Monatsarchiv für Oktober 2016

RT im Kino

Inferno

Montag, den 31. Oktober 2016

(2) -> 22.5.2009

Alles ist unklar. Wo er ist. Welcher Tag heute ist. Was überhaupt passiert ist. Für den Meister-Kryptologen und Symbologie-Professor Robert Langdon (Tom Hanks) eine eher ungewöhnliche Situation. Er erwacht im Krankenhaus.
Als es im dort zu einem Anschlag kommt, hilft ihm die Ärztin Sienna Brooks (Felicity Jones) zu flüchten. Gemeinsam mit ihr will er rausfinden, was passiert ist. Aber vor allem haben sie eine Mission: Es gibt einen Wissenschaftler, Bertrand Zobrist (Ben Foster), der die Erde vor der Überbevölkerung retten will, wie er meint. Dazu hat er eine Seuche entwickelt, die innerhalb von wenigen Tagen dafür sorgen soll, die Hälfte der Menschheit auszurotten.
Das will und muss Robert Langdon verhindern.

“Inferno” ist nach “Sakrileg” und “Illuminati” der dritte Film mit dem Wissenschaftler Robert Langdon, die Kinofassung der entsprechenden Dan-Brown-Romane.
Leider kommt “Inferno” lange nicht in die Pötte. Ewigkeiten dreht sich alles um Langdons Erinnerungslücken und um irgendwelche Theorien, es wird viel geredet und gerätselt – aber das auf einer seltsamen unspannenden Art und Weise.
Obwohl das Thema extrem spannend ist – Millarden Menschen umbringen, um den Fortbestand der Menschheit zu retten -, kommt der Film erstaunlich fad daher. Tom Hanks tut, was er kann, aber irgendwie läuft auch er auf Sparflamme.
Spannung kommt nur beim Showdown auf. Die letzten 20 bis 25 Minuten haben es in sich. Den Film retten kann dieses spannende Ende aber nicht.

Inferno
USA 2016, Regie: Ron Howard
Sony, 122 Minuten, ab 12
5/10

RTZapper

Wishlist

Montag, den 31. Oktober 2016
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DO 27.10.2016 | 15.00 Uhr | Funk

Funk. So ganz sehe ich da noch nicht durch.
Ich kann ja verstehen, dass ARD und ZDF mit dem jungen Angebot dort sein wollen, wo die Jungen auch sind. Dass es aber nirgendwo alles von Funk gibt, sondern immer nur eine Auswahl, das finde ich irritierend.
In der App gibt es ein bisschen was, auf Youtube auch, hier und da auf Facebook, auf Snapchat und werweißwonoch. Und selbst auf Youtube gibt es die Funk-Inhalte nicht auf der Funk-Seite, sondern alle Inhalte haben eigene Youtube-Seiten. Hinzu kommt, dass die Funk-Inhalte kaum als solche gekennzeichnet sind. Ganz am Ende gibt es meist eine halbe Sekunde ein Funk-Logo zu sehen – als ob man sich ein bisschen für die öffentlich-rechtliche Herkunft schämt.
Dass die Inhalte so verteilt werden, ist legitim, und vermutlich erreichen die Macher damit sogar mehr Leute. Aber dennoch sollte es eine Funk-Plattform geben, auf der man sich zusätzlich auch alle Inhalte ansehen kann.
Soll ja immerhin auch ein paar alte Knacker wie mich geben, die zwar nicht zur Zielgruppe gehören, aber trotzdem schauen wollen, was sich ARD und ZDF so im Funk trauen.

Zum Beispiel “Wishlist”. Jede der 10 Folgen wird donnerstags um 15 Uhr in der Funk-App, auf Youtube (und weißweißnochwo) freigeschaltet. Und “Wishlist”, eine Co-Produktion von radiobremen und dem mdr ist sehenswert. Nicht nur, wegen des recht aufwendigen Styles. Die Serie sieht sehr edel aus. Auch inhaltlich ist’s recht unterhaltsam und spannend.

“Wishlist” ist eine App. Sie ermöglicht es den Nutzern, dass sie sich Wünsche erfüllen lassen. Bedingung: Dafür müssen sie eine Aufgabe erfüllen. So muss Mira (17) zum Beispiel eine Tasche aus dem Lehrerzimmer unter den Tisch einer Lehrerin schmuggeln. Das wiederum hat für die Lehrerin Folgen. So entwickelt sich eine Geschichte, die scheinbar später immer mehr ausartet.
Schön ist die Mischung aus Humor und Spannung. So absurd das alles manchmal wirkt, dann gibt es – bäm – plötzlich doch noch das Thriller-Element.
Ich hoffe nur, dass ich nicht vergesse, nächste Woche wieder… hm… Man sagt ja nicht: einschalten. Oder?
Also hoffe ich, dass ich nicht vergesse, mir Folge 3 downzuloaden.
Uh, wie modern.

