Monatsarchiv für Juli 2016

ORA aktuell

Betreiberin des Oranienburger Wochenmarktes hört auf

Samstag, den 30. Juli 2016
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Priska Krüger wirft hin. Sie betreibt nur noch bis Ende August den Oranienburger Wochenmarkt auf dem Schlossplatz. Die Umsätze seien zu niedrig. Sie wirft der Stadt mangelnde Unterstützung und den Oranienburger Kaufunlust und Feilscherei vor.
Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) will am Wochenmarkt festhalten. Er wünscht sich einen Betreiber mit mehr Engagement, sagte er.

RTZapper

Trailer: Zee.One

Freitag, den 29. Juli 2016
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DO 28.07.2016 | 20.15 Uhr | Zee.One

Bollywood. Das steht für ganz große Gefühle, für Filme, in denen getanzt, gesungen, gelacht und gelitten wird. Dafür war aber der Sendestart des neuen Senders Zee.One am Donnerstagabend geradezu spektakulär langweilig.
Um 20.15 Uhr ging der neue deutschsprachige Spartensender Zee.One an den Start. Ein Sender-Trailer, und das war’s. Dann begann der Spielfilm “Chennai Express”.

Dass da was ganz Neues (zumindest in Deutschland) an den Start ging, ist kaum aufgefallen, denn Trailer liefen bereits tagelang.
Es heißt, der Senderstart sei groß gefeiert worden. Deshalb ist es schade, dass man davon nichts mitbekommen hat. Zumal es Zee.One schwer haben wird. Was dort überhaupt läuft, findet man nur raus, wenn man im Internet stöbert. Programminformationen gibt es ansonsten (noch) kaum. Aber vielleicht geben sich ja ein paar Zuschauer damit zufrieden, einem Mann und eine Frau dabei zuzusehen, wie sie tanzen und total glücklich sind, während im Hintergrund ein Typ eine vermutlich schleimige indische Ballade ist. Ist also wurscht, was läuft – Hauptsache Bollywood.

RTelenovela

Reeperbahn, du alte Gangsterbraut!

Freitag, den 29. Juli 2016
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Die Reeperbahn in Hamburgs Mitte ist nicht irgendeine Straße. Die ist so speziell, dass dort extra Schilder aufgehangen wurden, auf denen darauf hingewiesen wird, dass Schusswaffen verboten seien. Montags bis sonntags.
Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer.

Es sind große Gegensätze, die da aufeinanderprallen. Arm und reich. Feiervolk und Obdachlose. Schnapsleichen und Drogenjunkies. Nutten und ahnungslos Passanten.
Wer abends über die einst von Udo Lindenberg besungene geile Meile schlendert, wird nicht nur von den älteren Herren vor den Sexclubs angesprochen, ob man nicht reinkommen wolle.

Als erstaunlich und unangenehm aggressiv treten auch die Prostituierten auf der Reeperbahn auf. Sie scheinen ein bestimmtes Areal zu besetzen – zwischen Burger King und der Davidswache. Wer das weiß, wechselt die Straßenseite. Wer das nicht weiß, tappt in die Falle.
Gerade als einzelner männlicher Passant ist man Mode. Da kommt eine der jungen Frauen auf einen zu. Den Finger gleich die Brust, den Weg versperrt. Was man denn jetzt vorhabe, und ob man nicht mitkommen wolle. Flucht ist schwierig, denn sie steht im Weg. Dazu gibt sie den anderen Mädels ein unauffälliges Zeichen, dazu zu kommen.
Man muss schon energisch sagen, dass man nicht wolle.
Man geht weiter, es kommt eine zweite Frau.
Man geht weiter, es kommt eine dritte.
Man geht weiter, es kommt die vierte Nutte.
Das ist dann der Punkt, wo man leicht aggressiv wird. Die Damen tun ganz freundlich, sie säuseln rum – aber diese Freundlichkeit ist bei näherer Betrachtung hochgradig aggressiv auf aufdringlich.
Selbst wer aus einem Imbiss kommt und nicht mal in ihre Richtung geht, wird aufgelauert, denen rennen sie hinterher.
Das ist dann wohl die Gangsterbraut, von der Lindenberg singt.
Und: Offensichtliche Ausländer quatschen sie nicht an. Schwarze werden nicht behelligt. Angst? Vorurteil? Unwille? Warum?

