Er verwies auf die sehr schwierige Haushaltslage in Kremmen.
Zumindest unter den gut ein Dutzend Groß-Ziethenern, die sich am Mittwoch im Dorfkern trafen, klang es nicht so, dass eine punktuelle Sanierung ein Problem sei. „Der Bäcker ist das einzige Geschäft, was wir hier in Groß-Ziethen überhaupt noch haben“, sagte Lutz Dubrow. Die Flächen in diesem Bereich seien auch die schlimmsten im Ort.

Die Dorfstraße gehört dem Land Brandenburg, das aber hat kein Geld, um sie sanieren. Ein möglicher Termin wird erst gar nicht genannt. Ronny Wappler, der Pressesprecher im Landratsamt, bestätigte, dass das Land mit dem Kreis stattdessen darüber verhandele, dass die Landesstraße zur Kreisstraße herabgestuft werde. Allerdings solle die L 17 im aktuellen, maroden Zustand übergeben werden. Das Statement ist sehr eindeutig: „Die Landkreisverwaltung ist grundsätzlich nicht bereit, diese finanziellen Verpflichtungen zu übernehmen und lehnt Vorstöße in diese Richtung ab“, so der Pressesprecher.
Ortsvorsteherin Astrid Braun hat sich unterdessen an Landrat Ludger Weskamp (SPD) gewandt und ihn um ein Gespräch gebeten.

RT im Kino

Wild

Donnerstag, den 24. November 2016

Ganz schön wild! Ania (Lilith Stangenberg) begegnet auf dem Weg zur Arbeit einem Wolf. Und das mitten in einem Park.
es ist ein Moment, der sie nicht mehr loslässt – und der sie dazu bewegt, ihr ganzes Leben zu ändern. Das heißt, eigentlich lässt sie nur ihr bisheriges Leben los. Sie fängt den Wolf und sperrt ihn bei sich in die Wohnung.
Wie gesagt: ganz schön wild! Auch weil plötzlich ihr Chef Boris (Georg Friedrich) total auf sie steht. Ist er etwa auch total wild?

Nicolette Krebitz schrieb sowohl das Drehbuch und führte auch Regie für ihren Film “Wild”. Der einen aber irgendwie ratlos hinterlässt. Die Story fesselt nicht. Die Szenen mit dem ach so bösen Wolf wirken albern, zudem ist es nicht gelungen, das böse Tier wirklich böse erscheinen zu lassen. In manchen Szenen und durch manche Schnitte wirkt die Boshaftigkeit des Wolfs schon sehr gekünstelt.
Es heißt, die Frau wolle unsere stillschweigenden Vereinbarungen mit der Zivilisation aufkündigen und sich unerschrocken für ein Leben ohne Netz und doppelten Boden entscheiden. Nun ja. Irgendwas muss man ja schreiben – letztlich handelt es sich aber dann doch nur um eine Frau, die seelisch total abdriftet.
Das ist gar nicht mal schlecht gespielt. Aber vielmehr als ein nicht funktionierendes Experiment ist “Wild” nicht.

Wild
D 2015, Regie: Nicolette Krebitz
NFP, 93 Minuten, ab 16
3/10

RTelenovela

Traumtagebuch (133): Hol mich hier raus!

Donnerstag, den 24. November 2016
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(132) -> 22.8.2016

“Hol mich hier raus!”
Wo kam diese Stimme her? Ganz leise war sie. Ob sie von einem Jungen oder von einem Mädchen kommt, war nicht zu erkennen. Oder habe ich mich vielleicht verhört?
Ich lausche, aber es ist nichts zu hören.

Also gehe ich in den Sanitärcontainer – ich muss mal.
Draußen sehe ich inzwischen jemanden wilde Zeichen geben, und da höre ich die Stimme wieder: “Hol mich hier raus!” Der junge Mann, vor dem Fenster, gibt eindeutige Zeichen, wo er jemanden vermutet.
Ich laufe raus, und tatsächlich: Hinter einer schmalen Tür ruft jemand. Wir öffnen die Tür, und dahinter erscheint ein junges Mädchen.

Kurz danach laufe ich mit einem Kollegen weiter, und wieder ruft jemand “Lass mich hier raus!”. Wir bleiben stehen. Und wieder: “Lass mich hier raus!” Der Kollege geht ganz langsam zur Eingangstür und öffnet sie.
Dahinter erscheint eine ältere Frau. Sie starrt uns mit einem durchdringenden Blick an.
Sie macht einen Schritt auf uns zu, und wir machen einen Schritt zurück.