Tagesarchiv für 19. Oktober 2016

ORA aktuell

Falsche Gerüchte in Oranienburg: Kein Aus für Schrott-Ernst

Mittwoch, den 19. Oktober 2016
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Seit Wochen geht in Oranienburg das Gerücht um, dass die Recyclingfirma Ernst im Gewerbegebiet Nord wahlweise umzieht oder gar vor dem Aus steht. Angeblicher Hintergrund: Orafol kaufe das Gelände.
Dir Firmeninhaber widersprechen den Gerüchten im Oranienburger Generalanzeiger. Durch diese Gerüchte seien in den vergangenen Wochen schon weniger Kunden gekommen.
Die Firma gibt es bereits seit 1984, gestartet als Sero-Annahmestelle.

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RTelenovela

Nikolaiviertel

Mittwoch, den 19. Oktober 2016
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Als wir neulich beim Festival of Lights in Berlin durch das Nikolaiviertel spazierten, fiel es mir auf: Ich war dort noch nie.
Das Nikolaiviertel ist die Keimzelle von Berlin. Schon im 13. Jahrhundert ist die dortige Nikolaikirche erbaut worden, auch der Mühlendamm soll zu der Zeit entstanden sein. Es ist also nicht nur irgendein Stadtteil von Berlin.

Im Nikolaiviertel gibt es viele Alt-Berliner Kneipen, schöne Läden, und überhaupt wirkt es wie das Zentrum oder die Altstadt eines kleinen Ortes. Und irgendwie gar nicht wie Berlin. Und das, obwohl dort so gut wie nichts wirklich historisch ist. Viele Gebäude entstanden erst bis 1987, zur 750-Jahr-Feier Berlins, als in der DDR dieses Viertel rekonstruiert worden ist.

Die Gegend ist bislang völlig an mir vorbei gegangen. Rund um 1990 war ich vermutlich mal dort. Aber seitdem nicht mehr. Es liegt nicht in meinem Fokus, dabei gibt es dort viel zu entdecken. Und das wollen wir spätestens im nächsten Frühjahr nachholen.

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RTZapper

Ruck Zuck

Mittwoch, den 19. Oktober 2016
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DI 18.10.2016 | 10.10 Uhr | RTLplus

Tele 5, RTL2, tm3 und jetzt RTLplus. “Ruck Zuck” hat mal wieder eine neue Heimat gefunden.
“Ruck Zuck” gehört zu den vier Gameshows, die vom neuen RTL-Ableger wiederbelebt wurden. Dazu gehören auch “Jeopardy!”, das “Familienduell” und das “Glücksrad”.
Und jetzt kommt’s: “Ruck Zuck” die größte Überraschung in der Riege.

Bei “Ruck Zuck” konnte RTLplus vielleicht am wenigsten falsch machen. Das Konzept funktioniert immer noch: Zwei Teams müssen sich Begriffe erklären, dürfen das von Kandidat zu Kandidat immer mit anderen Worten erklären.
Das sorgt für Lacher und viele skurrile Momente. Früher und heute auch noch.

Überraschend aber ist: Oliver Geissen. Während seine immer gleichen Chartshow wahrscheinlich nicht mal mehr in selbst vom Hocker reißen, kommt er bei “Ruck Zuck” erfreulich locker und lustig rüber. Er hat sichtlich riesigen Spaß daran, das Ganze zu moderieren. Immer wieder giggelt er im Hintergrund, wenn was Lustiges passiert. Er feuert die Kandidaten, erlaubt sich aber auch Scherze. Geissen ist – auch wenn wir natürlich Jochen Bendel vermissen – ein echter Gewinn für “Ruck Zuck”.

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RT im Kino

24 Wochen

Mittwoch, den 19. Oktober 2016
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Downsyndrom.
Dieses Wort schwebt über allem.
Aber noch haben Astrid (Julia Jentsch) und Markus (Bjarne Mädel) die Hoffnung für ihren ungeborenen Jungen nicht aufgegeben.
Astrid ist erfolgreiche Kabarettistin. Bei ihren Fernsehauftritten hat sie natürlich auch schon über ihre Schwangerschaft erzählt. Markus, ihr Lebensgefährte und Manager, plant schon die Auftritte für nächstes Jahr.
Dass ihr Sohn mit dem Downsyndrom auf die Welt kommt, bereitet ihnen Sorge – aber sie wollen das Kind.
Als aber ihr Arzt sagt, dass das Kind sehr viel schwerer behindert sein wird, dass es einen akuten Herzfehler hat, steigt die Verunsicherung. Und die Angst.
Markus hält daran fest – er will das Kind. Aber Astrid, sie beginnt zu grübeln. Sie ist sich nicht mehr sicher.

