Tagesarchiv für 12. Juni 2016

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Hubert Kah in Oranienburg

Sonntag, den 12. Juni 2016
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SA 11.06.2016 | Oranienburg, Schlossplatz

Mein Gott. Manchmal steht man da, schaut nach vorn auf die Bühne, hört die Klänge, die von dort kommen, und ist irgendwie traurig.
Bei der ansonsten wunderbaren und stimmungsvollen 800-Jahr-Feier in Oranienburg gab es am Sonnabend diesen Augenblick: als Hubert Kah auf die Bühne kam.

Von 1982 bis 1984 hatte Hubert Kah vier nennenswerte Hits, die noch heute in unseren Ohren (gut) klingen: “Rosemarie”, natürlich den “Sternenhimmel”, “Engel 07” und “Einmal nur mit Erika … (dieser Welt entflieh’n)”. Er gehörte zu den Stars der Neuen Deutschen Welle, tauchte natürlich auf jedem NDW-Sampler auf. Als Produzent hatte er in den 80ern und frühen 90ern einige weitere Hits.
Dann wurde es ruhiger um ihn, bis er 2014 beim “Promi Big Brother” auftauchte und da schon mal ohne Schlüpper rumlief.
Schon da waren die Leute, nun ja, überrascht, was aus Hubert Kah geworden ist.

Sein Auftritt in Oranienburg ist zwar nicht denkwürdig, aber schon bemerkenswert. Der Mann ist 55, das sollte man sich vor Augen führen, er wirkt jedoch sehr viel älter. Von seiner 80er-Jahre-Stimme ist wenig übrig geblieben. Seinen ersten Song “Sternenhimmel” sang er sitzend auf der Schlossplatzbühne. So richtig zu erkennen war das Lied aber eh nicht, weil Hubert Kah die Töne kaum noch hinbekommt. In den höheren Lagen wird es arg schief und krumm, und deshalb lässt er die hohen Töne oft weg und verändert die Melodie.
Mag sein, dass Hubert Kah nach der Promisause bei Sat.1 noch mal einen Sprung nach oben gemacht hat. Mag sein, dass er im Rahmen eines NDW-Abends mit anderen Stars wie Geier Sturzflug und Fräulein Menke noch mitgeschleift wird.
Aber er sollte sich das sich und seinem Publikum ersparen. Die Blicke vieler Leute in Oranienburg sprachen Bände, wenn die Stimme mal wieder wegbrach, und sich das Ganze ziemlich uijuijui anhörte.
Wem bringt so eine Show etwas, wenn mehr Mitleid als Spaß damit erzeugt?
Eine Frau raunte ihrem Partner zu: “Man sollte aufhören, wenn es nicht mehr geht.”
Wie wahr.

Hits: 64

RTelenovela

Das Zapper-Buch – Making of (1): Die Textauswahl

Sonntag, den 12. Juni 2016
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Es ist also da, und nun habe ich es auch in gedruckter Form: ein erstes echtes Buch!
Seit 20 Jahren gibt es meine Medienkolumne “RT Zapper”, und da wurde es zeit, daraus mal ein Buch zu machen.
Das aber ist gar nicht so einfach, wenn auch aus anderen Gründen, wie zum Beispiel bei Romanen.

Einen Roman muss man erst mal schreiben. Hier aber hatte ich bis Ende Februar 2016 insgesamt 3730 Texte. Nicht alle sind gut, manche eher mau, einige lapidar. Viele aber so, dass sie in eine solche Sammlung rein mussten.
Ich musste also auswählen, welche Texte für so ein Buch in Frage kommen. Hieß: Ich musste alle 3730 Texte ansehen, lesen und überlegen: ja oder nein.
Ich habe nicht gezählt, wie viele Texte nach der ersten Durchsicht übrig geblieben sind. Vielleicht um die 500. Aber das waren immer noch viel zu viel. Also musste ich noch mal aussieben. Und noch mal. Am Ende blieben 235 Texte übrig.

Ich habe mich für die chronologische Abfolge entschieden. Sie ist leichter nachzuvollziehen, als wenn ich Themenblöcke erstellt hätte, was auch noch aufwendiger gewesen wäre. Außerdem sind die Texte auch mit Daten versehen, die Chronologie zu verfolgen, ist so noch leichter. Einziger Nachteil ist, dass mir natürlich bewusst ist, dass die frühen Texte noch die Qualität haben wie die späteren. Es gab auch noch nicht viele wie heute – so dass die Jahre 1996 bis 2006 sehr, sehr viel kürzer sind als die zweite Dekade.

Unter den 235 Texten sind 20 Jahresrückblicke. Die wollte ich auch in das Buch packen. Unklar war nur, ob sie in der Chronologie auftauchen sollen. Das Problem ist, dass einige der dort genannten Fakten auch in den Kolumnen vorkommen, die es teilweise auch ins Buch geschafft haben.
Ich entschied mich also, die Jahresrückblicke zu verwenden, aber als Anhang. Die 20 Kapitel von 1996 bis 2015 gibt es ganz am Ende.
Damit war es aber nicht getan. Wie es weiter ging, erzähle ich demnächst.

Hits: 17

RT liest

Robert Tiesler: RT Zapper – 20 Jahre Medienwahnsinn. 1996 bis 2016

Sonntag, den 12. Juni 2016
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Wie war das eigentlich, als Sat.1 die Show “Schreinemakers live” abbrach? Warum hat die ARD einen “Tatort” vom Sonntag-Termin verbannt? Für welche Skandale hat Johannes B. Kerner gesorgt? Warum die “Tagesthemen” mal 165 Minuten später begannen als geplant. Wie Fernsehmacher versuchten, die Zuschauer abzuzocken. Warum die “Bambi”-Verleihung so furchtbar ist.
Aufreger, Skandale, die denkwürdigsten, irrsinnigsten und seltsamsten TV-Ereignisse der vergangenen 20 Jahre!

Ja, genau, 20 Jahre gibt es die Kolumne nun schon. Gestartet 1996 in der selbstgebauten und nur in der Familie verbreiteten “Medien News”, ab 1997 in der Märkischen Allgemeinen und seit 2006 hier im Blog.
Aus 3730 Texten sind nun 235 in diesem Best-of-Buch zusammengefasst.
Es sind nicht immer nur lustige Texte, es sind auch Erinnerungen daran, wie das Fernsehen mit Unglücken und Katastrophen umgegangen ist. Es geht um ärgerliche Fehlentwicklungen, die die Glotze und ihre Macher eingeschlagen haben.
Der Eurovision Song Contest, der Bambi, Castingshows, Sexwerbung, wunderliche Fernsehsender – und alles, was in den vergangenen 20 Jahren aufgefallen ist.

Eine Bewertung gibt es hier natürlich nicht, die überlasse ich anderen. Bin aber natürlich gespannt.
Wer Tippfehler im Buch findet, darf sie anstreichen und behalten.

Robert Tiesler: RT Zapper – 20 Jahre Medienwahnsinn. 1996 bis 2016
Books on Demand, 296 Seiten
1000/10

Hits: 31