Tagesarchiv für 18. Mai 2016

RT liest

Katharina Peters: Bernsteinmord

Mittwoch, den 18. Mai 2016
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(3) -> 1.7.2015

Die Ermittler in Bergen auf Rügen haben es diesmal mit einem besonders perfiden Mord zu tun. Tatort ist diesmal das Ufer am Schmachter See in Binz. Ein Touristenpaar entdeckt in einem Sumpf die Leiche einer Frau. Dabei handelt es sich um eine Physiotherapeutin aus Stralsund.
Jan Riechter und Romy Beccare müssen ihren Urlaub abbrechen und nach Rügen zurückkehren, um die Ermittlungen so schnell wie möglich aufnehmen zu können.
Was hat der junge Mann mit dem Fall zu tun, der Binz von einem Auto angefahren und dann von den Insassen bedroht worden ist?
Was der Suizid eines Jungen im Jahre 1991 an der Steilküste damit zu tun?
Ist die Russenmafia in dem Fall involviert oder handelt es sich um homophobe Gewalttäter? Denn die junge Frau war lesbisch, heißt es.
Das Puzzle setzt sich erst nach und nach zusammen.

Und das zu verfolgen, ist sehr spannend. Bei “Bernsteinmord”, dem vierten Beccare-Fall auf Rügen, handelt es sich um den bislang stärksten Teil der Romanreihe.
Katharina Peters schafft es recht gut, den Lokalkolorit von der Insel in den Krimi zu integrieren, und das so, dass es niemals piefig wirkt. Zumal sich der Fall als echter Knaller erweist.
Die Autoren schreibt sehr flüssig, die Szenen laufen wie ein innerer Film vor einem ab. Sie legt falsche Fährten, sorgt durch kleine Cliffhanger für Spannung. Liest man gern und fix!

Katharina Peters: Bernsteinmord
aufbau taschenbuch, 319 Seiten
9/10

Hits: 67

RTZapper

Die Pierre M. Krause Show – SWR3latenight

Mittwoch, den 18. Mai 2016
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DI 17.05.2016 | 23.30 Uhr | SWR-Fernsehen

Eines muss man Pierre M. Krause ja lassen: Er hat einen langen Atem. Seit 2005 moderiert er im SWR-Fernsehen seine eigene Late-Night-Show, ohne dass es besonders aufgefallen wäre – oder ohne dass jemand in der ARD mal gesagt hat, Krause könne seine Show ja mal im Ersten präsentieren.

Seit Harald Schmidt abgetreten ist, gibt es zwar keine tägliche Late Night mehr in Deutschland, aber doch immerhin mehrere wöchentliche. Und dazu gehört “Die Pierre M. Krause Show” im Dritten des SWR. Bald wird die 500. Sendung ausgestrahlt, und Krause hält wacker durch. Dienstagabends um halb zwölf im SWR ist seine Einschaltquote nicht so doll, auch die Wiederholungen zu besseren Sendezeiten auf einsfestival und einsplus bringen kaum Zuschauer.
Das ist schade, ist aber wohl auch ein Problem des ARD-Systems.

Krause wird bald 40, kann also kaum noch zum TV-Nachwuchs gezählt werden. Die Show läuft mehr als zehn Jahre vor sich hin, und doch hat man im Ersten keinen Sendeplatz frei, geschweige denn die Möglichkeit, öfter als einmal pro Woche auf Sendung zu gehen.
Wobei Krause auch ein wenig der Late-Night-Biss fehlt. Der Stand-up am Anfang bietet Schmunzler, aber nicht mehr. Die Einspieler mit Reisen durchs Sendegebiet sind niedlich, aber kaum lustig. Ein bisschen piefig, aber das scheint Absicht zu sein, weil man im SWR-Dritten ja genauso piefig ist. Wirklich abgedrehte Aktionen, von denen Late-Night-Shows leben, sind selten.
Vielleicht ist es diese Nettigkeit, die den Sprung ins Bedeutungsvolle bislang nicht möglich gemacht hat.
Andererseits: Böhmermann hat Biss, ist selten nett, hat bei zdf_neo auch ein wenig mehr Zuschauer – aber so richtig doll läuft’s da ja auch nicht mit den Quoten.
Das Genre hat es leider schwer in Deutschland. Wahre Vertreter dafür zu finden, ist aber noch schwieriger.

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RTelenovela

Überraschungsevent (2): Im Jüdischen Museum

Mittwoch, den 18. Mai 2016
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(1) -> 29.4.2016

Der Startschuss fiel im April: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, im Juni bin ich wieder dran.

Diesmal ging es nach Berlin-Kreuzberg – ins Jüdische Museum.
Eine tolle Idee. Berlin hat so viele Museen, aber ich gehe einfach nie hin. Dabei gibt es wirklich interessante Museen – wie ein das Jüdische.
Wer waren dort für eine Führung über den jüdischen Alltag und jüdische Gebräuche angemeldet.
Wer ins Haus will, muss erst mal durch einen Metalldetektor – wie im Flughafen. Schade, dass für so ein Museum immer noch höhere Sicherheitsvorgaben herrschen müssen als anderswo.

Um es vorweg zu nehmen: Der Nachmittag brachte viel Neues. Vieles, das ich zwar schon mal gehört habe, aber worüber ich nichts Genaueres wusste.
Das Jüdische Museum ist schon rein architektonisch spannend. Wobei ich zugeben muss, dass der Neubau von außen nicht besonders hübsch ist, erst wenn man das Modell von oben sieht, merkt man den besonderen Schnitt in Zick-zack-Bauweise, den Daniel Libeskind erschaffen hat.
Es scheint, das alles in diesem Gebäude eine Bedeutung hat. Jede Ecke, jeder Winkel – nichts ist dem Zufall überlassen worden.

Während der Führung erfuhren wir etwas über die Tora, quasi die jüdische Bibel. Sie darf nicht berührt werden, weshalb es sich weniger um ein Buch, sondern um eine Rolle handelt. Mit Griffen und Rollen werden die Seiten weitergerollt. Toras werden handschriftlich verfasst – das dauert Monate.
Wir erfuhren, dass die Beschneidung von Jungen am achten Lebenstag stattfindet. Dass mit 13 Jahren die Bar Mitzwa stattfindet, das jüdische Pendant zur Jugendweihe oder der Konfirmation – der Eintritt ins Erwachsensein. Dass es auch die Bat Mitzwa gibt – für Mädchen.
Dass der “Sonntag” bei den Juden der Samstag/Sonnabend ist und Sabbat oder Schabbat heißt. Dass an diesem Tag nicht gearbeitet werden darf – auch nicht gekocht, Strom eingeschaltet oder gezockt werden darf. Wobei das clever umgangen wird. Das Licht wird halt vorher eingeschaltet – oder man benutzt eine Zeitschaltanlage. Oder man hat den Fernseher schon laufen oder die Kochplatte schon warm.

Klar, man hätte vieles schon wissen können – aber so im Detail kann man im Jüdischen Museum sehr viel erfahren und sehen. Die Mikwe, also das Tauchbad, das der Reinigung von ritueller Unreinheit durch rituelle Waschungen dient, kannte ich nicht. Und dass es solche Bäder auch in Berlin gibt, wusste keiner der Führungsteilnehmer, die erstaunlicherweise alle aus Berlin kamen – außer mir.
So zog sich das über die Stunden – immer wieder Neuigkeiten, immer wieder was gelernt.
Nach der Führung ging es dann weiter durchs Museum – über die Geschichte, besondere Ereignisse, das Holocaust-Grauen – und über den Hass, dem Juden schon jahrhundertelang ausgesetzt sind.

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