Tagesarchiv für 4. November 2016

ORA aktuell

Oranienburger Wochenmarkt wieder in der Liebigstraße

Freitag, den 4. November 2016
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Der Oranienburger Wochenmarkt zieht in die Liebigstraße zurück. Am 11. November soll er dort das erste Mal wieder stattfinden. Zwei Jahre lang hat er auf dem Schlossplatz stattgefunden – mit wenig Erfolg.
Neuer Betreiber ist Bernd Gellesch, er hat eine Messe- und Veranstaltungsagentur in Dallgow-Döberitz.

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Quizduell

Freitag, den 4. November 2016
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DO 03.11.2016 | 18.00 Uhr | Das Erste

Was Thomas Gottschalk immer durfte, hat man Jörg Pilawa verboten. Seine Sendung zu überziehen.
Das “Quizduell” läuft jeden Abend um 18 Uhr live im Ersten. Überziehen ist nicht möglich, weil das folgende Programm sekundengenau bis zur “Tagesschau” durchgeplant ist. Blöd nur: Am Donnerstagabend war die Sendezeit vorbei, das Quiz aber noch nicht zu Ende. Es herrschte Gleichstand, ein Stechen musste her.

Wer wissen wollte, wer gewinnt, musste in die ARD-Mediathek ins Internet.
Allerdings warf das Fragen auf: War das Stechen so kompliziert? In der Zeit, in der Pilawa lachend erklärt hat, dass man das Spiel nicht zu Ende bringen könnte, hätte man fix eine Schätzfrage stellen können, und das Ding wäre gelaufen. Stattdessen hat der Moderator lang und breit erklärt, wieso nun Schluss ist.
Das sei noch nie passiert, sagte Pilawa noch. Hoffentlich passiert’s nie wieder. Und wenn doch: Nicht labern, sondern machen. Und zwar fix.

PS: Quizduell – wer spielt das eigentlich noch?

RT liest

Till Reiners: Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen – Begegnungen mit besorgten Bürgern

Freitag, den 4. November 2016
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“Ich habe einfach Angst davor, dass es in fünf Jahren nur noch Frauen gibt, die Kopftücher tragen müssen.”
“Ich finde das blöd, dass die Flüchtlinge so viel Geld bekommen.”
“Ich kenne sie nur vom Sehen, aber man gewinnt schon seine Eindrücke.”
“Abschieben! Abschieben!”

Wo kommt da alles eigentlich her? Dieser Hass? Diese Angst? Diese Unsicherheit?
Der Kabarett Till Reiners, Jahrgang 1985, hat sich auf eine Reise durch Deutschland begeben, um besorgte Bürger zu treffen. Um herauszufinden, was die Menschen eigentlich antreibt. Warum sie Flüchtlinge ablehnen, oder ihnen zumindest skeptisch gegenüber stehen. Und welche Alternativen sie eventuell anbieten.
Till Reiners sucht das Gespräch, er will nachfragen, und er will Antworten. Er macht das nicht aus der Ferne, sondern sucht den Kontakt. Er geht zu Bärgida, Legida und Pediga. Er besucht besorgte Bürger, die AfD, aber auch die sächsische CDU. Er reist nach Tröglitz, Freital und Pforzheim.

Das Buch hat unheimlich viele spannende Stellen. Es gibt Momente, da steht einem der Mund offen, wegen des unvorhohlenen Hasses, aber auch wegen der Dummheit, wegen des Neides. Aber das ist es ja nicht nur.
Denn auch die “etablierten Parteien” bekleckern sich ja nicht mit Ruhm. Till Reiners stellt in Frage, ob die CDU in Sachsen das Flüchtlingsthema richtig angepackt hat. Er fragt, was die DDR mit Fremdenhass zu tun haben könnte.
Auf angenehme Weise schreibt Reiners seine Erlebnisse und Gespräche auf. Er recherchiert, versucht Einordnungen und geht Vorurteilen auf den Grund.
Ein gutes Buch – das aber sicherlich die, die dazulernen sollten, leider nicht erreichen wird.

Till Reiners: Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen – Begegnungen mit besorgten Bürgern
ro ro ro, 266 Seiten
8/10