Tagesarchiv für 20. Oktober 2016

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Bürgermeisterwahl in Kremmen: Endlich zu Potte kommen

Donnerstag, den 20. Oktober 2016
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(1) -> 15.10.2016

Die Kremmener Bürgermeister-Kandidaten im Check – Teil 2: Arthur Förster (UWG/LGU) will frischen Wind ins Rathaus bringen

MAZ Oberhavel, 20.10.2016

Kremmen.
Selbstbewusst ist er, der Arthur Förster. Er wolle frischen Wind ins Rathaus bringen, sagte er neulich bei einer Podiumsdiskussion in Kremmen. Dabei ist er gerade mal sieben Monate jünger als der jetzige Amtsinhaber. Dennoch will der 64-jährige Hohenbrucher Bürgermeister von Kremmen werden. Er tritt zur Wahl am 6. November an. Und er hat Chancen: Bei der Wahl 2008 schaffte er es in die Stichwahl.

Arthur Förster, verheiratet, zwei Kinder, zwei Enkel, sitzt im Kremmener Stadtparlament in der Fraktion UWG/LGU. Das bedeutet: Unabhängige Wählergemeinschaft / Landwirtschaft, Gartenbau, Umwelt. Gemeindevertreter ist er seit 1974. „Da habe ich viel gelernt, und es macht mir großen Spaß“, sagt er. „Als Bürgermeister kann ich aber noch viel mehr bewegen.“ Und da hat er so einiges vor.

Ein ganz großes Stichwort: Bürgernähe. Wenn er Rathauschef werden sollte, will er Bürgersprechstunden einführen – in jedem Ortsteil. „Da muss man behutsam anfangen, denn das ist ja viel Arbeit.“ Einmal im Monat will er überall präsent sein. Er will nach Vorbild des Seniorenbeirates weitere Bürgergremien – für Kinder, Kultur und Umwelt. Seine Fraktion hat das Thema in Kremmen schon in Gang gesetzt. Ein weiteres Augenmerk richtet er auf die Straßen und Wege in Kremmen. Vor allem: die schon vorhandenen Wege erhalten. „Zum Beispiel die Straße von Hohenbruch nach Sommerswalde, die wurde immer wieder hinausgeschoben.“ Bislang hieß es immer, dass der Verkehr dort zu gering sei, aber Arthur Förster widerspricht vehement: „Da fahrt keiner lang? Das ist immer schnell gesagt, viele Touristen sind da unterwegs und auch Radfahrer. Außerdem ist das die Verbindung zur Nachbargemeinde Oberkrämer.“

Auch eine neue Feuerwache für Kremmen sei notwendig. „Wo, das müssen wir dann schauen“, sagt er. Der Radwegbau zwischen Hohenbruch und Sommerfeld und zwischen Beetz und Ludwigsaue stehen auf seiner Agenda. Darüber hinaus die Neugestaltung des Sommerfelder Bahnhofsvorplatzes und des Kremmener Stadtparks. Und die Groß-Ziethener Dorfstraße? „Ich weiß auch nicht, warum die da nicht zu Potte kommen“, sagt Arthur Förster.
Die Schaffung von Bauland ist dem Hohenbrucher ebenfalls wichtig. „Bauen in zweiter Reihe, viele Grundstücke würden das hergeben.“ Er selbst lebt es vor, auf seinem Grundstück wurde hinten der Stall ausgebaut. „Da gibt es Potenzial.“ Der Bedarf sei vorhanden, am meisten in Kremmen selbst. Das würde auch die Wirtschaft beflügeln. Arthur Förster möchte weitere Gewerbegebiete – zum Beispiel an der Berliner Chaussee am Kremmener Ortsausgang.
Etablieren möchte er in Kremmen auch den sanften Tourismus. Mit einer Brücke am Kanal Richtung Kremmener See oder einer Kanuausleihstation am Kanal. Kooperationen mit dem Storchen- und Kranichdorf Linum hält er auch für sinnvoll. Windkraft im Wald lehnt er dagegen ab.

Den Job im Rathaus traut er sich zu. „Ich habe einen pädagogischen Abschluss als Lehrmeister“, sagt er. Bei der KFL, einem Landtechnikbetrieb in Oranienburg, hatte er einst 30 Leute unter sich. Seine Schlosserei, die er seit zehn Jahren betreibt, würde er für den Fall der Fälle an den Sohn weitergeben.
Eine Amtszeit möchte er im Rathaus sitzen. „Dann sollte man wirklich mal loslassen“, sagt er, „und die Jugend ranlassen.“

Loslassen – das kann er jetzt schon, wenn auch eher selten. Kommunalpolitik, seine Firma, viel Zeit bleibt da nicht, und sein Körper hatte ihm zwischendurch auch schon deutliche Grenzen aufgezeigt. Aber ihm geht es wieder blendend, sagt er. „Wir haben einen Hund, und die Zeit nehmen wir uns dann für Spaziergänge.“ Am liebsten in den Wald.

