Monatsarchiv für Juli 2016

ORA aktuell

Party am Oranienburger Schlosshafen aufgelöst

Mittwoch, den 27. Juli 2016

Die Polizei musste am Sonntag eine Party in der Straße Am Schlosshafen in Oranienburg auflösen. Vorher war die Polizei ebreits zweimal vor Ort, ohne dass die Party danach leiser wurde – im Gegenteil, die Musik wurde danach noch lauter.
15 Polizeibeamte sind zum Einsatz gekommen, um die Feier aufzulösen und Platzverweise zu erteilen. Der Wohnungsinhaber (30) und der Veranstalter (25) wurden in Gewahrsam genommen.

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RTelenovela

Die ziemlich spontane Nordbrandenburg-Tour

Dienstag, den 26. Juli 2016
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Es war einer dieser Ausflugstage, der ganz anders verläuft, als man sich das vorher überlegt hat. Der Plan war ganz simpel: Rheinsberg. Spazieren. Schlosspark, Altstadt, was essen.
Doch das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Losgefahren sind wir in Oranienburg bei sonnigen 31 Grad. In Lindow waren es nur nur 22 Grad, es war windig, Regen kündigte sich an.
Planänderung.

Um das miese Wetter abwarten – es begann tatsächlich heftig zu regnen – kehrten wir beim Italiener am Lindower Marktplatz ein.
Am Tisch nebenan vertrieb sich eine Familie die Zeit, die offenbar auch den Regen abwartete. Sie machten das mit einer ungewöhnlichen Methode. Sie spielten Karten. Ohne Karten zu haben. Sie machten die entsprechenden Handbewegungen, sagten irgendeine Zahl, und das alles hatte offenbar auch irgendwas zu bedeuten. Was, haben wir nicht rausbekommen.

In Rheinsberg begaben wir uns auf die Suche nach dem ominösen Schlosskater, über den schon so oft berichtet worden ist. Er soll sich auf dem Schlossparkgelände rumtreiben und die Touris erfreuen. Aber das Vieh hat sich nicht blicken lassen.
Danach hatten wir die Auswahl: Neuruppin oder Stechlin. Meine Begleiterinnen stimmten für Neuruppin.
Auf der Fahrt dorthin aber ein weiterer spontaner Zwischenstopp: Boltenmühle.

Boltenmühle ist ein wahnsinnig schönes Fleckchen Erde mitten in der Ruppiner Schweiz. Eine schmale Straße führt in das Tal, in dem sich ein Restaurant und ein kleiner Park, direkt am Tornowsee befinden.
Wer dort entlang spaziert, erlebt: die völlige Ruhe, die pure Entspannung und keinen Handyempfang. Was allerdings vermutlich zu den beiden erstgenannten Punkten führt.
Am Seeufer stehen Strandkörbe, in die man sich setzen kann. Man möchte gar nicht mehr aufstehen, sondern einfach nur über den kleinen Teich davor und auf den See dahinter blicken…

Weiter nach Neuruppin, zum Ruppiner See und zur Seepromenade. Dort kann man nicht nur langschlendern, sondern auch die Leute beobachten. Die sitzen auf den Steinen zusammen, unterhalten sich oder starren einfach nur auf ihre Smartphone, um da etwas Spannendes zu lesen oder anzusehen.

Letzte Station: das Scheunenviertel in Kremmen. Inzwischen war es nach 20 Uhr, und an einem Montagabend ist dort natürlich fast nichts mehr los. Schade ist vor allem, dass die geschlossenen Scheunen oft nicht mal den Eindruck machen, dass sie bewirtschaftet werden. So sieht das Theater “Tiefste Provinz”, das ja eine echte Kulturstätte ist, eher nach nichts aus, wenn die Tore dicht sind. Ein Schild würde da vielleicht weiterhelfen, so unsere nichteinheimische Begleiterin.

So endete unsere Nordbrandenburg-Tour nach mehr als sechs Stunden. Wir erreichten wieder Oranienburg und stellten fest, dass von Regen dort den ganzen Tag keine Rede war.