RTZapper

Like or Dislike?

Sonntag, den 30. Oktober 2016
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MI 26.10.2016 | 0.50 Uhr (Do.) | ZDF

Die Amerikaner verstehen ihr eigenes Land nicht mehr. Sie fragen sich, was da eigentlich abgeht und fühlen sich von denen “da oben” nicht vertreten. Und jetzt, im Präsidentschaftswahlkampf: Hillary Clinton? Donald Trump? Eigentlich gehen beide gar nicht, finden viele, die so gefragt werden.

Das ZDF schickte aber nicht einen der üblichen Korrespondenten in den USA herum. Sie schicken den Youtube-Star Dner durch das Land. Der 22-jährige Felix von der Laden reiste von Stadt zu Stadt und traf viele Menschen, um sich über die aktuelle politische Lage zu unterhalten. “Like or Dislike?” hieß die erfreulich spannende und gut gemachte Doku. Sie war jugendlich-locker, eine sogenannte Presenter-Doku, aber nicht so aufdringlich auf Hip gemacht, wie man das ja oft vom guten, alten öffentlich-rechtlichen Fernsehen kennt.

Produziert wurde sie auch und für Funk, dem neuen jungen Angebot von ARD und ZDF. Aber selbst für Funk ist diese Doku ungewöhnlich, denn die Sendedauer von 45 Minuten kommt dort relativ selten vor. Aber wer sie in der App aufruft, wird belohnt. Denn Dner kitzelt aus den Leuten viel heraus. Sie ärgern sich über die soziale Schere, die in den USA immer mehr aufgeht. Er reist nach Detroit, an den Ort des Anschlags auf ein Lokal, das von Schwulen und Lesben stark frequentiert wurde. Dort berichten Augenzeugen von ihrer Angst.

Auf Funk kann man die Doku sehen, wann man will. Im Grunde ist die Hauptzielgruppe sowieso dort (wenn die denn Funk kennt). Auch bei zdf info hat die Doku mindestens einen besseren Sendeplatz, nämlich am 3. November um 21 Uhr.
Warum das ZDF aber diese Doku mitten in der Nacht versendet, ist unverständlich und schade. Um 0.50 Uhr schaut kaum ein Jugendlicher zu. Eigentlich schaut um 0.50 Uhr überhaupt kaum noch jemand zu.

Für den Film ein Like. Für den ZDF-Sendeplatz ein Dislike.

RTelenovela

Martini und das Losglück

Sonntag, den 30. Oktober 2016
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Mit dem Martinimarkt in Neuruppin beginnt so langsam der Jahresendcountdown 2016. Endlich wieder eine weiße Schokobanane! Endlich wieder Riesenrad auf dem Schulplatz.

Wer das alles in vollen Zügen genießen will, also Essen und Trinken, aber auch wer die vielen Fahrschäfte nutzen will, der kann ordentlich Geld dalassen auf so einer Kirmes. Die Fahrt auf dem Riesenrad kostet 4 Euro. Das ist okay. Aber selbst wer auf Büchsen werfen will, zahlt gerne mal 3 Euro.

Ein besonders großes Geschäft ist wohl der Lose-Verkauf. Wer zehn Lose möchte, zahlt 5 Euro. Nicht wenig Geld. Wer haben das diesmal gemacht, wobei ich betonen möchte, dass das nicht auf meine Initiative geschah. Am Ende hatten wir 310 Punkte. Das klingt viel. Ist es aber nicht. Immerhin zwei Schlüsselanhänger gab es und einen Flummi. Für 5 Euro ist das jetzt nicht so doll.
Aber Lose sind eben Glückssache, und irgendwer muss ja das Geschäft bei der Sache machen.
Oder das Entenangeln. Für 3 Euro konnten wir zehn Enten angeln, dafür gab es Punkte. Für ein Minion-Plüschtier brauchte man allerdings 1800. Für 3 Euro nicht wirklich zu schaffen. Für 6 Euro eventuell. Aber was kostet so ein Plüschtier eigentlich? So teuer sind die Dinger ja auch nicht. Für uns sprang nur Tinnef raus.
Und die Erkenntnis, dass man’s eventuell sein lassen sollte.

aRTikel

Bürgermeisterwahl in Kremmen: Eine gemeinsame Sprache für die Stadt

Samstag, den 29. Oktober 2016
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(3) -> 26.10.2016