*

Zur Person: Arthur Förster, geboren am 29. November 1951 in Groß-Ziethen. Seit 1958 lebt er in Hohenbruch. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkel.

Beruf: Er ist gelernter Schiffsbetriebsschlosser. Inzwischen betreibt er in Orion eine Schlosserei.

Politik: Seit 1974 ist er Gemeindevertreter, zunächst in Hohenbruch, jetzt in Kremmen. Er sitzt in zwei Ausschüssen, ist Ortsvorsteher in Hohenbruch.

Hauptziele : Bürgernähe und gelebte Demokratie, Aufbau und Erhalt der Infrastruktur, Schaffung von Bauland, Ausbau des sanften Tourismus.

Die Wahl: Am 6. November wählen die Kremmener. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Die Serie: Die MAZ stellt die Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Schon erschienen: Sebastian Busse (CDU). Es folgen Eckhard Koop (partelos) und Klaus-Jürgen Sasse (SPD).

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RTZapper

Herz sucht Liebe

Donnerstag, den 20. Oktober 2016
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MI 19.10.2016 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Und hier ist Ihr Herzblatt!
Äh, falsch. Also, noch mal:
Und hier ist Ihr Herzbube!

Das klingt ein bisschen dämlich. Was anderes darf Thomas Ohrner aber nicht sagen. Jedenfalls nicht das Wort “Herzblatt”.
Bei Sat.1. Gold schwimmen sie weiter auf der aktuellen Spielshow-Retrowelle. RTLplus macht es vor, Sat.1 Gold zieht nun nach. Dort lief am Mittwochabend nach gut zehn Pause mal wieder die Verkuppelungsshow “Herzblatt”. Weil die Rechte am Namen “Herzblatt” aber wohl nicht zu haben waren, macht Sat.1 Gold zwar “Herzblatt”, und alles sieht auch so aus wie damals in der guten alten ARD, nennt es aber “Herz sucht Liebe”.

Irgendwie ist es ja ganz nett, dass alle diese alten Shows wieder aufgewärmt werden, aber passen die eigentlich noch in unsere heutige Zeit? Wo wir auf Tinder Frauen und Männer wegwischen, wenn wir sie nicht hübsch genug finden?
Ist es nicht ein wenig trutschig, wenn da eine Frau auf dem Hocker sitzt und von Kandidat 2 wissen will, welches Instrument Kandidat 3 sein könnte (“Eine Flöte, muahahaha.”)?

Sat.1 Gold hat das Format weitgehend so belassen, wie es war. Auf die zusätzlichen Gesangseinlagen der Herzbl…, äh, Herzbuben hätte man verzichten können. Auch auf die rüde nachträglich einmontierten Interviews mit den “Verlierern”. Und wer die völlig unpassende, nervig rumdaddelnde Titelmusik komponiert hat, gehört auch auf den Index. Wenn Susi (ja, Susi mit ihrer Schmmmmuuuuse-Stimme ist auch wieder da) ihre Zusammenfassung säuselt, plingt und plongt die Musik nervig im Hintergrund.

Nur eines ist abgeschafft worden: Ausgerechnet der Herzblatt-Hubschrauber. Nix da mit netten Wochenendreisen dahin, wo es schön ist. Bei Sat.1 Gold reicht das Budget nur noch für einen (vermutlich gesponserten) Musicalbesuch und anschließendem Kerzenscheindinner. Lohnt sich ja gar nicht mehr.

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RT liest

Christoph Grissemann / Rocko Schamoni: Ich will nicht schuld sein an deinem Niedergang – Ein moderner Briefwechsel

Donnerstag, den 20. Oktober 2016

Christoph Grissemann und Rocko Schamoni schreiben sich immer mal wieder SMS-Nachrichten. Darin diskutieren sie über dies und das. Sie frotzeln sich an, verlieren sich in so etwas wie Rollenspiele.
Sie machen das vermutlich, weil sie sich mögen und ansatzweise freundschaftlich verbunden sind.
Nun gibt es ihre SMSen als Buch, herausgegeben von Thomas Edlinger.
Warum, weiß man nicht so genau.

