Tagesarchiv für 25. April 2016

RTZapper

Rosamunde Pilcher: Ein Doktor und drei Frauen

Montag, den 25. April 2016
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SO 24.04.2016 | 20.15 Uhr | ZDF

Das waren noch Zeiten, als Harald Schmidt noch unser Late-Night-Gott war. Erschreckend lang’ ist’s her! Inzwischen ist er in Rente und sucht sich seine Fernseh-Engagements aus. Aber irgendwie scheint er bei der Auswahl ein wenig benebelt gewesen zu sein, denn am Sonntagabend stolzierte er doch tatsächlich in einem der kitschig-schlechten Rosamunde-Pilcher-Schinken im ZDF herum. In „Ein Doktor und drei Frauen“ spielte er Lord Hurrleton, der immer total nervös und hypochondrisch veranlagt ist.

Aber lieber Herr Schmidt, lassen Sie sich bitte eins sagen: Nein, Sie können nicht schauspielern! Immer wenn Sie spielen, wirkt es wie Laientheater. Alle Sätze werden immer völlig übertrieben und slapstickhaft runtergeleiert. Selten schaffte es Harald Schmidt in seiner Karriere, bei seinen Auftritten als Schauspieler echt zu wirken.
Andererseits passte Harald Schmidt am Sonntagabend in die Riege der Darsteller, die ihren Text runtersprachen, als seien sie gezwungen worden, am ZDF-Herzkino am Sonntagabend teilzunehmen.
Dass so trotzdem mehr als fünf Millionen solche mies gemachten Filme mit den immer selben klischeebeladenen Storys ansehen, ist mehr als erstaunlich.

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RTZapper

Deutschland sucht den Superstar: Show-Hochzeit

Montag, den 25. April 2016
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SA 23.04.2016 | 20.15 Uhr | RTL

Ja, früher, in den 90ern, das war das Heiraten in Fernsehshows noch total romantisch. Was haben wir nicht alle geflennt, als in der “Traumhochzeit” die Ja-Worte und Ringe gewechselt wurden.

Am Sonnabend wurde mitten in der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar” geheiratet. Kandidatin Sandra trat im Brautkleid auf und heiratete ihren bis zur Unkenntlichkeit übertätowierten Victor. In einer nicht aufhören wollenden Zeremonie haben die beiden “Ja” gesagt.
Warum sie das aber nun unbedingt in der RTL-Show machen wollten, weiß ich nicht. Entschuldigung, was warum sollte es mich interessieren, dass eine Castingfrau ihren Tätowierer ehelicht?
Nach der Hochzeit sang dann Sandra auch noch ihren Song, mit dem sie eine Runde weiterkommen wollte.

Leider fühlte sich das Publikum wohl ebenso belästigt wie ich. Sandra schied aus, gnadenlos. Erstaunlicherweise hat das Drücken auf die Tränendrüse, das Hochzeitsevent nicht dafür gesorgt, dass die RTL-Zuschauer vor lauter Rührung Sandra eine Runde weiter gewählt haben.
Vielleicht fanden sie Sandra doof. Vielleicht fanden sie doof, dass sie heiratet. Vielleicht fanden sie Victor doof. Oder sie fanden einfach doof, wie sie gesungen hat. Irgendwas müssen sie jedenfalls doof gefunden haben. Oder alles.

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RT im Kino

Birnenkuchen mit Lavendel

Montag, den 25. April 2016

Schock für Louise (Virginie Efira): Plötzlich knallt ihr ein Spaziergänger auf die Motorhaube ihres Autos. Er scheint aber nicht ernsthaft verletzt zu sein – nur eine Platzwunde. Sie nimmt Pierre (Benjamin Lavern) mit auf ihren Hof.
Schon bald merken sie und ihre beiden Kinder: Pierre ist besonders. Besonders ordentlich, besonders penibel, besonders sensibel, besonders klug.
Pierre hat das Asperger-Syndrom, und das macht ihn zu einem Mann, mit der der Umgang schwierig ist, doch Pierre fast Vertrauen in Louise. Und er will ihr helfen, denn Louises Birnenzucht läuft nicht gut, die Bank will Geld.

“Birnenkuchen mit Lavendel” punktet auf vielen Ebenen. Die Geschichte eines Mannes mit auffälligem Verhaltens und einer Frau am wirtschaftlichen Abgrund. Ein Knistern. Das alles mit tollen Darstellern und in einer wundervollen Umgebung – in der Provence in Frankreich.
Natürlich spielt der Film auch mit Klischees, vielleicht manchmal auch zu sehr, und natürlich haben wir es auch mit einer manchmal übersüßlichen Story zu tun.
Aber am Ende zählt die gute Unterhaltung, der Humor, das bisschen Kitsch.

Birnenkuchen mit Lavendel
Frankreich 2015, Regie: Éric Besnard
Neue Visionen, 97 Minuten, ab 0
8/10

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RTelenovela

Im Ladenkino

Montag, den 25. April 2016
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Unweit vom Amüsierviertel rund um die Simon-Dach-Straße in Berlin-Friedrichshain befindet sich ein echtes Kleinod: das B-Ware Ladenkino.
Es ist einer der Läden, in dem viel mehr drin ist, als man denkt, wenn man davor steht. Ein echtes Kiezkino, bis zum nächsten Multiplex ist man noch eine Weile unterwegs.

Man kommt rein, und das Ding wirkt tatsächlich wie ein kleiner Laden. Vorn gibt’s einen Tresen, davor ein paar Sitzecken. Eine davon leicht erhöht und mit drei Stühlen, die aussehen, als ob sich dort nur Majestäten hinsetzen dürfen.
In den hinteren Fluren befinden sich nicht nur drei (ich hoffe, ich habe richtig gezählt) kleine Kinosäle, sondern auch viele Regale mit DVDs. Eine Videothek. Und natürlich sind es allesamt Filme, die speziell und besonders sind, selten sind Blockbuster dabei.

Die Leute müssen im Laden auf den Beginn der Vorführung warten – bis jemand kommt und den Filmtitel nennt und ruft, dass nun der Einlass beginne.
Und sitzt man erst mal, dann geht es auch zügig los – ohne Reklame. Und das auch bei preiswertem Eintritt, er hat nur 6 Euro gekostet. Es sind Filme, die in der Regel schon ein paar Wochen in den Kinos laufen, aber auch noch nicht so alt, dass es sie schon auf DVD gibt. Also letztlich doch aktuelle Produktionen.

In unserem Saal bestand die letzte Reihe übrigens auch zwei Sofas. Das ist recht gemütlich, man kann sich allerdings nicht langlegen, dann sieht man nichts.
Im Kiez scheint das gut anzukommen – oder auch bei Berlinern aus anderen Kiezen oder bei Touris. Das Kino war sehr gut besucht.

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