Tagesarchiv für 21. September 2016

aRTikel

Eine neue Heimat in der alten Schule

Mittwoch, den 21. September 2016
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Der ehemalige Pfarrer Harry Sallowski und seine Frau sind ins Dorf zurückgekehrt

MAZ Oberhavel, 21.9.2016

Vehlefanz.
Ein neuer Lebensabschnitt – und irgendwie auch zurück zu den Wurzeln. Fast ein Vierteljahr leben Ingeborg und Harry Sallowski inzwischen in der Alten Schule in Vehlefanz. Aus Marwitz waren sie dorthin gezogen, in den Altbau des sanierten Gebäudes, in dem sich nicht nur eine Arztpraxis und eine Tagespflege, sondern auch das neue altersgerechte Wohnheim befindet.
21 Jahre lang lebte das Paar in Marwitz. Davor aber – von 1967 bis 1995 – im Vehlefanzer Pfarrhaus, direkt neben ihrer jetzigen Wohnstätte. Harry Sallowski ist deshalb im Dorf kein Unbekannter, 28 Jahre lang war er der Pfarrer in Vehlefanz, seine Frau Ingeborg die Katechetin. „Es sind liebe Menschen hier“, sagt der 86-Jährige. „Im Dorf treffen wir immer wieder Bekannte.“ Der Supermarkt gegenüber ist ein zentraler Treffpunkt, da kommen die beiden auch immer noch relativ schnell hin.

In die Alte Schule zogen sie, weil sie im alten Haus in Marwitz kaum noch Treppen steigen konnten. „17 Stufen die schmale Treppe hoch, und man konnte keinen Lift einbauen“, sagt Ingeborg Sallowski. Sie hatten sich schon für das altersgerechte Wohnheim angemeldet, als es noch ein privater Investor bauen wollte. „Später hat sich dann Erika Kaatsch für uns eingesetzt.“ Das Paar schmunzelt. „Man nennt das hier ja auch schon die ,Villa Kaatsch’“, sagt der ehemalige Pfarrer. Immerhin war es die Ortsvorsteherin, die sich stark für das Wohnprojekt in der Vehlefanzer Dorfmitte eingesetzt hatte.

Kennengelernt haben sich die beiden bei einem Praktikum in Mecklenburg. Mehr als 60 Jahre ist das her. Er hatte sie von der jungen Gemeinde ins nächste Dorf mitgenommen. „Es hat gleich auf dem Heimweg gefunkt“, sagt die 83-Jährige. Am 4. August 1956 haben die geheiratet, vor einigen Wochen feierten sie die diamantene Hochzeit. Erst lebten und arbeiteten sie in der Altmark, dann bot sich zum Jahresbeginn 1967 die Stelle in Vehlefanz an. Als evangelische Kirchenleute betrieben sie auch ein Stück Seelsorge. „Oft kamen auch Genossen zu uns, die Gewissensbisse hatten“, erinnert sich die Pfarrersfrau.

Die Bibel und der Glaube sind ihnen sehr wichtig. Ebenso wie der Humor. „Humorvoll zu leben, das ist uns gelungen, man sollte nicht alles so wichtig nehmen“, sagt Harry Sallowski. „Die Arbeit hat uns immer Spaß und Freude bereitet.“
In Vehlefanz wollen sie nun noch einige schöne Jahre verbringen. Alles, was sie brauchen, haben sie um sich. Und dann sind da ja auch noch die Kinder. Sie kommen, wenn sie gebraucht werden.

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RTelenovela

Suche das P!

Mittwoch, den 21. September 2016
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Gerade wollte ich aus dem Auto steigen, nachdem ich in der Oranienburger Mittelstraße einen Parkplatz gefunden habe. Die Fahrbahn ist frisch saniert, und auch die gepflasterten Parkplätze sind neu.
Allerdings: Nicht alle der Flächen sind wohl Parkplätze.
Neben mir tauchte ein Herr auf, der aus der Kneipe nebenan gelaufen kam. Hier könne ich nicht parken, sagte er. Da sei nämlich kein P auf der Fläche. Und ohne P kein Parken.

Ich muss ihm das glauben. Er erzählte, das Ordnungsamt habe schon Knöllchen verteilt. Dazu muss man sagen, dass das P-Zeichen auf den anderen Parkflächen sind gerade auffällig ist. Muss ich als Autofahrer nun Mini-Ps auf der Straße suchen, um Bescheid zu wissen? Wer plant so was? Und warum steht da kein P? Immerhin ist die Fläche groß genug zum Parken, und ich gibt keinen ersichtlichen Grund, dort nicht zu parken.