Grissemann, von mir sehr geschätzter Kabarettist aus Österreich, und der Musiker und Autor Rocko Schamoni schreiben drauf los. Sicherlich aus purem Spaß, und vermutlich anfangs nur deshalb. Wer wann und wie (aber vor allem eben: warum) entschieden hat, ein Buch daraus zu machen, ist nicht klar.
Für 20 Euro bekommt man an vielen Stellen sinnfreie Unterhaltung. Das ist manchmal zum Schmunzeln. Aber am Ende eben doch nur das: sinnfrei und ohne echten Mehrwert.

Christoph Grissemann / Rocko Schamoni: Ich will nicht schuld sein an deinem Niedergang – Ein moderner Briefwechsel
Piper, 352 Seiten
4/10

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RTelenovela

Damenauflauf in der Kurfürstenstraße

Donnerstag, den 20. Oktober 2016
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Noch so ein Ort in Berlin, den ich nun zum ersten Mal so richtig wahrgenommen habe.
Neulich Abend wollte ich mit dem Auto vom Potsdamer Platz zum Bahnhof Zoo. Mein Weg führte mich durch die Kurfürstenstraße, der verlängerten Budapester Straße.

Wenn über Prostitution geredet wird, dann fällt mir in Berlin die Oranienburger Straße ein. Dort stehen die Damen hier und da, um sich anzubieten. Nahe der TU Berlin, auf der Straße des 17. Juni, war auch so ein Ort. Inzwischen habe ich dort schon lange keine Prostituierten gesehen. Neulich erst, in Hamburg auf der Reeperbahn, quatschten sie mich an.
In Berlin ist aber auch immer wieder von der Kurfürstenstraße die Rede. Davon, wie schlimm das alles dort ist.
Ich hatte das noch nie gesehen – bis jetzt.

Wer von der B1 in die Kurfürstenstraße Richtung Charlottenburg einbiegt, dem wird es sehr schnell auffallen. Auf relativ kurzer Strecke stehen die Nutten fast schon Spalier, so viele sind es. Fast wirkt es, man befinde sich in einer spelunkigen Seitenstraße – und vielleicht ist es die Kurfürstenstraße an dieser Stelle sogar. Die Wege sind mistig, überall liegt Müll herum. Und die Damen sind immer bereit, irgendwo einzusteigen. Neugierig beäugen sie alle Autos.
Zum Glück gibt es dort keine Ampel, dennoch habe ich erst mal das Seitenfenster geschlossen – nicht, dass die Damen noch auf irgendwelche Ideen kommen.

Was in der Kurfürstenstraße jedenfalls abgeht, ist heftiger als in der Oranienburger, sogar heftiger als auf den Straßen in Hamburg-St.Pauli. Unangenehm und schmuddelig.

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RT im Kino

Verrückt nach Fixi

Donnerstag, den 20. Oktober 2016

Nicht gerade ein schöner Moment für Tom (Jascha Rust). Auf seiner Abifeier bekommt er ein Geschenk: eine Gummipuppe. Weil er die letzte männliche Jungfrau im Jahrgang ist.
Tom ist frustriert, und so zieht er mit Fixi, so heißt die Gummipuppe (und wenn man das Wort “Fixi” laut liest und anders schreiben würde, hat der Name auch eine auffordernde Bedeutung), durch die Stadt.
Es war ein Stromschlag im Spiel – Tom weiß es nicht genau. Was er weiß: Am nächsten Morgen liegt eine Frau neben ihm im Bett. Fixi. Sie ist lebendig geworden.
Fixi (Lisa Tomaschesky) ist nicht sehr helle, aber ihre Schönheit bringt auch Tom nun in die Welt der ach so Coolen, Schönen und Reichen. Dass er dabei aber seinen besten Freund Dodie (Roland Schreglmann) vernachlässigt, fällt ihm erst nicht auf und will er dann auch nicht einsehen.

“Verrückt nach Fixi” ist eine klassische Teeniekomödie. Inhaltlich eher flach und einfach gehalten. Manchmal auch ärgerlich, weil dieser Tom stellenweise wirklich schlicht das Hirn auszuschalten scheint.
Letztlich geht es um ein immer wiederkehrendes Thema: Darum, zu sehen, wer die wahren Freunde sind und dass viel im Leben nur ein schöner Schein ohne viel dahinter ist.
Am außergewöhnlichsten ist die Rolle von Lisa Tomaschewsky, die die lebendig gewordene Puppe spielt. Das ist lustig, wenn sie ungelenk durch die Gegend stakst und immer nur wiederholt, was ihr Gegenüber zu ihr sagt.
Der Film ist kein “must see” – aber wenn, dann ist er nette Unterhaltung.

Verrückt nach Fixi
D 2016, Mike Marzuk
Constantinfilm, 94 Minuten, ab 12
7/10

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