Monatsarchiv für September 2016

ORA aktuell

Dachstuhlbrand in Oranienburger Luisenstraße

Freitag, den 30. September 2016

Dachstuhlbrand in der Oranienburger Luisenstraße. Etwa 40 Feuerwehrleute mussten am Mittwochvormittag zu dem Feuer ausrücken. Starke Windbören hatten das Feuer noch weiter entfacht.
Vermutlich sind Dacharbeiten die Ursache für die Brand, die Kripo ermittelt.

aRTikel

Eine besonders lange Familientradition

Donnerstag, den 29. September 2016
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Das Autohaus Mühle in Kremmen feiert am Sonnabend das 125. Jubiläum – 1891 begann alles mit einer Stellmacherei

MAZ Oberhavel, 29.9.2016

Kremmen.
125 Jahre. Das ist eine sehr lange Zeit für ein Familienunternehmen. Das Autohaus Andreas Mühle in Kremmen feiert am Sonnabend dieses doch sehr bemerkenswerte Jubiläum.
„Wir feiern im kleineren Kreis“, sagt der Chef des Hauses, Andreas Mühle. „Es kommen Geschäftspartner, Vertreter, größere Kunden und natürlich Freunde und Familie.“ Es könne auch sein, dass spontan Leute vorbeikommen.

Ein Gründungsdokument gibt es zwar nicht mehr, aber eine Glückwunsch-Urkunde zum 50. Betriebsjubiläum. Sie ist auf den 1. Oktober 1941 datiert.
Friedrich Rührmund war es, der 1891 den Grundstein für das langjährige Unternehmen legte. Er eröffnete damals eine kleine, 36 Quadratmeter große Stellmacherei. Die war damals wichtig für die Landwirtschaft, Stellmacher kümmerten sich um die Holzarbeiten an den damaligen Fahrzeugen, meist waren es Kutschen. Er fertigte Schubkarren an, Achsenwagen, auch Fenster und Türen.
Nachdem Sohn Fritz Rührmund die Firma übernahm, verdoppelte er nach dem Zweiten Weltkrieg die Größe der Werkstatt. Allerdings starb er schon früh mit nur Mitte fünfzig. Per Anzeigen wurde nach einem Nachfolger gesucht. Siegfried Mühle kam aus der Oberlausitz nach Kremmen, übernahm den Betrieb – und heiratete auch gleich noch die jüngste Tochter der Rührmunds.
1964 war die Werkstatt schon 300 Quadratmeter groß, der Übergang vom Holz zum Metall bahnte sich an. 1970 wurde Siegfried Mühle Meister des Karosseriebauerhandwerks. Das erwies sich als zukunftsweisende Entscheidung.
1984 stieg Sohn Andreas Mühle in den Betrieb ein, 1988 machte er seinen Meister. Die Werkstatt wuchs weiter. Inzwischen spielte die Unfallinstandsetzung eine immer größere Rolle, eine Lackiererei kam hinzu, auch ein Verkaufspavillon mit Büroräumen.

Sechs Festangestellte und zwei Lehrlinge arbeiten momentan in der Firma. Bald wird sie sich wieder vergrößern, auf einem Nachbargrundstück könnte bald gebaut werden, ein entsprechender Bauantrag ist gestellt. Dort soll eine neue Mechanikabteilung entstehen. Mit Martin Mühle steht schon die fünfte Generation für das Familienunternehmen bereit. Das zu wissen, ist für Andreas Mühle ein guter Gedanke. „Das ist mein Motor, nur für mich hätte ich die Investitionen der vergangenen Jahre nicht getätigt.“ Dem Unternehmen geht es gut, auf dem Hof herrscht geschäftiges Treiben. „Aber wenn es früher der Kampf um Material war, sind es heute die Auftraggeber, um die man mit ständigen Preisverhandlungen kämpft“, sagt Andreas Mühle. Der Privatkunde dürfe dabei nicht in den Hintergrund geraten, aber es würden große Auftraggeber wie Versicherungen benötigt.
Um immer mit der Technik mithalten zu können, gibt es Schulungen. „Die Technik in den Autos wird immer anspruchsvoller“, sagt Andreas Mühle. Auch das Stichwort Elektroautos beschäftigt ihn, denn dort gibt es weniger Teile zu reparieren. „Die haben zum Beispiel keinen Auspuff.”
Dennoch herrscht auf den Firmengelände in der Kremmener Altstadt große Zuversicht, dass noch weitere Jubiläen gefeiert werden.

