Tagesarchiv für 16. Oktober 2016

RTelenovela

Überraschungsevent (5): Hildegard statt Max

Sonntag, den 16. Oktober 2016
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(4) -> 21.8.2016

Der Startschuss fiel im April: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im November ist sie dran.
Doch dieses Event machte es uns schwerer als sonst.

Max Giesinger habe ich im Frühjahr schon in der SWR-Late-Night-Show von Pierre M. Krause gesehen und für gut befunden. Das Überraschungsevent für Oktober war gebongt – Konzert im Privatclub in Berlin-Kreuzberg. Ein junger Sänger, der noch relativ unbekannt war. Das änderte sich mit der Fußball-EM und dem “80 Millionen”-Song, der für die EM extra textlich angepasst worden ist.
Ich hatte schon Angst, dass das Event vom kuscheligen, kleinen Privatclub in eine große Halle verlegt wird. Zum Glück nicht.
Am Freitag aber kam die Nachricht, dass das Konzert ausfällt und auf kurz vor Weihnachten verschoben wird. Max ist krank. Das Überraschungsevent fiel also überraschenderweise aus.

Nun begann ich im Netz zu wühlen, auf der Suche nach Ersatz. Kino? Theater? Konzert? Zur Not hätten wir auch zum Festival of Lights gehen können.
Aber ich fand einen Hildegard-Knef-Abend im Café Tasso an der Frankfurter Allee in Berlin-Friedrichshain. Hildegard Knef fand ich immer toll. Erstaunlicherweise war der Eintritt frei, nur um Spenden wurde gebeten. Was zur Frage führte, wie voll es werden würde.
Aber zur Not blieben ja noch die Lichter und das Kino als Ü-Event.

Das Café ist sehr klein, eigentlich ein Antiquariat, wo es alte Bücher gibt. Sehr nett, nur leider machte die Küche um 17 Uhr zu. Was merkwürdig ist, wenn man ein Konzert für 20 Uhr ankündigt. Sicherlich würden einige Gäste noch was essen und so auch Geld dalassen.

Maila Barthel sang Lieder von Hildegard Knef, unterstützt von Frank Augustin am Piano. Es erklangen aber nicht nur ihre teilweise wahnsinnig schönen Lieder, wir erfuhren auch sehr viel aus dem Leben der Sängerin und Schauspielerin.
Ein toller Abend! Schade, dass nur 16 Leute da waren. Andererseits war das dadurch aber auch besonders gemütlich und entspannt.

Und danach hatten wir auch noch Zeit für ein paar Eindrücke vom Festival of Lights. Unsere Stippvisite führte uns in das Areal zwischen Spree und Nikolaiviertel. Auf ein Haus am Wasser sind Naturimpressionen projiziert worden, und auch auf die Fassade der Nikolaikirche sind Lichterszenen geworfen worden. Und überall stehen die Leute, schauen, unterhalten sich leise. Noch so ein entspanntes Event.

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RTZapper

Projekt Paradies

Sonntag, den 16. Oktober 2016
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DO 13.10.2016 | 23.30 Uhr | ProSieben

Es ist immer wieder erstaunlich, was Promis so machen, um ein Promi zu bleiben und irgendwie Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie fressen Ekeltiere im Dschungel, sie lassen sich tätowieren, sie lassen sich liften – und jetzt machen sie auch eine Heilfasten-Kur.
Aber weil Heilfasten an sich ja eher Bäh ist, verschickt man die, ähm, Promis deshalb an einen hübschen Ort. Und fertig ist das “Projekt Paradies”.

Okay, eigentlich müsste das Projekt anders heißen: “Projekt Magenfrei” oder “Projekt Kotzeritis”. Denn die Sendung am Donnerstagabend auf ProSieben drehte sich darum, dass vier relativ bekannte Menschen in die Sonne reisen, um nichts zu essen und den Magen frei zu bekommen.
Daniel Köllerer, Ex-Tennisstar aus Österreich, gerade noch bei “Promi Big Brother”, war nun zu sehen, wie ihm auf der Sonneninsel kotzübel war, weil er irgendein reinigendes Gesöff trinken musste. Auch Angelina Heger mischte wieder mal in einer derartigen Show mit, um an ihrem Image zu arbeiten. Sie war zwar kurz davor abzuklappen, die Ärzte rieten ihr ab, an bestimmten Aktionen teilzunehmen, was sie aber doof fand und ignorierte. Und rumzickte, weil das wiederum die anderen doof fanden. Aber rumzicken kann sie ja gut, wie sie schon oft bewies.

Da sitzen also diese Prominenten auf der Urlaubsinsel. Sie pfeifen auf dem letzten Loch, ihnen ist speiübel, zwischendurch müssen sie kotzen. Mit leerem Magen sitzen sie rum, gehen sich auf die Nerven – und uns Zuschauern gleich mit.

Diese Art der Dokusoaps können eigentlich nur als Promi-Bestrafungsmaßnahme gewertet werden. Sie bekommen Geld dafür, dass sie gequält werden, dass sie sich quälen lassen und diese Demütigung öffentlich präsentiert wird.
Ob sie das nur deshalb machen, weil sie dringend Geld brauchen, wissen sie vermutlich nur selbst. Aber nun gut, richtige Promis mit richtigen Engagements müssen so einen Wahnsinn ja auch nicht mitmachen.

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