Tagesarchiv für 20. Mai 2016

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (34): Fernsehen, aber anders

Freitag, den 20. Mai 2016
Tags: , ,

(33) -> 5.5.2016

Es läuft wieder einmal nüscht Vernünftiges im Fernsehen – vor allem am Tage, da ist es ganz schlimm!
Nein, die Ausrede zieht nicht mehr. Mit der heutigen Technik ist viel mehr möglich, als man sich vor 20 Jahren noch zu träumen wagte. Man muss seinen Fernseher einfach nur mit dem Internet verbinden. Und das habe ich nun endlich machen können.

Plötzlich stehen einem sämtliche Mediatheken der Sender zur Verfügung, die diesen Service anbieten. Und plötzlich schaut man zwar immer noch fern – aber nicht mehr so, wie man das gewöhnt ist oder war.

Zum Beispiel am Donnerstagabend: Auf die Fernsehausstrahlung des “NeoMagazin Royale” bei zdf_neo wollte ich nicht warten, also zapfte ich die ZDF-Mediathek an und schaute sie bereits bereits gegen halb neun. Danach sah ich die 3sat-Doku über tyrannische Kunden, die im Fernsehen um 20.15 Uhr lief. Bei mir begann sie gegen 21.15 Uhr. Und wenn man mal raus muss, drückt man halt auf Pause. Danach wollte ich mir die heutige Folge von “Bares für Rares” (ZDF) ansehen.
Weiter ging es mit der Comedyserie “Mann/Frau”, die im Ersten aber schon begonnen hatte. Also wieder in die Mediathek – und dort von Anfang an. Gleichzeitig lief im NDR die Talkshow “Caren Miosga interviewt…”. Bei mir begann sie dann halt um 0.20 Uhr. Und weil ich immer noch nicht müde war – gesundheitsbedingt schlafe ich grad am Tag sehr viel – durfte es dann noch der sehr gute Bremer “Tatort” vom Pfingstmontag sein.

Ich habe also sehr viele Fernsehprogramme konsumiert, war aber nicht mehr darauf angewiesen, auf sie zu warten. Und das ist toll, und das ist sicherlich die Zukunft.
Lineares Fernsehen gibt es weiter und vor allem Live-Events bringen uns alle weiterhin zusammen. Aber Filme und Dokus oder was sonst noch spannend ist – das kann man gucken, wann man möchte.
Ich habe weiterhin eine Fernsehzeitschrift, aber sie dient nun auch dazu, was denn vorhin, heute Nachmittag, gestern oder vorgestern lief – um es dann über die Mediathek nachzuholen.

Hits: 38

RTZapper

Nur Porno im Kopf

Freitag, den 20. Mai 2016
Tags: , ,

MI 18.05.2016 | 22.15 Uhr | zdf.kultur

Wenn das mal kein denkwürdiges Interview ist: Der britische Journalist Martin Daubney führt im Auto fahrend ein Gespräch mit einem jungen Mann über seine Sex- und Pornosucht. Plötzlich stoppt der Mann den Wagen, er sagt, er müsse mal aufs Klo. Der Interviewer bleibt im Auto und wartet. Als der junge Mann wieder ins Auto kommt, gibt er zu: Er musste sich auf dem Klo schnell mal einen runterholen. Und jetzt fühle er sich schlecht, weil es ja nur die Sucht sei. Nur darüber zu reden, habe ihm schon gereicht. Der Druck war da. In Spitzenzeiten macht er das 26-mal am Tag. Ja. sechsundzwanzigmal.

“Nur Porno im Kopf” hieß eine Doku, die am Mittwochabend bei zdf.kultur lief. Und bei dieser Szene wusste man als Zuschauer gar nicht, ob man lachen oder weinen soll. Der erstaunliche Seelenstriptease war am Ende dann aber doch traurig, denn auch wenn Sex etwas Tolles ist – für den jungen Mann ist der Sex, den er so so so oft hat, die Hölle.
Sich aber in so einer Sendung so dermaßen zu entblättern – das ist dann schon pikant. Während des Interviews rauszurennen, um zu… Ein Fake?

Der Hintergrund der Doku war aber so oder so interessant. Denn das Internet macht es möglich, dass sich alle Menschen so viele und so oft Pornos reinziehen können, wie sie wollen.
Früher, als es das Netz noch nicht gab, war das anders: Da musste die “Bravo” mit der Dr. Sommer-Seite herhalten oder irgendwelche Katalogseiten oder Heftchen, die man irgendwoher hatte. Mit 18 schlicht man sich in eine Videothek.
Heute können sich schon 12-Jährige alles im Netz ansehen – also, in jedem Alter. Und die meisten machen das sicherlich auch.
Aber ist das schädlich? Sicherlich führt es dazu, dass viele junge Leute eventuell ein falsches Bild vom Sex und seinen Umständen bekommen.
Es heißt, es sei zu einfach, auf solche Seiten zu gelangen – selbst auf Gewaltpornos. Aber andererseits: Man muss sie auch finden wollen. Man muss sie auch sehen wollen.
Einfach nur Seiten zu sperren, nützt da wohl wenig. Drüber sprechen, vielleicht schon mehr.

Hits: 45