RTZapper

40 Jahre extra 3

Donnerstag, den 29. September 2016
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MI 28.09.2016 | 22.00 Uhr | NDR fernsehen

Als das NDR fernsehen noch Nord III hieß (oder auch III.Programm der Nordkette). Als es eine Mauer in Deutschland gab und die DDR. Als Helmut Schmidt Bundeskanzler war.
1976 war das. Da startete das Satiremagazin “extra 3″. Jetzt haben wir 2016, vieles ist anders geworden (also, sehr sehr anders) – aber “extra 3″ gibt es immer noch. Nun seit 40 Jahren.

Am Mittwochabend lief im NDR fernsehen die Jubiläumsgala. Die NDR-Leute haben völlig zurecht gefeiert, denn wenn ein Magazin 40 Jahre lang durchgängig auf Sendung geht, dann ist das eine große Leistung.
Ich bin etwas mehr als 20 Jahre dabei. Zu einer Zeit, als “extra 3″ noch etwas dröge von einem Sofa aus und ohne Publikum moderiert worden ist. Später als Jörg Thadeusz moderierte und zum Kult wurde. Und als ich mich total gefreut hatte, als es hieß, Tobias Schlegl übernimmt das Magazin.

Jetzt also: Herzlichen Glückwunsch! Auf dass der reale Irrsinn in Deutschland nie aufhört. Auf dass die Reporter weiter so bissig auf die Politiker zugehen. Auf dass weiterhin satirisch auf Missstände eingegangen wird. Und auf dass es weiterhin nette Songs gibt, über die sich humorfreie Politiker aufregen. Um es kurz zu machen: Weiter so!

RTelenovela

Der Herbst ist da!

Donnerstag, den 29. September 2016
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Ich fahre mit dem Auto auf der Strecke zwischen Amalienfelde und Kremmen. Es ist windig. Laub fällt von den Bäumen und wird aufgewirbelt. An den Bäumen selbst verfärben sich die Blätter.
Da fällt es mir auf: Es ist Herbst.

Es ist, als ob in der Nacht der Schalter betätigt worden ist. Denn wir bewegen uns zwar auf das September-Ende zu, der kalendarische Herbst hat längst begonnen – zu sehen war das aber bisher noch nicht. Kein Wunder, bisher war es immer noch recht warm und sonnig.
An diesem Mittwoch aber, da blieb die Sonne ein paar Stunden weg, und schon war der Jahreszeitenumschwung zu merken.

Und ehrlich gesagt: Wir sind nun auch an dem Punkt, an dem ich mich auf den Winter freue. Auf die dunkle, kuschelige Gemütlichkeit. Auf die Kälte draußen und die Wärme drinnen. Und natürlich auf die Advents- und Weihnachtszeit. Der Countdown läuft.

RTZapper

Zimmer frei! – Der Abschied

Mittwoch, den 28. September 2016
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SO 25.09.2016 | 22.15 Uhr | WDR

20 Jahre. 700 Sendungen. Nun ist die berühmteste WG Deutschlands aufgelöst.
Am Sonntagabend lief im WDR das große “Zimmer frei!”-Finale. Christine Westermann und Götz Alsmann luden sich noch einmal eine Reihe von Promis ein, um Abschied zu feiern, und zum Schluss sind dann sogar Tränen geflossen.
Der WDR hat die Show nicht abgesetzt, sondern die beiden Moderatoren haben schon vor drei Jahren beschlossen, dass sie mit dem 20. Jubiläum aufhören werden.

1996 ist die Show als Sommerpausen-Special ins Programm genommen worden. Damals schien alles ein bisschen planlos. Auch 20 Jahre danach war “Zimmer frei!” immer noch ein Stück Kindergeburtstag – aber eben auch ziemlich betulich geworden.
Christine und Götz empfingen Promis, es wurde geplaudert, dazwischen gab’s sinnfreie heitere Spielchen.

Die Betulichkeit war manchmal anstrengend, aber andererseits: So ein wenig Betulichkeit kann ja manchmal auch beruhigend sein. Das gute Fernsehen von gestern mit lauter alten Hasen, die durchaus staunend oder gelangweilt auch die nächste TV-Generation in ihrem WG-Studio begrüßten.
Es wäre schön, wenn der WDR an Stelle dieser Sendung nicht einfach nur eine neue Quizsendung zeigt (so ist es vorgesehen), sondern sich auch weiterhin interessante Personality-Formate ausdenkt.

RTelenovela

Wann ist privat privat?