Nebenan in der Schulstraße gibt auch auch kein P, da muss der ach so schlaue Autofahrer auch selbst erkennen, wo er parken darf und wo nicht (vielen gelingt selbst das nicht).

Keine Ahnung, wer sich so einen P-Nonsens ausdenkt. Ich habe mir vorsichtshalber doch einen anderen Parkplatz gesucht. Da waren weiße Linien drum – und kein P. Auweia.

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RTZapper

InTouch – Stars. Styles. Stories

Mittwoch, den 21. September 2016
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MO 19.09.2016 | 22.15 Uhr | RTL II

Wir wollten ja schon immer mal wissen, was das für Journalisten sind, die Tag für Tag sabbernd und geifernd irgendwelchen Promis hinterher rennen. Und zwar, um zu sehen, was das für merkwürdige Menschen sind. Und ob sie wirklich so unsympathisch sind, wie man beim Durchblättern der furchtbaren Klatschzeitungen denken mag.
Deshalb hat uns RTL II das, nun ja, etwas andere Boulevardmagazin geschenkt: “InTouch – Stars. Styles. Stories.” Am Montagabend lief Folge 1.

Einerseits ist das Magazin nicht mehr als eine überlange Dauerwerbesendung für die “InTouch”. Was steht drin? Was steht warum drin? Oder auch nicht. Was oder wer kommt auf die Titelseite?
Alles ganz doll interessant.
Andererseits stehen da ständig Leute in einer leeren Redaktion rum und blubbern ein bisschen vor sich hin und kommen sich wichtig vor, weil sie über die Promis sprechen dürfen.

Da gibt es dann den Paparazzo, der auf die Modenschau von Guido Maria Kretschmer darf. Er soll rausfinden, wen der Designer mag und wer deshalb in die 1. Reihe am Catwalk darf. Höchst spannend. Da sitzt doch tatsächlich der Regisseur Detlev Buck in der 1. Reihe. Voll interessant und so! Echt Wahnsinn (gähn!). Und dann: der Kracher! DAS große Ding! Kretschmer küsst am Ende nicht nur seinen Ollen, sondern auch den Buck! Den! Buck!!!! Da wird die Redaktion schon ganz zittrig und wittert eine große Story, und der Zuschauer ist an dieser Stelle – wenn er nicht längst umgeschaltet hat – weggenickt.

Dann geht’s es noch mit Tanja Tischewitsch (Wer?) zu einem Schönheitseingriff, weil sie ja nach ihrer Schwangerschaft ein paar Fettpolster hat (ach Gottchen).
Und RTL II darf noch eine strunzdumme Dokusoap mit irgendwelchen reichen Schnepfen promoten, die bereits als Vorprogramm der “InTouch”-Sendung lief. Die Redaktion sah sich die Ausschnitte höflich interessiert an.
Eine Reporterin ließ sich dann noch von Désirée Nick zusammenscheißen – und irgendwie war das dann doch lustig, denn die Nick hat das schon ganz richtig gemacht.

Wer sich bislang nie eine “InTouch” gekauft hat und aus Versehen RTL II eingeschaltet hatte, weiß jetzt wenigstens, dass er nichts verpasst, wenn er die Klatsch-Gazette nicht kauft. Lahme Storys, pseudowichtiges Gelaber, was denn nun angeblich so hot und so wichtig ist. Unfassbar überflüssig.

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RT liest

Volker Wittkamp: Fit im Schritt – Wissenswertes vom Urologen

Mittwoch, den 21. September 2016
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Bücher über alles “da unten” scheinen ja gerade groß in Mode zu sein. “Darm mit Charme” und die Frage, wie wir denn am besten kacken, steht seit Ewigkeiten auf der Bestsellerliste.
Nun kommt “Fit im Schritt”. Der Buchtitel ist schon mal griffig, und hier geht um das, was innen und außen bei uns (Männern) zu finden ist. Der Urologe Volker Wittkamp erzählt, wie der Penis funktioniert – über die richtige Größe, krumme Dinger und schmerzhafte Dauererektionen. Alles über die Hoden, über Tumore, Entzündungen und Wanderhoden. Über das Sperma und was es zu gutem Sperma macht. Über die Prostata und was passiert, wenn sie sich vergrößert.

Das alles ist auf eine leicht verständliche Weise, fast schon plauderhaft dargestellt. Wittkamp hat eine leichte, lockere Sprache, ohne plump zu wirken. Was den Penis oder das Sperma angeht, ist vieles – gerade für die männliche Leserschaft – nicht neu. Aber gerade was die inneren Organe angeht, Krankheiten und Gefahren – da kann jeder noch was lernen.

Volker Wittkamp: Fit im Schritt – Wissenswertes vom Urologen
Piper, 236 Seiten
7/10

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