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RTelenovela

Vom Parallel-Smartphone-Starring

Montag, den 25. Juli 2016
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Eine Kreuzung am Hohenzollerndamm in Berlin. Ein Mann und eine Frau laufen bei Grün über die Straße. Sie sind wohl ein Paar, aber sie reden nicht. Beide haben ihr Smartphone in der Hand, beiden schauen rauf, scrollen mit dem Daumen über ihre Displays.
Ich musste kurz lachen, weil das so absurd aussah. Aber im nächsten Moment dachte ich: Das ist die Zukunft, und wir sind schon mitten drin. Ich meine mal einen Film gesehen zu sehen, in dem die Leute, während sie gehen, ständig auf ihren kleinen Computer starren. Und nun ist es so weit.

Wir sind immer Online. Immer und überall. Ständig können wir uns informieren. Wobei sich die Information wohl eher darauf beschränkt, was auf Facebook los ist, auf Twitter, auf Instagram, Snapchat und Whatsapp.
Aber wenn man eine Szene sieht wie die auf dem Hohenzollerndamm, da ragt man sich doch schon: ist das sinnvoll? Müssen wir immer Online sein? Ertragen wir es nicht mehr, mal nicht zu wissen, was die anderen gerade schreiben?
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Das wird immer schwieriger. Offline zu sein – da muss man sich immer öfter schon regelrecht zu zwingen.

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RT im Kino

Frühstück bei Monsieur Henri

Montag, den 25. Juli 2016

Das passt. Also, eigentlich.
Monsieur Henri (Claude Brasseur) ist alt und kann nicht mehr alleine leben. Findet jedenfalls sein Sohn (Guillaume De Tonquedec) und gibt eine Anzeige auf.
Die entdeckt die junge Studentin Constance (Noémie Schmidt). Die möchte nämlich weg von den Eltern und der kleinen Stadt – nach Paris. Sie möchte allen beweisen, dass sie was drauf hat – was ihr bisher nicht gelungen ist.
Henri und Constance bilden eine WG, und schnell ist klar: Beide müssen sich gegenseitig erziehen und beraten. Und da gibt es so einiges. Bei beiden.

Eines muss man den Franzosen lassen: Diese Art der Feel-Good-Movies haben sie echt drauf. Auf eine heitere und lockere Weise erzählt Ivan Calbérac eine generationenübergreifende Geschichte. Davon, gegen seitig Rücksicht zu üben und Respekt zu haben. Von gegenseitiger Hilfe, von Kompromissen.
Das hat dramatische, traurige Momente, aber im Großen und Ganzen ist das alles heiter, ohne besonders oberflächlich zu sein.
Natürlich lebt dieser Film vom Altmeister Claude Brasseur, der wunderbar spielt und zu Noémie Schmidt einen ordentlichen Gegenpart bildet.

Frühstück bei Monsieur Henri
Frankreich 2015, Regie: Ivan Calbérac
Neue Visionen, 95 Minuten, ab 0
8/10

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RTZapper

Rundschau extra: Pressekonferenz zur Schießerei in München

Sonntag, den 24. Juli 2016
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FR 22.07.2016 | 2.20 Uhr (Sa.) | BR-Fernsehen

Mitten in der Nacht, um 2.20 Uhr, unterbricht das BR-Fernsehen nochmals den Spielfilm für eine aktuelle Nachrichtensendung. Fast sechs Stunden lang hat BR zuvor ununterbrochen über die Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum in München berichtet, das Dritte schaltete sich gute vier Stunden lang zum Ersten dazu, wo umfassend berichtet worden ist.

Um 2.20 Uhr also noch mal. In München berichtete die Polizei in einer Pressekonferenz, welche Erkenntnisse sie gewonnen hat. Wie viele Tote (neun), wie viele Täter (einer, und der hat sich umgebracht) und wie das Ganze abgelaufen ist.
Die Polizei hat in München einen sehr, sehr guten Job gemacht. Mit unendlicher Geduld hat Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins in mehreren improvisierten Pressekonferenzen jede noch so doofe Frage von Journalisten beantwortet. Er hat ruhig und gelassen übermittelt, welche Fakten vorlagen. Er hat Gerüchte zurückgewiesen, versucht einzuordnen, Gelassenheit in einer schwierigen Lage ausgestrahlt.
Über Twitter informierte die Polizei München vorbildlich, sie informierte die Leute, bat sie, keine Tatortfotos zu posten und rief auf, ruhig zu bleiben. In der Krise behielt die Polizei einen kühlen Kopf. Vorbildlich!