Montag, den 26. September 2016
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Der Hennigsdorfer SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Buchholz hat auf seiner Facebook-Seite zum Boykott eines Lokals in Nieder Neuendorf aufgerufen. Dort hatte die AfD nämlich eine Versammlung abgehalten.
Als es darum ging, dass die Presse das öffentlich machte, wollte er wohl zunächst nicht, dass sein Name im Zusammenhang mit diesem Boykottaufruf genannt wird. Weil das ja eine private Äußerung gewesen sei.

Das ist natürlich Unsinn.
Wenn ein in der städtischen Politik nicht ganz unwichtiger Mann auf seiner ach so privaten Facebook-Seite eine politische Äußerung tätigt, dann ist das alles andere als privat. Und überhaupt: Was ist “privat” in diesem Moment?
“Ach, ich veröffentliche da nur hin und wieder etwas”, sagte Buchholz später.
Aber ein Boykottaufruf ist nicht irgendetwas.

Jeder, der in irgendeiner öffentlichen Funktion ist, jeder, der irgendwie durch irgendwas bekannt ist, muss sich immer und überall überlegen, was er kundtut. Da ist auch die eigene total private Facebook-Seite kein Rückzugsort, an den man sich zurückziehen kann. Äußert man dort was, dann äußert man sich. Dann ist es in der Welt. Und entweder steht man dazu oder bittet um Entschuldigung und löscht es.
Inhaltlich kann ich dem Boykottgedanken sogar etwas abgewinnen, aber Udo Buchholz sollte dann auch dazu stehen und den Gegenwind aushalten. Oder eben solche Äußerungen sein lassen.

RTZapper

Das ProSieben-Auswärtsspiel

Montag, den 26. September 2016
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SA 24.09.2016 | 20.15 Uhr | ProSieben

In Sachen Fernseh-Anarchie ist ProSieben ja schon länger ganz weit vorn. In “Schlag den Raab” dauerte es schon mal sechs Stunden, bis jemand gewann, und wenn das Team vom Studio zur anderen Location wechselte, dann dauerte das eben, und die Kameras liefen weiter. Mit dem “ProSieben-Auswärtsspiel” hat man das am Sonnabend auf die Spitze getrieben.

Die Idee: Leute konnten sich darum bewerben, die Show zu sich nach Hause zu holen, und noch zu Beginn der Live-Show weiß keiner, wo das ganze denn nun stattfindet. Dann kommt das Team, und im Haus, im Garten, in der Wohngegend und auf dem Sportplatz ein paar hundert Meter weiter gehen dann die Spiele über die Bühne.
Der Aufwand ist immens, und wenn es schon nicht immer spannend war – irgendwie war es doch immer interessant.

Das erste “ProSieben-Auswärtsspiel” fand irgendwo in Hessen statt, allerdings hätte man sich offenbar die Geheimnistuerei um den Spielort sparen können. Schon als Elton und Palina dort ankamen, standen dort Dutzende Menschen Spalier. Aber vermutlich würde das alles auch funktionieren, wenn im Ort schon bekannt ist, dass alles dort stattfindet.
Andererseits: Zu beobachten, wie eine Show erst live entsteht, sieht man nicht alle Tage. In den ersten Minuten wurde Technik im Garten aufgebaut, später Scheinwerfer auf der Wohngebietsstraße postiert, zig Spiele aufgebaut, lange Kameraseile gezogen und und und.
Die Spiele waren aufwändig, und manchmal drohte Elton alles zu entgleiten, weil wieder irgendjemand nicht zugehört und die Regeln nicht verstanden hat. Aber diese Anarchie, diese Ungewissheit, was kommt und ob alles funktioniert, machte diese Show aus.
Und vor allem: Da wurde mal was Neues ausprobiert, und es war kein durchgestyltes, fertiges Produkt. Heutzutage muss man allein dies schon würdigen.
Dass die Kritiken so mies ausfielen, ist da kaum nachzuvollziehen. Die Sendung hat Potenzial, und an einigen Stellschrauben kann man noch drehen. Zum Beispiel wäre es eventuell sinnvoller, eine ganze Nachbarschaft antreten zu lassen – denn dann haben von dem Show-Trubel finanziell mehr Leute was davon, wenn sie gewinnen.

Dass hierzulande der Sozialneid immer schlimmer wird, ist da ein ärgerlicher Nebenaspekt. Im Internet tobten sich viele Leute aus, die meinten, der Kandidat hätte doch keine 100.000 Euro nötig, weil er ja so ein tolles Haus hat, und überhaupt. Ich wusste gar nicht, dass solche Leute (die sicherlich einen knackigen Kredit abzahlen) nicht mehr an solchen Sendungen teilnehmen dürfen. Dieses Nichtgönnen ist unangenehm.