Tagesarchiv für 8. August 2016

RTZapper

Ankes Tanke

Montag, den 8. August 2016
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FR 05.08.2016 | 12.40 Uhr | Ostseewelle

Die Ostseewelle bietet die Extraportion Spaß am Mittag. Die muss ich leider verpasst haben, stattdessen gab es am Freitagmittag “Ankes Tanke”. Das ist, so sagt man bei der Ostseewelle “die lustigste Tankstelle unseres Landes”. Wenn es aber um schrecklich aufgesetzte Heiterkeit und bekloppte untergemischte Lacher geht, dann kann man nur hoffen, dass es in Mecklenburg-Vorpommern Tankstellen gibt, an denen es doch noch ein bisschen lustiger zugeht.
Und an hessischen Tankstellen übrigens auch, denn “Ankes Tanke” ist auch Hessens lustigste Tankstelle – bei FFH. Oh je.

“Ankes Tanke” ist nichts weiter als eine Ansammlung von Zoten. Kunde macht lauen Gag, Tankstellentante Anke macht noch laueren nächsten Witz. Und damit der Privatradiohörer weiß, dass das verdammt noch mal total witzig ist, gibt es die eingespielten Lacher. Schlimm.
Die Spaßreihe erinnert dabei sehr stark an “Frühstück bei Stefanie” von NDR2. Dort ging es um die alltäglichen und irrwitzigen Themen in einem Bistro, viele Jahre lang, aber inzwischen eingestellt. Mit dem Unterschied, dass “Frühstück bei Stefanie” um Längen geistreicher und witziger war als “Ankes Tanke”. Das eine war feiner Humor, das andere sind Haudrauf-Gags, die unerträglich sind.

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RT liest

Thomas Brussig: Das gibts in keinem Russenfilm

Montag, den 8. August 2016

Mauerfall? 1989? Und 1990 die Wiedervereinigung?
Neinneinneinnein…
Die DDR soll es nicht mehr geben? Das ist doch Quatsch! Natürlich gibt es die DDR noch, warum denn auch nicht?
Also, zumindest in der Biografie von Thomas Brussig.
Also, ähm, Biografie… na ja. So richtig… ähm, also…

Thomas Brussig erzählt die Geschichte von Thomas Brussig. Darüber, wie er als Kind Altstoffe gesammelt hat. Wie er zur Armee musste und gelitten hat. Wie er aber immer schon, nun ja, aufmüpfig war. Artikel geschrieben hat, erste Geschichten, einen ersten Roman. 1991 erscheint dann der erste Roman in der DDR. Er wird bekannt, auch wenn seine Bücher eher unter dem Ladentisch gehandelt werden. Später soll er Botschafter für eine gemeinsame Olympiabewerbung von West- und Ost-Berlin werden. Vor allem aber in Westdeutschland wird er zum Helden. Und die DDR öffnet sich erst nach und nach – wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell.

Ich gebe zu: Ich bin da in eine Falle getappt. Denn ich habe zwar den Klappentext des Buches gelesen, aber offenbar gar nicht kapiert, und welchen wichtigen Punkt es geht. Denn als ich las und las und las, stutzte ich: Wo bleibt denn die Wende? Warum wird 1991 immer noch von der DDR gesprochen?
Aber ganz klar: Thomas Brussig hat nicht wirklich eine Biografie geschrieben, sondern einen Roman. Darüber, was hätte passieren können, wenn es 1989 schlicht keine Wende gegeben hätte. Wie die DDR in den 90ern weitergewurschtelt hätte.
Das entpuppt sich als durchaus spannendes, interessantes Szenario, dem Brussig auch viele heitere Anekdoten hinzufügen konnte. Es tauchen viele bekannte Persönlichkeiten auf – so wird Brussig auch mal zum DDR-Staatschef Egon Krenz zitiert, Gregor Gysi arbeitet als dessen Anwalt und will später auch Staatschef werden -, aber in Rollen, in denen sie so nie agierten.
“Das gibts in keinem Russenfilm” heißt der Roman von Thomas Brussig. Diese Aussage stimmt definitiv.

Thomas Brussig: Das gibts in keinem Russenfilm
S.Fischer, 383 Seiten
8/10

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RTZapper

Das Sommerhaus der Stars – Kampf der Promipaare: Das große Finale

Montag, den 8. August 2016
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MI 03.08.2016 | 20.15 Uhr | RTL

Der wohl überflüssigste Titelgewinn dieses Sommers: Xenia von Sachsen und ihr Partner Rajab Hassan sind das “Promipaar des Jahres”. Das ist insofern überraschend, dass ich nicht mal wusste, dass Xenia von Sachsen eine Prominente ist. Ja, ich möchte sogar sagen, dass ich von einer Xania von Sachsen bislang noch nie gehört habe.
Aber den Begriff “Star” nimmt man bei RTL ja sowieso nicht so ernst. Aber irgendwie musste “Das Sommerhaus der Stars” ja voll werden.