Wer dagegen in die Seitenstraßen läuft, dem fallen eventuell Typen auf, die da rumlaufen. Es könnten Türken sein, Araber, auch einige Schwarze. Auch sie wispern was, quatschen einen an. Vermutlich geht es auch um Sex, aber viele von denen verticken auch Drogen. Wenn sie Pech haben, kassiert die Polizei sie jungen Männer ein – Leibesvisitation auf offener Straße. Wirkt abschreckend, und soll es sicherlich auch.

Entlang der Reeperbahn liegen mittenmang und an den Schaufenstern die Obdachlosen. Drogen werden in der Öffentlichkeit konsumiert, es stört offenbar keinen wirklich.
Beim KFC-Imbiss wollen sie einen Penner loswerden, der vor dem Schaufenster liegt – und wohl kaum ansprechbar ist. Der Krankenwagen kommt, die Polizei auch. Der Mann will da nicht weg, er weigert sich. Krankenwagen und Polizei rücken wieder ab. Zwei andere Obdachlose, die das beobachten, beschimpfen die Beamten. Man könne doch den Mann da nicht liegen lassen, er habe eine Alkoholvergiftung. Kann aber nicht so schlimm gewesen sein, denn als die Aufregung vorbei ist, steht auch der Mann plötzlich auf und verschwindet.

Die Große Freiheit ist dagegen die wirkliche Partymeile. Überall aus den Clubs dringt laute Musik, selbst noch nach 3 Uhr. Es ist das ganz junge Feiervolk, das sich dort amüsiert
Aber wann schläft die Reeperbahn? Am Vormittag, am Mittag, am frühen Nachmittag. Die meisten Sexclubs haben zwar trotzdem geöffnet, man wird auch da von den Türstehern angequatscht, aber es ist wenig los. Viele Imbisse öffnen erst am Nachmittag, schließen dafür erst um 6 Uhr morgens. Auf der Großen Freiheit stehen die Liefer-Lkw. Der Beatles-Platz am Ende der Straße an der Reeperbahn wird gesäubert – inklusive der Musiker-Statuen.
So von wegen schmutzige Meile. Das ist sie nicht überall. Rauh aber ganz sicher.

RT liest

Rowan Coleman: Zwanzig Zeilen Liebe

Freitag, den 29. Juli 2016

Letzte Worte.
Viele Menschen haben vor ihrem Tod nicht mehr die Chance, loszuwerden, was sie noch sagen möchten. Eine Beichte abzulegen. Oder ein Liebesgeständnis. Und einen letzten Rat.
Stella gibt diesen Menschen so eine Chance. Sie schreibt auf, was ihr ihre Patienten diktieren.
Stella arbeitet in einem Hospiz, und sie schreibt Abschiedsbriefe im Auftrag ihrer Patienten. Wenn diese gestorben sind, dann macht sie sich auf den Weg, den Brief zuzustellen.

“Zwanzig Zeilen Liebe” erzählt aber nicht nur von diesen Briefen. Wir lernen auch eine schwerkranke junge Frau kennen, die ihr Leben nicht aufgeben will. Hugh, der einen der Briefe bekommt – von seiner Mutter, von der er glaubte, sie habe sich umgebracht, als er zehn war.
Rowan Coleman hat keinen herausragenden Roman geschrieben, er ist weder besonders aufregend oder beeindruckend. Dennoch handelt es sich bei ihrem Roman um eine Ansammlung von Geschichten, die interessant sind, die Spaß machen oder auch traurig sind. Immer abwechselnd, wie in Fernsehserien, werden die einzelnen Storys kapitelweise abwechselnd weitererzählt. Dazwischen bekommen wir einen Einblick in die vielen Briefe, die Stelle schreibt.
Im Original heißt der Roman übrigens “We are all made of Stars” – insofern ist der pilcherige deutsche Titel ziemlich verunglückt, zumal von 20 Zeilen nirgendwo die Rede ist. Schade.