Die Kremmener Bürgermeister-Kandidaten im Check – Teil 4: Klaus-Jürgen Sasse (SPD) will weiter im Amt bleiben

MAZ Oberhavel, 29.10.2016

Kremmen.
Er lässt sich nicht verbiegen, sagt er. „Es gibt noch viele Dinge, die ich gern aufarbeiten würde“, so Klaus-Jürgen Sasse (SPD). Er ist der Amtsinhaber im Kremmener Bürgermeister-Wahlkampf. Seit 1993 leitet er die Geschicke der Stadt, erst als Amtsdirektor, später als Bürgermeister. Fast 24 Jahre lang. Und diese Jahre zählen, sagt er. „Die Entwicklung einer Stadt bleibt ja nicht stehen.“
Lange war unklar, ob er noch mal antritt. Aber seine SPD-Leute haben ihn darum gebeten. „Ursprünglich war ich nicht begeistert.“ Generell fehle es an Nachwuchs in seiner Partei, findet er. Letztlich entschloss er sich, wieder anzutreten, „und jetzt stehe ich 100-prozentig dahinter.“ Leicht hat er es nicht, die Streitigkeiten haben in den vergangenen beiden Jahren – gerade im Stadtparlament – sehr zugenommen.

Die Wohnanlage für Flüchtlinge ist Sasses großes Projekt, aber auch extrem umstritten. „Anfangs war mir nicht bewusst, dass das die Stimmung in Kremmen spaltet.“ Aber er würde das jederzeit wieder tun, ergänzt er gleich. Das Projekt zahle sich für die Kremmener aus, wenn spätestens in drei Jahren die Häuser für den Wohnungsmarkt zur Verfügung stünden – „zu einem Tarif, den man nie wieder erreicht“, so ist er überzeugt.

Klaus-Jürgen Sasse ist 65 Jahre alt, er hat zwei Töchter, ist geschieden und lebt mit neuer Partnerin in Beetz. Er ist gelernter Elektromonteur und Ingenieur für Automatisierungstechnik. Seit 1990 ist er in der Politik, damals wurde er Bürgermeister von Germendorf. Seit 1993 ist er in Kremmen aktiv.

Sein wichtigstes Ziel für die Stadt: „Dass der Haushalt nie ins Minus rutscht.“ Auch wenn sich Kremmen somit nicht so viel leisten kann wie andere Orte: „Man kann nur das umsetzen, was man finanzieren kann.“ Er verweist aber auf das, was schon getan worden ist: Die Sanierung der Altstadt sei weit vorangeschritten. Der Zweckverband stehe auf gesunden Füßen und schreibe schwarze Zahlen. 42 Prozent der städtischen Ausgaben gehen in den sozialen Bereich, also zum Beispiel für die Kitas, Schulen und Vereine. Das solle auch so bleiben.
So sind dann auch seine Wahlziele eher ein laufender Prozess. Er will den Ausbau der Radwege von Sommerfeld nach Hohenbruch sowie nach Ludwigsaue vorantreiben. Innerhalb von vier Jahren könne das machbar sein. Auch das Straßenbauprogramm hat er auf seinem Plan – immer bürgerverträglich, wie er sagt.
Er spricht sich für die Erweiterung der Feuerwache in Kremmen aus. Sie könnte 2018/19 beginnen, wenn die Stadtverordneten zustimmen. Auch für die weitere Förderung des Tourismus will er sich einsetzen. Dazu gehören allerdings keine Windkraftanlagen, wie sie eventuell nahe Sommerfeld und Hohenbruch gebaut werden könnten. Er sei dagegen, „weil sie die Gegend verschandeln“, sagt er.
Die finanzielle Ausstattung der Ortsteile dürfe auch nicht zu kurz kommen. Sie müssten alle gleich behandelt werden.

Klaus-Jürgen Sasse ist jetzt 65. Wenn er gewählt wird, will er höchstwahrscheinlich keine volle Periode, also für acht Jahre, im Amt bleiben. Er sagt, er könne sich vier weitere Jahre vorstellen. „Das wäre optimal.“ Bis dahin müsse in der SPD ein Nachfolger gefunden werden. Klare Worte in Richtung seiner Parteigenossen. Bis dahin wünscht er sich weniger Streit. „Mich ärgert das politische Gegeneinander, wir finden keine gemeinsame Sprache mehr.“ Wobei er aber auch sagt, dass er ja nicht alleine entscheide. „Im Vorfeld diskutieren wir jeweils im Leitungsteam und wägen Entscheidungen ab.“ Das habe sich bewährt.