Es sind dramatische “24 Wochen”. So heißt der Film von Anne Zohra Berrached, der sehr an die Nieren geht. Selten gingen schauspielerische Leistungen so unter die Haut. Die beiden Hauptdarsteller spielen fantastisch, ergreifend.
Da wird ein schwerwiegender Konflikt ausgetragen. Nachdem sich die werdenden Eltern mit ihrem künftigen Problem befasst haben, baut sich ein viel Höheres auf. Der Film zeigt, wie Astrid und Markus versuchen, damit klarzukommen. Wie sie diskutieren, wie sie ihre Umwelt vorbereiten.
Alle Ärzte, die Hebamme und weiteren Experten spielen sich selbst. Das gibt dem Film eine hohe Authentizität. Offenbar sind Szenen improvisiert, nur inhaltlich vorher besprochen. Die Sprachlosigkeit, die Suche nach Worten – alles wirkt so wahrhaftig.
Letztlich geht es knallhart darum, ob man in der 24. Woche noch ein Kind abtreiben kann. Ob es richtig ist oder falsch. Wobei uns dieser Film nur zeigt, was passiert. Was richtig oder falsch ist, sagt uns der Film nicht, und das ist gut so.
Der Film mutet uns lange Dialoge zu, wenig Musik, viele nachdenkliche Phasen – bis hin zum Schluss. Alles in allem extrem fesselnd.
Nebenbei: Viele Gaststars unterstützen diesen Film mit Kurzauftritten: Dieter Nuhr ist dabei, Steffen Kretschmer, Thomas Koschwitz, Sebastian Puffpaff und viele mehr. Offenbar ist ihnen allen dieses Thema wichtig.

24 Wochen
D 2015, Regie: Anne Zohra Berrached
Neue Visionen, 102 Minuten, ab 12
9/10

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RT liest

Sarah Darer Littman: Die Welt wär besser ohne dich

Mittwoch, den 19. Oktober 2016
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Ein Schock. Für alle. Lara hat versucht, sich umzubringen. Mit vielen Tabletten.
Sie überlebt.
Aber warum hat sie das getan?
Früher war Lara mal ziemlich dick, das ist nun nicht mehr so. Sie hat es sogar in die Cheerleader-Mannschaft geschafft. Und sie hatte einen Schwarm, Christian. Doch der tickte plötzlich aus. Schrieb auf ihre Facebook-Pinnwand: Die Welt wär besser ohne dich. Du bist so ätzend. Und dazu viele hämische Kommentare von anderen Facebook-Freunden.
Die Polizei ermittelt, Lara braucht lange, um wieder auf die Beine zu kommen.
Als aber klar ist, wer wirklich hinter Christian steckt, beginnt ein ganz neues Drama.

“Die Welt wär besser ohne dich” – so heißt der sehr interessante und spannende Jugendroman von Sarah Darer Littman. Denn er beleuchtet einen sehr aktuellen Komplex: Der soziale Umgang miteinander im Internet.
Es geht um hartes Mobbing. Darum, wie ein junges Mädchen fertig gemacht wird. Auf fieseste Weise. Aber auch darum, wie schnell alles raus kommen kann.
Der Autorin gelingt eine überraschende (und sehr kluge) Wende im Roman. Als nämlich raus raus, wer hinter Christian steckt, dreht sich nämlich das Blatt. Diese Person und dessen Anhang wird plötzlich zum Mobbing-Feindbild.
Sarah Darer Littman gelingt der Rundumschlag. Sie zeigt, welche Mechanismen im Internet ausgelöst werden können, und was sie anrichten. Und dass Gut und Böse da ganz schnell verwischen können. Da lässt sich der eine oder andere plakative erhobene Zeigefinger auch verschmerzen.

Sarah Darer Littman: Die Welt wär besser ohne dich
Ravensburger, 383 Seiten
8/10

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