Tagesarchiv für 6. September 2016

RTZapper

Jeopardy!

Dienstag, den 6. September 2016
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MO 05.09.2016 | 18.40 Uhr | RTLplus

Wer sich in den vergangenen Wochen gefragt, welchen Sinn eigentlich der neue Sender RTLplus erfüllt, der kam bis jetzt zu diesem Ergebnis: keinen.
Ewige Wiederholungen von lahmen Gerichts- und Gerichts- und Gerichtsshows, Dokusoaps und noch ein paar Dokusoaps – für RTLplus hat man noch mal die unterste Schublade geöffnet.

Am frühen Montagabend tauchte aber plötzlich das Licht am Ende des Tunnels auf.
RTLplus bedient nämlich ab jetzt auch die Spielshow-Nostalgie. Aber das erstaunlicherweise nicht mit Shows aus der Mottenkiste, sondern mit neu produzierten Sendungen.
Den Anfang machte “Jeopardy!”. Einst lief die Sendung beim damaligen RTL plus unter dem Namen “Riskant” mit Hans-Jürgen Bäumler. Später präsentierte Frank Elstner das Original “Jeopardy”. Nun steht Joachim Llambi am Moderatorenpult. und das macht angenehm gut.

Erstaunlich ist aber nicht nur, dass dass da neue Folgen kommen. Erstaunlich ist auch, dass es gelungen ist, das kleine Quizshow-Format so behutsam zu bearbeiten, dass daraus kein großes Ding geworden ist. Das mag merkwürdig klingen, aber “Jeopardy!” ist nun mal nur eine kleine, tägliche Gameshow. Vermutlich ist es in diesem Fall sogar ein Vorteil, dass RTLplus dafür nur ein vergleichsweise kleines Budget hat. Deshalb konzentriert man sich auf das, was die Show ausmacht. Eine Ratewand, Fragen und Antworten, drei Kandidaten, ein Moderator. Ohne Schnickschnack. Nur dass permanent leise Fahrstuhlmusik im Hintergrund läuft, stört.
Nostalgiker erkennen die “alte” Show wieder, neue Zuschauer müssten mit dem simplen, aber guten Konzept aber auch Spaß haben.

Warum man das aber täglich in Doppelfolgen bringen muss, ist hingegen ein Rätsel. Im Anschluss laufen noch zwei Folgen vom “Familien Duell”, im Oktober kommen noch das “Glücksrad” und “Ruck Zuck” hinzu.
Es ist spannend, ob RTLplus damit viele Zuschauer bekommt. Immerhin bedient der Sender damit eine Programmsparte, die seit einiger Zeit ein wenig vernachlässigt worden ist. Weg von der Big Show, hin zu kleinen täglichen Gameshow.

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ORA aktuell

Neue Comeniusschule nimmt Betrieb auf

Dienstag, den 6. September 2016

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres hat die neue Comeniusschule in der Jenaer Straße in Oranienburg ihren Betrieb aufgenommen. Etwas mehr als 17 Millionen Euro hat der Neubau im Stadtteil Süd gekostet.

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RT liest

Shahak Shapira: Das wird man ja wohl noch schreiben dürfen! Wie ich der deutscheste Jude der Welt wurde

Dienstag, den 6. September 2016
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“Mensch” von Herbert Grönemeyer. Shapak Shapira sagt, das sei die erste Strafe, die er als Jude in Deutschland erdulden müsse. Es ist Juli 2002, und die Familie ist unterwegs in den Burgenlandkreis, nach Laucha. NPD-Hochburg.
Sharak erlebt nette Menschen, man nimmt ihn und seine Familie auf – aber der alltägliche Rassismus und die Dumpfheit sind immer wieder zu spüren.

Man spricht ja immer nur darüber, wie Menschen Rassismus erleben, wie sie beschimpft, was sie erleben müssen. Shahak Shapira ist Jude, er ist mit seiner Familie aus Israel nach Deutschland gekommen. Er ist blond und entspricht damit so gar nicht dem Klischee eines israelischen Juden. Und damit spielt er. Total selbstbewusst erzählt er über seine Leiden, die er scheinbar weggelacht hat.
Ich bewundere das, und ich bewundere auch, mit welcher Kraft er damit umgeht. Neujahr 2015 ist er in Berlin von Rassisten angegriffen worden, der Fall ging um die Welt – und auch, dass er sagte, er lebe trotzdem gern in Berlin. Haben viele nicht verstanden. Wer sein Buch liest, “Das wird man ja wohl noch schreiben dürfen! Wie ich der deutscheste Jude der Welt wurde”, wird den jungen Mann zumindest näher kennenlernen und merken, wie er tickt.
Wie gesagt, spannend.
Leider ist nicht das ganze Buch spannend, denn Shahak Shapira erzählt auch Alltagsgeschichten, die zwar zu seinem Leben gehören – Kontaktbörse, irgendwelche Kindheitssachen -, aber mit dem eigentlichen Thema wenig zu tun haben. Das sind dann die Kapitel, die man eher überfliegt.
Schade, denn so verliert das Buch seine Dichte und auch ein wenig Relevanz.

Shahak Shapira: Das wird man ja wohl noch schreiben dürfen! Wie ich der deutscheste Jude der Welt wurde
Rowohlt Polaris, 240 Seiten
6/10

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