Zeit für Hobbys bleibt ihm kaum. Er arbeitet weiter an seinem Haus. Wenn er abschalten will, radelt er durchs Luch. Da kommen schon mal 60 Kilometer am Stück zusammen. Am Wahlabend wird er wohl zu Hause in Beetz sein und das Ergebnis abwarten.

*

Zur Person: Klaus-Jürgen Sasse ist geboren am 4. April 1951 in Germendorf. Seit 2010 lebt er in Beetz. Er ist geschieden, hat eine neue Partnerin. Er hat zwei Töchter.

Beruf: Er ist gelernter Elektromonteur und Ingenieur für Automatisierungstechnik.

Politik: 1990 Bürgermeister in Germendorf, seit 1993 Amtsdirektor, später Bürgermeister in Kremmen.

Hauptziele: Ausbau der Radwege, Straßen- und Wohnungsbau, Feuerwache-Erweiterung, Tourismusförderung.

Die Wahl: Am 6. November wählen die Kremmener. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Die Serie: Die MAZ stellte die vier Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Schon erschienen: Sebastian Busse (CDU), Arthur Förster (UWG/LGU), Eckhard Koop (parteilos).

RT liest

Jenny Valentine: Durchs Feuer

Samstag, den 29. Oktober 2016

Iris und ihr Vater. Das ist ein schwieriges Thema, denn sie hat keinen Kontakt zu ihm. Er hat sie und ihre Mutter im Stich gelassen. Zumindest denkt sie das. Doch nun ist ihr Vater todkrank, und Ernest hat nun doch Kontakt aufgenommen. In seinen letzten Tagen will er das Gespräch suchen. Eigentlich hat Iris darauf gar keine Lust, aber sie lässt sich darauf hin.
Ihre Mutter Hannah ist dagegen ganz scharf darauf, denn Ernest ist reich, er hat millionenschwere Gemälde in seinem Besitz. Sie glaubt, dass nun alle ihre finanziellen Probleme gelöst sind.
Doch alles kommt ganz anders: Während Hannah irgendwie nicht zum Zuge kommt, scheint aus Iris und Ernest doch noch ein Team zu werden…

“Durchs Feuer” heißt der Roman von Jenny Valentine über eine ziemlich verkorkste Familie. Sie erzählt nicht nur von Begegnung zwischen Vater und Tochter. In Rückblicken erfährt der Leser auch viel über Iris’ Vergangenheit – und auch, was damals eigentlich wirklich passiert ist.
Leider fesselt die Geschichte erst kurz vor Schluss, wenn sich die Handlung zuspitzt. Zuvor ist das leider lange nicht so interessant, wie es hätte sein können. Der Aufbau der Story ist leider recht müde, es will sich einfach kein wirkliches Interesse am geschehen einstellen. Da wäre sehr viel mehr drin gewesen.

Jenny Valentine: Durchs Feuer
dtv Hanser, 217 Seiten
4/10

RTZapper

Deutschland, deine Künstler: Katrin Sass

Samstag, den 29. Oktober 2016
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DI 25.10.2016 | 22.45 Uhr | rbb

Ich werde immer mal wieder gefragt, ob ich das Fernsehen wirklich so doof finde. Das ist nicht so. Oder noch spezieller: Ob ich die Schauspielerin Katrin Sass nicht mag. Das könnte man wirklich denken, denn ihren 2013er-Auftritt bei Markus Lanz fand ich tatsächlich unter aller Sau. Das bedeutet aber nicht, dass ich die Frau ansonsten nicht mag. Denn Katrin Sass ist unbestritten eine gute Schauspielerin, die in den vergangenen gut 35 Jahren viele tolle Filme gedreht hat. Und zwar nicht nur “Good Bye, Lenin!”, sondern auch schon vor der Wende.

Und auch sonst ist sie sehr viel sympathischer, als sie sich bei Lanz gab. Das konnte man in der Doku “Deutschland, deine Künstler” über sie sehen. Denn sie sagt ja von sich selbst, dass sie in mancher Situation sehr direkt sei, sehr aufbrausend. Und dass es nicht immer nur zu ihrem Vorteil sei, wenn sie das täte.
In solchen Momenten wirkt Katrin Sass sehr ruhig und reflektiert – wirklich angenehm. Vermutlich sind das die Momente, die man später mal entgegen setzen muss, wenn man an sie erinnert und die Lanz-Ausschnitte zeigt, wo sie Dschungelkönig Peer Kusmagk anblökte.

Kürzlich ist Katrin Sass 60 geworden, weshalb im rbb am Dienstagabend auch noch mal die Doku über sie gezeigt worden ist. Glückwunsch und weiter so – also was die Schauspielerei angeht!