Tagesarchiv für 10. August 2016

RTZapper

Sportschau – Olympia Rio 2016: Schwimmen, 100 Meter Brust, Frauen

Mittwoch, den 10. August 2016
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MO 08.08.2016 | 3.05 Uhr (Di.) | Das Erste

Das gibt es bei olympischen Spielen auch nicht so oft: dass gehofft wird, dass jemand nicht gewinnt. In der Nacht zum Dienstag übertrug Das Erste live aus Rio den Wettkampf im 100-Meter-Brustschwimmen der Damen. Und fast alle hofften darauf, dass die Russin Julia Jefimowa keine Goldmedaille gewinnen würde.
Es war der Moment in Rio, in der die Debatte um das Doping im Sport den Höhepunkt erreichte. Jefimowa war des Dopings überführt, und das mehrmals, und das wohl auch noch mal in diesem Jahr. Fast wäre das komplette russische Olympiateam in Rio ausgeschlossen worden, aber das IOC konnte sich dazu nicht durchringen. Jefimowa hat sich die Teilnahme zudem gerichtlich erstritten.

Die Fernsehreporter der ARD wurden nicht müde, das Dopingthema zu besprechen – und das natürlich zurecht. Es spielten sich denkwürdige Szenen ab. Die anderen Sportlerinnen wandten sich ab, als sie auf den Startblöcken standen, zuvor ist die 24-jährige Russin schon ausgebuht worden.
Sie verglich ihre Dopingstrafe mit einem Ticket für zu schnelles Fahren. Und moserte, dass sie ungerecht behandelt werde. Sich wirklich stellen wollte sie sich aber nicht. Kein Wort über die Vorwürfe gegenüber den Medien.

Das Rennen war also mehr als ein sportlicher Wettstreit. Da ging es um mehr, und es war bislang der spannendste Augenblicke bei Olympia 2016. Und der Jubel war groß, als die Russin nur Silber gewann. Lilly King (USA) war die schnellste im Wasser, und es war ein Sieg für den Sport.
Ob bei den Leichtathleten ähnliche Zeichen für einen sauberen Sport gesetzt werden? Gut jedenfalls, dass die Fernsehreporter Olympia nicht immer nur im Sonnenlicht darstellen.

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RT im Kino

Zeit für Legenden

Mittwoch, den 10. August 2016
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1936, Olympia in Berlin. In der deutschen Hauptstadt ist das neue Olympiastadion der Ort für den Sport – und für die Nazipropaganda. Dass die USA überhaupt mit einem Team an den Spielen teilnimmt, sorgt für Proteste. Aber sie bringen einen echten Helden hervor, und passend zum 80. Jahrestag und den gerade laufenden olympischen Sommerspielen in Rio, ist dieser Film in die Kinos gekommen: “Zeit für Helden”, die Geschichte von Jesse Owens in Berlin.

1934 beginnt der Leichtathlet Jesse Owens (Stephan James) in Ohio das Training. Sein Ziel: Olympia. Aber er muss sich durchbeißen, und das nicht nur sportlich. Schwarze haben in den USA einen schweren Stand, die Diskriminierung ist alltäglich. Als er aber erste Wettbewerbe gewinnt, steigt auch sein Ansehen.
Kurz vor der Eröffnungsfeier in Berlin, will die schwarze Community auf ihn Einfluss nehmen: Sie bittet ihn, nicht nach Berlin zu reisen, nicht den Nazis eine Bühne zu geben, stattdessen ein Zeichen zu setzen.
Owens reist dennoch nach Berlin. Er will es allen zeigen, und jeder Nazi weniger auf dem Siegertreppchen, sei ein gutes Zeichen.