Rowan Coleman: Zwanzig Zeilen Liebe
Piper, 412 Seiten
7/10

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Heiße Ecke

Freitag, den 29. Juli 2016
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DI 26.07.2016 | Hamburg, Schmidt’s Tivoli

Es sind nur neun Darsteller, aber trotzdem kommt es einem vor wie ein großes Gewimmel. Wie St. Pauli, wie auf der Reeperbahn. Diese neun Leute spielen nämlich 50 Rollen innerhalb von zwei Stunden. Und das machen die richtig toll!

Mehr als 3500-mal ist die “Heiße Ecke” bereits in “Schmidt’s Tivoli” an der Hamburger Reeperbahn aufgeführt worden, und Ermüdungserscheinungen sind absolut nicht zu erkennen. Denn, um das gleich vorweg zu nehmen: Das Musical ist sehr, sehr sehenswert. Es ist kurzweilig, es sind einige großartige Gags und Charaktere dabei. Längst nicht so groß und aufwendig wie die ganz modernen Musicals, aber was die Unterhaltung angeht, können die Schmidts da ganz locker mithalten.

Die “Heiße Ecke” ist ein Imbiss auf der Reeperbahn, der rund um die Uhr geöffnet hat. Dort prallen die verschiedensten Welten und Menschen aufeinander. Ein älteres Ehepaar, sie ein bisschen verbiestert, er unterdrückt. Touris aus Bayern. Der schüchterne junge Mann und seine herrische Mama. Die junge Frau, die vom Freund verlassen wird. Der Spielsüchtige. Der Typ von der Tanzbar. Und viele andere. Und natürlich die Leute vom Imbiss.
Es sind viele kleine Geschichten, die sich da abspielen. Dramen, Komödien, kleine Krimis.

Es heißt, es handele sich um Hamburgs bestes Musical. Ich kenne sie natürlich nicht alle. Aber diese St.-Pauli-Sause unter der Regie von Corny Littmann macht wirklich Spaß. Das liegt auch an den guten Darstellern und Sängern. Allen voran Franziska Kuropka, die eine der Imbissfrauen spielt – und immer scheinbar mit monotoner Stimmlage das Geschehen kommentiert. Aber dabei herrlich bissig und ironisch ist. Zum Ensemble gehörten in der Show am Dienstag auch Benjamin Zobrys und Volker von Liliencron, die wie alle anderen auch, sehr viele Rollen zu spielen hatten – und vor allem immer wieder von einer in die andere und wieder zur einen schlüpfen mussten.
Hinter den Kulissen ist das sicherlich ein spannendes Gewusel.

ORA aktuell

800 Jahre Oranienburg: Bildband und DVD veröffentlicht

Freitag, den 29. Juli 2016
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“Oranienburg 800 – Die Fotos zum Jubiläum” heißt der Bildband, der gerade erschienen ist. Er zeigt die schönsten Impressionen der 800-Jahr-Feier in Oranienburg im Juni. Der Fotograf Andreas Herz war an den Festtagen unterwegs. Das Buch kostet 50 Euro und ist auf 800 Exemplare limitiert.
Auch ein 40 Minuten langer Film vom Festumzug ist nun auf DVD zu haben – für 3 Euro.
Beides wird in der Touristinfo auf dem Schlossplatz verkauft.

ORA aktuell

Nach Anschlägen: Mehr Sicherheit für Oranienburger Open Air

Donnerstag, den 28. Juli 2016

Nach den Anschlägen in Würzburg und Ansbach sowie dem Amoklauf in München will die Stadt Oranienburg für mehr Sicherheit bei Open-Air-Veranstaltungen sorgen. Am Freitag findet ein Konzert mit Heinz-Rudolf Kunze, am Sonnabend mit Faun statt.
Gewünscht sei eine höhere Polizeipräsenz, so Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke in der Märkischen Allgemeinen. Auch soll mit den Veranstaltern über Sicherheitskonzepte gesprochen werden.