Tagesarchiv für 24. September 2016

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Kremmenies: Neue Comics aus dem Scheunenviertel

Samstag, den 24. September 2016
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Conny Nowak hat erst vor einigen Wochen mit dem zeichnen angefangen und großen Spaß daran

MAZ Oberhavel, 24.9.2016

Kremmen.
Es sind kleine Comicfiguren, und sie sind made in Kremmen. Deshalb heißen sie auch Kremmenies. „Ich habe davon schon gut 300 Stück gemalt“, erzählt Conny Nowak. Sie betreibt seit einigen Monaten die Galeriescheune „Einfach schön“ im historischen Scheunenviertel.

Angefangen hat sie mit den Kremmenies erst vor einigen Wochen, sie sind also noch ganz frisch. „Mein Credo ist es ja immer, die Leute, wenn sie in unsere Scheune kommen, erst mal in Ruhe gucken zu lassen“, erzählt die ehemalige Berlinerin. „Aber damit ich sie dann nicht die ganze Zeit anstarre, habe ich angefangen zu malen.“
Zwei Tage, bevor sie mit ihren Kremmenies begonnen hatte, las sie einen Comic. „Da hatten die Figuren ganz spannende Augen.“ Also nahm sich Conny Nowak einen Filzstift und malte los. „Ich habe ja vorher noch nie einen Comic gemalt, aber es floss so aus mir raus“, erzählt sie.

Kremmenies sind kleine Männchen, wobei sie Zeichnerin wert legt auf die Feststellung, dass es sich dabei nicht speziell um Kremmener Menschen handelt. Kremmenies heißen sie, weil sie in Kremmen hergestellt werden. „Aber jeder findet da ja ganz sicher immer jemanden, mit dem er Ähnlichkeit haben könnte“, sagt Conny Nowak.
„Am Anfang wusste ich beim Zeichnen noch nicht, ob da ein Junge oder ein Mädchen entsteht, da habe ich mich inzwischen schon weiter entwickelt.“ Allerdings: „Ich male am liebsten Männer. Die haben Bartwuchs und Stoppeln.“ Da könne sie mehr draus machen, das sei lustiger und spannender. Am Tag könnten schon mal 40 bis 50 solcher Zeichnungen entstehen. Die verkauft sie in der Galerie. Etwa 60 davon sind dort zu sehen. „Die ersten neun, die ich je gemalt habe, habe ich auch gleich am ersten Tag verkauft.“
Hauptmerkmal bei den Kremmenies sind die Augen. „Die male ich auch zuerst, und dann die Ohren.“ Daran könne man die Zeichnungen von ihr immer wieder erkennen, sagt sie.
Beim Erntefest vor zwei Wochen waren die kleinen Figuren erstmals so richtig zu sehen. „Einige Leute dachten allerdings, ich mache Porträtmalerei, das ist aber nicht so“, stellt Conny Nowak klar. Ihre Kremmenies bleiben Comiczeichnungen aus dem Kopf heraus.

Ebenfalls gerade in der „Einfach schön“-Scheune zu sehen sind übrigens Mandalas von Constanze Weis. Die Berlinerin hat gerade ihren Master of Art mit 1,0 bestanden , und die Originale der Abschlussarbeiten sind in Kremmen nun zu haben.

Hits: 70

RT im Kino

Sing Street

Samstag, den 24. September 2016

“Sing Street” gibt es, weil Conor (Ferdia Walsh-Peelo) in ein Mädchen verliebt war und sich endlich traute, es anzusprechen. Und sie zu einem Videodreh einzuladen. Der Dreh einer Band, die es noch gar nicht gab.
Was also war nun für Conor zu tun? Klar, eine Band gründen.
Aber in Dublin in den 80er-Jahren war es nicht einfach, anders zu sein. Aus der Masse rauszustechen. Und Conor wollte anders sein. Mit Freunden aus der Schule machte er nun Musik, gemeinsam mit Eamon (Mark McKenna) schreibt er die Songs. Und als Musiker muss man sich die Haare stylen, sich schminken – dem Direktor (im Kirchengewand) passt das alles gar nicht. Aber Conor lässt sich nicht beirren. Auch nicht von den Problemen zu Hause, wo seine Familie auseinander zu fallen droht. Und die Sache mit der Freundin nimmt er auch in Angriff.

“Sing Street” von Regisseur John Carney ist eine sehr gelungene Mischung aus Jugendfilm, Drama und Musical. Wobei Letzteres nicht heißt, dass da dauernd aus heiterem Himmel Leute anfangen zu singen. Nein, “Sing Street” ist ein Stück weit auch ziemlich cool.
Die Zeitreise in die 80er ist ziemlich perfekt, der Zeitgeist wird ganz gut getroffen. Sei es durch Momente, die im Fernsehen verfolgt werden, aber auch durch die begleitende Musik.
Überhaupt, die Musik: Die Popsongs, die die fiktive Band spielt, gehen ins Ohr. Die Texte sind toll, es sind Songs, die man gern hört und die sich sehr gut in den Film einfügen. Oft sind daraus kleine Clips geschnitten worden, und die anzusehen macht Spaß.
Das gilt für den ganzen Film. Die Darsteller sind sympathisch, an der Geschichte bleibt man als Zuschauer dran.
Bis auf das etwas seltsame Ende eine runde Sache!

Sing Street
Irland 2015, Regie: John Carney
Studiocanal, 106 Minuten, ab 6
8/10

Hits: 35