Der deutsche Titel “Zeit für Legenden” ist leider etwas schmalzig geraten, im Original heißt der Film von Stephen Hopkins schlicht “Race”. Interessant ist er aber natürlich trotzdem. Er zeigt, wie Jesse Owens sich mit allen damaligen Widrigkeiten auseinandersetzen musste. Schließlich hätten die Deutschen gern andere – nicht schwarze – Sieger Gold gewinnen sehen. Er gibt aber auch einen kleinen Einblick, wie die Deutschen ihre Spiele für ihre Propaganda missbrauchten.
Als die Nazis erreichen, dass das US-Team die beiden Juden aus der Staffellauf-Liste streicht, muss sich aus Owens entscheiden, wie er damit umgeht.
“Zeit für Legenden” ist ein solides, sehenswertes Porträt und Drama. Einige Rollen sind auch mit deutschen Schauspielern besetzt. Joseph Goebbels wird von Barnaby Metschurat gespielt, der deutscher Rennläufer Carl Long von David Kross.

Zeit für Legenden
D / Kanada / Frankreich 2015, Regie: Stephen Hopkins
Universum, 118 Minuten, ab 0
7/10

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RTZapper

Olympia live: Feueralarm

Mittwoch, den 10. August 2016
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SO 07.08.2016 | 1.40 Uhr (Mo.) | ZDF

Und plötzlich war Schluss mit Olympia, live aus Rio. Katrin Müller-Hohenstein verabschiedete sich in der Nacht zum Montag im ZDF ganz schnell, weil es im Pressezentrum einen Feueralarm gegeben hatte.
Wer kurz danach das ZDF eingeschaltet hat – oder von einem der Livestreams wieder aufs Fernsehsignal geleitet worden ist -, wunderte sich: Dort lief plötzlich statt Live-Sport eine Folge der britischen Krimiserie “Inspector Barnaby”.

Seltsam. Ist man beim ZDF in Mainz etwa nicht in der Lage, adäquat auf Krisensituationen zu reagieren? Immerhin liefen einige der Olympia-Livestreams im Internet weiter, teilweise auch kommentiert. Konnte man von Mainz aus darauf nicht zugreifen? Oder hatte man absolut keine Olympia-Beiträge vorzuliegen?
Im Mainzer Sendezentrum startete man stattdessen einen 90 Minuten langen Krimi – vermutlich, um einfach irgendwas zu senden. Klar, bei einem Feueralarm weiß man nie, was draus wird, ob es ernst ist und wie lange die Krisensituation dauert. Aber hätte man beim ZDF dann knallhart 90 Minuten lang den Krimi gesendet?

Nach guten zehn Minuten musste der Inspector seinen Fall wieder zu den Akten legen. Katrin Müller-Hohenstein meldete sich wieder live aus Rio. War nur ein Fehlalarm.
Dass das ZDF in Rio sein Team schützt, ist richtig und wichtig. Dass aber im Mainz im Notfall kein Backup da ist, das ist eher peinlich.

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RTelenovela

Rügen 2016 (10): Binzer Gebimmel

Mittwoch, den 10. August 2016
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(9) -> 9.8.2016

Kirchenglocken rufen zum Gottesdienst. Sie sagen die zeit an, wenn sie zum Beispiel immer um 18 Uhr bimmeln. In schlimmen Zeiten läuten sie eventuell im Katastrophenfall, früher gab es das Sturmläuten bei Bränden.

Neulich in Binz. Es ist etwa 19.15 Uhr, und in der Kirche des Ostseebades läuten die Glocken. Nein, eigentlich bimmeln sie eher ein wenig unmotiviert vor sich hin. Es ist weder ein kraftvolles Läuten, es ist aber auch nicht aus Ausläuten, wenn die Glocken zum Schluss noch hin- und herschwingen. Nein, es klingt wie ein lustloses, nicht enden wollendes Gebimmel.
Vermutlich ist diese Geläute reine Reklame, denn ich hatte gelesen, dass an diesem Abend um halb acht ein Konzert in der Kirche stattfinden würde. Aber muss man dafür wirklich ewig rumbimmeln?

Keine Ahnung, wie lange es bimmelte, aber inzwischen saßen wir in einem Lokal schräg gegenüber der Kirche, und plötzlich bimmelte es schon wieder. Oder eben immer noch. Ich hatte nicht darauf geachtet, aber inzwischen war es nach 20 Uhr.
Oh Gott, Herr Pfarrer, man kann es ja auch übertreiben!

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