Tagesarchiv für 19. April 2016

RT liest

Hansen Hoepner / Paul Hoepner: Zwei um die Welt – In 80 Tagen ohne Geld

Dienstag, den 19. April 2016

Nach ihrem Fahrradtrip von Berlin nach Shanghai haben sich die Hoepner-Zwillinge etwas Neues einfallen lassen. In 80 Tagen wollen sie westwärts den Globus umrunden. Ohne Geld. Das müssen sie sich unterwegs verdienen. Start und Ziel in Berlin.

Wer ein Reise-Buch der Hoepners kauft, der weiß, dass es darin nicht nur um die Reise an sich geht. Genau das macht es aber so spannend und interessant. Hansen und Paul müssen auch diesmal immer wieder den inneren Schweinehund überwinden, mit Streits klarkommen und auch auf dieser Tour mit Krankheiten.
Von Berlin reisen sie durch Frankreich und Spanien nach Lissabon. Von dort aus wollen sie nach Kanada fliegen, durchs Land kommen und von Vancouver weiter nach Tokio. Es folgen Hongkong, Bangkok, Kulala Lumpur, Neu-Delhi, Kirgisistan, Moskau, Polen – und wieder Berlin.
Dass sie das tatsächlich in 80 Tagen schaffen, ist allerdings keineswegs klar.

Auch diesmal berichten sie aber sehr anschaulich und bildlich von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. In Lissabon erfahren sie viel Hilfsbereitschaft, müssen aber regelrecht darum kämpfen, das Geld für diesen Flug zu erarbeiten. In Kanada helfen sie beim Balkonbau – überall treffen sie auf liebenswerte Menschen, die ihnen in irgendeiner Art und weise helfen oder ihnen Tipps geben, wie sie Geld verdienen können.
Nebenbei erzählen die Hoepners so aber auch von Ländern und Leuten – und machen neugierig, die einen oder anderen Orte davon zu besuchen.
Eine schöne Mischung aus Roadtrip und Zwillingssoap. Fortsetzung – oder eher: weiterer Trip erwünscht! Wenn sie denn noch Zeit und Lust haben.

Hansen Hoepner / Paul Hoepner: Zwei um die Welt – In 80 Tagen ohne Geld
Malik, 304 Seiten
8/10

Hits: 31

RT im Kino

The Lady in the Van

Dienstag, den 19. April 2016

Mitte der 70er-Jahre in London. Wenn Miss Shepherd (Maggie Smith) mit ihrem Van durch die Straßen der Vorstadt fährt, werden die Bewohner nervös: Wo wird sie diesmal stehenbleiben und dauerparken? Wo wird sie sich als nächstes niederlassen?
Miss Shepherd ist obdachlos – oder eher: Sie hat keinen Wohnsitz. Sie lebt in ihrem Van und schlägt sich so durchs Leben.
Als aber in der Straße eine Parkverbotszone eingerichtet wird, muss sich die Frau überlegen, was sie nun tut. Am Ende landet sie in der Einfahrt von Alan Bennett (Alex Jennings). Er willigt ein, wenn auch nicht gern. Aber aus dieser vorübergehenden Angelegenheit werden Jahre. Viele Jahre. Und bald gehören die Lady und der Van dazu.

Nicht nur bei Alan. Das Skurrile in diesem Film ist, dass sich die ganze Nachbarschaft um die Frau sorgt. Es gibt Feindseligekten – offen und versteckt. Aber der Frau gegenüber sind sie alle nett, und das obwohl sie ein Ekel ist, rumkeift und undankbar ist.
Für den Zuschauer ist das nicht immer einfach, denn Miss Shepherd ist keine sympathische Frau. Maggie Smith schafft es aber, diesen Gegensatz toll rüberzubringen. Die Frau nervt, aber irgendwann wächst sie einem ans Herz. Also, irgendwie. So ergeht es auch Allen, der lange nicht ahnt, was er eigentlich an dieser Frau findet.
“The Lady in the Van” ist eine Geschichte, an der vieles wahr sein soll. Leider spielt der Nervfaktor gerade am Anfang eine so große Rolle, dass der Film wenig Spaß macht und schon gar nicht fesselt. Was zwischenzeitlich auch an der Handlungsarmut liegt. Das ändert sich erst im letzten Drittel.

The Lady in the Van
GB 2015, Regie: Nicolas Hytner
Sony, 105 Minuten, ab 6
5/10

Hits: 26