Tagesarchiv für 11. November 2016

ORA aktuell

Zukunft der Ex-Schule im Oranienburger Schlosspark unklar

Freitag, den 11. November 2016
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Nach dem Neubau der Oranienburger Comeniusschule im Stadtteil Süd, ist unklar, was aus dem alten Gebäude im Schlosspark wird. Aus Sicht der Verwaltung werde das Gebäude als Ausweichquartier für die Friedrich-Fröbel-Kita gebraucht, die saniert werden muss.
Das lehnte der Bauausschuss nun mehrheitlich ab, die CDU-Fraktion stimmte u.a. dagegen.
Olaf Kästner (Linke) forderte dagegen, dass das Gebäude wieder zum modernen Schulstandort werden müsse.

Eigentlich sollte das Gebäude im Schlosspark nachdem dem Umzug der Comeniusschule abgerissen werden. Wegen fehlender Kita- und Schulplätze ist dieser plan wohl hinfällig.

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Die US-Wahlnacht im Ersten

Freitag, den 11. November 2016
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DI 08.11.2016 | 22.50 Uhr | Das Erste

Nach fast zehneinhalb Stunden (!) Live-Sendung waren die Moderatoren im Ersten nicht nur in Schockstarre. Schockstarre war nämlich, nachdem feststand, dass Donald Trump neuer US-Präsident wird, das Lieblingswort der Moderatoren und Gäste. Nach einer so langen Strecke waren alle auch sehr, sehr müde.
War ja auch so nicht abzusehen, dass das Ganze nicht nur die Nacht hindurch dauern wird, sondern auch den ganzen Morgen. Erst um 8.30 Uhr stand wirklich fest: Donald Trump schlägt Hillary Clinton.
Es war das Ende eines monatelangen, oft extrem unschönen Wahlkampfes – und der Beginn einer Ära mit einem ungewissen Ausgang.

Diese lange US-Wahlnacht war eine Geduldsprobe für alle. Für die Zuschauer, aber auch für die Fernsehmacher. Irgendwie muss man diese verdammt lange Zeit ja füllen.
Beim ZDF war irgendwann in der Nacht eine Reporterin bei einer völlig aufgelösten jungen Frau, die – warum auch immer – nicht wählen durfte. Heulend stand die Frau nun da und ließ sich von der verständnisvollen Korrespondentin ausfragen.
Im Ersten musste der Moderator zwischendurch mal für Ruhe sorgen, wenn das Publikum maulig wurde, weil Trump schon wieder einen Bundesstaat gewonnen hatte.

Bei Family TV war man schon vorher stolz wie Bolle, dass man ja angeblich der einzige deutsche Sender, äh, na ja, Privatsender sei, der durchgängig von der US-Wahl berichtete. Letztlich übertrug man dann doch nur das CNN-Programm und laberte etwas dazu. Eher überflüssig.
Im ZDF muss sich Christian Sievers vorher so richtig vorbereitet haben, denn immer wenn in weiteren US-Staaten Wahllokale schlossen, kannte Sievers kleine Anekdoten und Randnotizen zu fast jedem der Staaten. Respekt. Wenn auch manchmal albern.
Bei Sat.1 begann man mit dem Frühstücksfernsehen immer schon um 4.55 Uhr, und man erzählte den Zuschauern auch, was in den USA los ist. So ganz wollte man sie dann aber doch nicht mit der Politik belästigen. Zwischendurch wurde dann auch noch gekocht. Anders als bei RTL, wo es ab 4 Uhr eine rein journalistische Wahlsendung gab.

Eine spannende Alternative gab’s im Internet, auf Youtube. Dort konnte man Jan Böhmermann und seinem “Neo Magazin Royale”-Team dabei zusehen, wie sie sich die Wahlnacht um die Ohren hauen. Inklusive Kommentare zum Wahlgeschehen. Als sich gegen 5 Uhr schon deutlich der Trump-Sieg abzeichnete, machten sie aber schon Schluss.

Unterdessen endete im ZDF “Die Nacht der Entscheidung” ohne Entscheidung, denn nach 7 Uhr übernahmen die Leute vom Frühstücksfernsehen. Diesen Luxus hatten die ARD-Kollegen nicht. Sie mussten bis weit nach 9 Uhr weitermachen. Und von der Schockstarre berichten.

Apropos Schockstarre: Immer mehr Leute werfen dem deutschen Journalismus vor, einseitig zu berichten. Die ARD-Leute ließen die Zuschauer im Minutentakt wissen, wie schockiert sie sind. Aber muss das so sein? Natürlich haben Journalisten zu allen Themen auch eine Meinung, aber sind sie auch in der Position, immer und überall kommentierend zu wirken?
Ich fand es auch schockierend, dass Donald Trump gewonnen hat, aber müssen mir das auch die Moderatoren immer wieder mitteilen?

Und dann war das noch der Junge, der während der Trump-Siegesrede direkt neben ihm stand. Er rollte mit den Augen, musste sich mehrfach heftig das Gähnen verkneifen. Er wusste ganz genau, dass zig Millionen Menschen ihm gerade zusehen und dass es ganz ungünstig wäre, nun dauernd zu gähnen. Andererseits war es weit nach 3 Uhr in New York. Und stand der Junge da und litt sehr. Er konnte einem Leid tun. Den Spott bekam er aber auch so ab.