Was haben wir in den vergangenen Wochen gelernt? Dass angeblich die Jacke von René Weller stinkt. Und dass dessen Frau es für eine Unverschämtheit hält, dass man denkt, dass die Jacke ihres Mannes müffele. Und dass das ein Grund ist, sich ewig zu zoffen. Aber genau darum ging es ja auch: unterhaltsamer Zoff. Was anderes wollte man vom Ex-Boxer (plus Gattin), vom Currywurstmann (plus Gattin), Fußballtypen (plus Gattin), vom ehemaligen Erfolgssänger (plus Gattin) und den anderen, ähm, Promis auch nicht haben. Den Zoff haben sie geliefert.

Und dennoch: Das Finale am Mittwochabend stimmte versöhnlich. Denn die mir vorher unbekannte Xenia von Sachsen hat den Müll gewonnen. Etwas mehr als 50.000 Euro konnte sie sich mit ihrem Partner erspielen, plus Gage von wohl 30.000 Euro. Das sei eine unfassbare Zahl, wisperte sie zwischendurch zu ihrem Partner. Sie scheint das Geld zu brauchen, und irgendwie schien sie auch fast die Normalste in der Truppe gewesen zu sein (ohne dass ich weiß, wofür sie eigentlich prominent ist). Aber wer als “Promi” 50.000 Euro für unfassbar hält, der hat sich die Kohle dann wohl wirklich verdient.

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RTelenovela

Rügen 2016 (8): Baaber Spurensuche

Montag, den 8. August 2016
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(7) -> 6.8.2016

Meine Rügen-Geschichte begann in Baabe. Schon als Kind war ich jedes Jahr ein- bis zweimal dort. 1988 das letzte Mal, 1989 bekamen wir keinen Ferienplatz in Baabe und wichen nach Sagard aus.
1997 zog es mich mit Freunden für einen Tagesausflug nach Baabe. Und erst 1998 verbrachte ich den nächsten Sommerurlaub dort, auch wieder mit Freunden. Wir wohnten auf dem Zeltplatz, bis 2002 fuhren wir jedes Jahr hin – bis er geschlossen worden ist. 2003 zogen wir nach Göhren um. Inzwischen entstand auf dem ehemaligen Baaber Zeltplatz eine große Ferienhaussiedlung, in der wir 2007 dann auch einmal Urlaub machten.

2016. Von Binz aus machten wir einen Abstecher nach Baabe. Und natürlich machten wir einen Spaziergang über den ehemaligen Zeltplatz. Vor 15 Jahren, also 2001 lernte sich das mich begleitende befreundete Paar dort kennen und heirateten kürzlich.
Nun begaben wir uns auf Spurensuche. Würden wir die Stätten unseres Zeltplatz-Daseins wiedererkennen?

Die schmale Straße, die durch das Areal führt, wurde scheinbar nicht verändert. Immer noch dieselben Kurven, dieselben bergigen Stellen. Da links, da stand doch das Empfangs- und Anmeldehäuschen! Daneben die Schranke, die immer am Mittag gesperrt war, um die Mittagsschläfer nicht zu stören.
Wir liefen weiter. Eines der ehemaligen Toilettenhäuser steht noch. Ob es verschlossen ist, haben wir nicht getestet – aber eigentlich wird es ja nicht mehr gebraucht, die Ferienhäuser haben ja alle Toiletten (hoffentlich).

1998 und 1999 wohnten wir auf einem bestimmten Hügel, direkt neben dem Waschhaus. 2000 wohnten wir weiter vorne auf dem Gelände, 2001 und 2002 auf einer Stelle kurz vor der Wendeschleife.
Der Hügel aber – der scheint nicht mehr da zu sein. Und das, obwohl man scheinbar am Gelände selbst gar nicht so viel verändert hat. Aber vielleicht kam uns das auch nur so vor, für die vielen Häuser ist definitiv einiges begradigt worden.
So konnten wir nur noch vermuten, wo wir mal gewohnt haben. Aber Erinnerungen kamen auf – an Zeiten, in denen das Gelände belebter war, es herrschte viel Fröhlichkeit, eben Urlaubsstimmung. Durch die Dünenwege gelangten wir zum Strand. Aber auch das alles lässt sich heute nur noch erahnen.

In Göhren übrigens hat sich auf dem Zeltplatz nur wenig verändert. Dort wohnten wir 2003 und 2006 direkt zwischen dem Waschhaus (das inzwischen ein Neubau ist) und dem Kino. Die Stelle ist auch heute noch sehr leicht zu finden.
Heutzutage zelten allerdings – nee, die Zeiten sind vorbei…

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