Tagesarchiv für 22. September 2016

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Verena Günther: Es bringen

Donnerstag, den 22. September 2016

Luis ist ein Bringer. Es bringen – das ist das Ziel des 16-Jährigen. Das bedeutet, die Lage immer im Griff zu haben. Sei es in seiner Clique, in seiner Mannschaft, zu Hause und natürlich bei den Mädels. Da gewinnt er jede der Fickwetten, die er mit seinen Freunden schließt. Das beste aller Mädels ist seine Mutter. Die steht über allen.
Nur manchmal, da ist er gar nicht hart. Zum Beispiel, wenn er allein das Pferd Nutella auf der Weide besucht oder wenn er dann doch mal etwas länger über ein Mädchen nachdenkt.
Dann aber muss Luis feststellen, dass er wohl doch nicht alles im Griff hat. Denn zu Hause muss er eine schockierende Entdeckung machen.
Es bringen – reicht das für’s Leben?

Verena Günther legt mit “Es bringen” ihren ersten Roman vor, und der kann sich schon mal sehen lassen.
In diesem Roman erzählt ausschließlich Luis. Wir lesen, was er denkt, was er fühlt, was er erlebt. Luis’ Sprache ist rau, sie ist direkt. Manchmal heiter-lustig, an anderen Stellen hart.
Sie legt offen, was in dem jungen Mann vor geht. Es geht um das Erwachsenwerden, um Coolness, um die eigenen Ängste und Vorstellungen im Leben, auch um Freundschaft und Liebe.
Das alles zu lesen, ist interessant. Man bleibt dran, die Geschichte liest sich schnell.
Auf dem Buchrücken wird das als härtere Variante von “Tschick” beschrieben. Nun ja, das vielleicht nicht, denn die Geschichten lassen sich nicht vergleichen. Lesenswert ist dieser Roman aber auch.

Verena Günther: Es bringen
KiWi, 251 Seiten
7/10

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Mission Wahnsinn – Für Geld zum Held

Donnerstag, den 22. September 2016
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MO 19.09.2016 | 23.25 Uhr | ProSieben

Wann erreicht man eigentlich den Punkt, an dem man das Gesicht verliert? Wo man sich vor der Öffentlichkeit blamiert? Wenn man mal “nein” sagt? Wenn man sich nicht zum Affen machen will?

ProSieben startete am Montagabend die “Mission Wahnsinn – Für Geld zum Held”. Und ein Held ist man in den Augen der Fernsehleute, wenn man jeden bekloppten Mist mitmacht, um ein bisschen Asche zu gewinnen.
Ingmar Stadelmann verspricht seinen Kandidaten bis zu 5000 Euro, wenn sie willig irgendwelchen Scheiß über sich ergehen lassen.
Wie der junge Mann, der sich zunächst komplett rasieren lassen musste. Überall. Na ja, fast. Den Oberlippenbart hat man ihm gelassen, und was er in der Hose hat, war seltsamerweise kein Thema. Wenn schon, denn schon?
Auch hat sich dieser junge Mann willig die Lippen aufspritzen lassen – auf dass sie für etwa vier Wochen dick blieben. Ist doch lustig, kann man doch mal machen. Oder sich Elektroschocks geben lassen. Alles für 5000, äh, 3000 Euro. Beim Wörtermerken-Spiel hat er nämlich verkackt.

Okay, 3000 Euro ist viel Geld. Andererseits: Ist es so viel, dass man sich dafür zum Deppen machen lässt? Die Lippen aufpumpen lässt? Oder denken die Kandidaten, sie verlieren ihr Gesicht, wenn sie sagen: “Macht doch euren Mist alleine!”? Ganz ehrlich: Ich fänd’s viel cooler, wenn die Leute da auch einfach mal “Nö” sagen.

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