Tagesarchiv für 23. September 2016

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Moni’s Grill

Freitag, den 23. September 2016
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FR 23.09.2016 | 19.30 Uhr | BR-Fernsehen

Keine Ahnung, was “Moni’s Grill” sein soll. Spielt angeblich in einem Imbiss, es kommen Gäste und es gibt noch Gedöns drum herum.
Eine Mischung aus “Inas Nacht” und “Dittsche”?
Auf jeden Fall: misslungen.

Das BR-Fernsehen zeigt freitags zum Abendprogramm (und im Ersten schon am späten Donnerstagabend) eine neue… tja, was eigentlich?
Dort werden nämlich reale Interviews mit eine fiktionalen Handlung zusammengemischt. Das Problem: Das eine hat mit dem anderen so rein gar nichts zu tun. Wirkt wie zwei Sendungen, als man man zwischen zwei Sendern hin- und herzappt, ohne dass man wirklich zappt.
In Folge 1 am Freitagabend war Hella von Sinnen zu Gast. Monika Gruber führte mit ihr ein nettes, aber letztlich belangloses Gespräch. Mittendrin gab es plötzlich eine Serienhandlung – die ich allerdings irgendwie nicht geschnallt habe. Die Damen vom Grill habe sich über irgendwas gefetzt, und ein pubertierender Junge hatte ein Hausaufgabenproblem, das er letztlich mit der dann plötzlich fiktionalen Hella von Sinnen löste.

Und warum der Grill letztlich irgendwie ein ein relativ schickes Restaurant aussieht, wissen wohl auch nur die Ausstatter und Autoren.
Was also will uns der BR damit sagen? Comedy? Zu unlustig. Talk? Zu wenig Gespräch.
Am besten zwei Sendungen draus machen, und die, ähm, Comedy schnell wieder absetzen. Über den Talk können wir ja noch mal reden.

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RTZapper

Match Factor

Freitag, den 23. September 2016
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DO 22.09.2016 | 20.15 Uhr | ProSieben

ProSieben hat ein echtes Brechmittel im Programm. Man schaut es, kann es nicht fassen, kämpft mit der Übelkeit.
Beim “Match Factor” sucht sich ein Typ mehr als zwei Stunden lang eine Freundin. Der ProSieben-Frauenbasar funktioniert im Grunde wie Tinder im Internet. Mann sieht Frau und wischt die weg, die er hässlich findet.
Das ist am eigenen Handy vielleicht ein netter Zeitvertreib, vielleicht macht das auch ein bisschen Spaß, ist aber eben eher oberflächlich, aber warum man eine Ewigkeit dabei einem Typen zusehen sollte, bleibt unklar.

Benjamin ist Single, und das will er ändern. Deshalb stellt er sich in eine ProSieben-Show, um sich eine Frau auszusuchen. Der erste Eindruck zählt. Sieht doof aus – weg mit ihr. Hat sie ein beklopptes Hobby – pff, die soll gehen. Um zu sehen, was die Tante so hermacht, lassen die Fernsehmacher sie dann vor Benjamin tanzen. Damit er die, die doof tanzt, auch wieder aussortieren kann.
Klar, dass die mit der hässlichen Friseur durchfällt, die mit dem Porno-Zwinker-Blick aber weiterkommt.
Die mit den vielen Hobbys, die so ein bisschen verrückt ist, wie sie sagt,. die fällt auch durch, weil der Benjamin eher so der häusliche Typ (also langweilig) ist.

Und während Benjamin da die Frauen aussiebt, sitzen im Hintergrund seine Schwester und Freunde und lästern. Sagen, dass die mit den hässlichen Schuhen ja gar nicht gehe. Und die Öko-Tante ja auch voll daneben ist. Lästerfernsehen.

Eigentlich konnte einem dieser Benjamin auch ein bisschen leidtun. Als Arschloch da im Fernsehen zu stehen und einer Frau sagen zu müssen, dass sie gerade zwar nett getanzt hat, es ihn aber nicht angesprochen habe, das ist sicherlich ein unschönes Gefühl. Andererseits kann man sich ja immer noch aussuchen, ob man an einer solchen Show teilnimmt oder nicht.

Aber es ist gut zu wissen, dass so manche Rollenbilder nicht tot zu kriegen ist. Wie das vom ach so geilen Stecher, der sich in der Disse die Olle aussucht, der er nun täglich beiwohnen wolle und sie er dann auch lieben wolle. Und so. Und die Frauen stellen sich dem, drapieren noch mal ihre engen Kleider, um in dem einen Moment Eindruck zu schinden und dann zu hoffen, hoffen, hoffen, dass er ja sagt.
Meine Güte. Ist das schlecht.

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RT liest

Michel Bergmann: Alles was war

Freitag, den 23. September 2016
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Deutschland, kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Frankfurt am Main liegt in Trümmern. Die wenigen Juden, die das Grauen überlebt haben, werden immer noch beäugt und scheinbar nicht wirklich wie normale Menschen behandelt.
“Alles was war” erzählt von einem Jungen. Wie er in der Schule klar kommt und zu Hause beim kranken Vater am Bett sitzt. der Vater hat das KZ trotz schwerster Misslungen überlebt. Es erzählt davon, wie aus dem Jungen ein Mann wird und das sich verändernde Land beobachtet.

All das wird offenbar aus Sicht eines alten Mannes erzählt. So suggeriert es zumindest der Klappentext. “Alles was war” berichtet über das jüdische Leben in der Nachkriegszeit. Durchaus interessant, in der Ausführung aber leider sehr spröde.
Das Buch wirkt an manchen Stellen wie eine lose Sammlung von Geschichten. Die Sprache ist seltsam distanziert, nicht wirklich warm. Sehr nüchtern wird in diesem Roman berichtet. Dennoch bekommt man vieles über die bedrückende Stimmungslage in dieser Zeit mit.
Dennoch: Ich bin damit leider nicht wirklich warm geworden.

Michel Bergmann: Alles was war
dtv, 127 Seiten
4/10

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