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RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (35): Von Handy zu Handy

Sonntag, den 24. Juli 2016
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(34) -> 20.5.2016

Eigentlich habe ich nichts gegen die neuen Smartphones. Allerdings mag ich Beständigkeit. Heißt: Ich hasse Veränderungen, aber vor allem graut es mich davor, Daten zu verlieren oder zu übertragen. Finde ich lästig.
Warum gibt es eigentlich keine Geräte, die 100 Jahre halten – bei denen man dann immer nur die neue Software raufspielen muss. Dann müsste ich mir nicht immer wieder ein neues Handy zulegen.
Jetzt musste es sein. Der Akku war durch, viele Funktionen waren im Eimer, auch weil ich selbst durch “aus Versehen löschen” wichtige Funktionen deaktiviert habe. Neue Apps konnte ich mir nicht runterladen, der Speicher war voll – alles war doof.

Daten übertragen? Alle Adressen, Nummern? Das war natürlich meine wichtigste Sorge. “Überhaupt kein Problem”, sagte der Mann im Handyshop, ich müsse das nur so und so machen. Also machte ich das so und so.
Ergebnis: Von mehr als 100 Kontakten kamen auf dem Handy genau zwei an.
Zwei. Toll.

Glücklicherweise, und hier mal wirklich: Glücklicherweise war mein Vertrauen in die Technik klein. Schon von den letzten Handywechseln hatte ich noch eine handschriftliche Liste mit allen Kontakten, die hatte ich sogar diesmal vorher noch vervollständigt.
Also setzte ich mich hin und gab den ganzen Kram manuell ein.
Dann noch die wichtigsten Apps, und nach nur wenigen Stunden konnte es loslegen.
Jetzt bin ich zufrieden, aber es war wieder mal ein langer Weg.

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RT im Kino

Money Monster

Sonntag, den 24. Juli 2016

Plötzlich taucht da ein Typ aus den Kulissen heraus auf. Er hat eine Waffe und wohl auch eine Bombe. Und plötzlich nimmt die Live-Fernsehsendung eine sehr brisante Wendung.
Lee Gates (George Clooney) ist das Money Monster. So heißt seine Wirtschaftssendung, in der er bestimmte Aktien empfiehlt. Auf ihn hören die Menschen.
Doch nun gab es den Finanz-Gau. Die Ibis-Aktie ist abgestützt, angeblich wegen eines Glitsches, einem Computerfehler.
Dieser Typ, der da nun plötzlich im TV-Studio steht, ist Paketbote. Kyle (Jack O’Connell) hat zehntausende Dollar verloren, für ihn eine Katastrophe. Und Lee Gates, der Fernsehstar, soll nun dafür büßen.
Doch die Crew im Hintergrund, allen voran Regisseurin Patty Finn (Julia Roberts), arbeiten auf Hochtouren, um Antworten von der Firma Ibis zu kommen.

In ihrem Film “Money Monster” beschäftigt sich Regisseurin Jodie Foster mit der irren und wirren Welt der Finanzwirtschaft. Mit der Skrupellosigkeit der Wirtschaftsleute und der Arglosigkeit der Medienleute.
Wenn Paketbote Kyle im Studio auftaucht und den Moderator in Bedrängnis bringt, dann zeigt das auch, in welchen fremden Welten die Medienmenschen oftmals leben, und vom richtigen Leben da draußen bekommen sie wenig mit.
Die Geschichte erscheint durchaus realistisch, aber irgendwie ist sie dann doch auch ein Märchen. Denn die Story um Lee und Kyle nimmt noch mehrere Wendungen, und ob sie im wahren Leben so möglich wären – wer weiß.
Aber, und darauf kommt es an: “Money Monster” fesselt. Zu beobachten, wie Lee und sein Team um Lösungen ringen, das ist sehr, sehr spannend und sorgt für Emotionen.

Money Monster
USA 2016, Regie: Jodie Foster
Sony, 99 Minuten, ab 12
8/10

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