Monatsarchiv für April 2016

RTelenovela

Die Sache mit der Ersatzadresse

Samstag, den 30. April 2016
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Ich fand das eigentlich ganz simpel. Ich erwartete ein größeres Paket, von dem klar war, dass es definitiv nicht in meinen Briefkasten passen würde. Aber das Schöne bei der Post ist ja, dass man für die Lieferung eine Ersatzadresse angeben kann.
Blöd ist nur, wenn diese Ersatzadresse schlicht ignoriert wird.

So bekam ich eine E-Mail, in der stand, dass man niemanden angetroffen habe. Von der Ersatzadresse war keine Rede, aber davon, dass man es noch mal versuchen werde.
Das ist zwar nett, aber wenn man denn die Ersatzadresse genutzt hätte, wäre das Problem gar nicht da gewesen – da ist nämlich immer jemand, der einem das Paket abnimmt.

Ende vom Lied: Die Ersatzadresse ist auch beim zweiten Lieferversuch ignoriert worden, und so musste ich es selbst bei der Post abholen.
Liebe Post, vielleicht stellt ihr den Ersatzadressen-Service besser ein, wenn ihr den sowieso nicht umsetzt.

ORA aktuell

Parkzone Ost in Oranienburg gilt ab 2. Mai

Freitag, den 29. April 2016
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Jetzt geht alles plötzlich ganz schnell. Am Mittwoch sind in der Oranienburger Schulstraße und an anderen Stellen im Zentrum Parkautomaten aufgestellt worden. Und schon ab Montag, 2. Mai, sind sie in Betrieb.
Die neue Parkzone Ost besteht ausschließlich aus kostenpflichtigen Parkplätzen. Sie liegt zwischen der Lindenstraße, dem Bahnhof, der Havel und der Liebigstraße.

Anwohner können bei der Stadtverwaltung einen Parkausweis bestellen, er kostet 20,45 Euro im Jahr und wird vom Landkreis Oberhavel ausgestellt.
Kritik herrscht an der nun sehr plötzlichen und kurzfristigen Umsetzung der neuen Parkregeln.

RTelenovela

Überraschungsevent (1): Tatort Bühne

Freitag, den 29. April 2016
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Der Startschuss ist gefallen: Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Mai ist sie dran, im Juni wieder ich. Und so weiter.

Ich wollte schon immer mal wieder zum Theatersport. Vor einigen Jahren war der total angesagt, und mir hat diese Art des spontan gespielten Theaters immer gefallen.
Am Kriminaltheater in Berlin-Friedrichshain gab es erstmals Theatersport in Form eines Krimis: “Tatort Bühne” hieß das Ganze. Die Geschichte des Stücks stand nicht fest. Eine junge Frau führte durch den Abend, zwei Frauen und ein Mann spielten.
Das Publikum konnte durch spezielle Fragen entscheiden, wo das Ganze spielt, wann, welche Umstände herrschen – und so weiter. Leider waren die Fragen, die uns gestellt worden, manchmal so kompliziert und umständlich, dass ich hier und da gar nicht wusste, was die Gute denn von uns will. So ging es vielen. Da müsste noch gefeilt werden.
Letztlich war es aber ganz lustig, ist aber eigentlich nicht das, was ich unter Theatersport verstehe. Obwohl es wirklich Sport ist, denn die vier auf der Bühne müssen das Kauderwelsch, was ihnen das Publikum im ersten Teil vorgegeben haben, in Teil 2 zu einem schlüssigen Ende führen. Und das ist dann doch recht lustig, manchmal absurd und schließlich erstaunlich, was denen so einfällt.

Auch wenn es nicht ganz das war, was ich selbst erwarten habe, kam das Überraschungsevent Nummer 1 bei ihr sehr gut an.
Daumen nach oben.
Und im Mai werde ich dann überrascht.

RTZapper

Richard III.

Donnerstag, den 28. April 2016
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MI 27.04.2016 | 1.10 Uhr (Do.) | arte

Es ist ein abgefilmtes Theaterstück, keine Inszenierung fürs Fernsehen. Der Ton ist hallig und relativ mies. Und trotzdem: auf eine faszinierende Art fesselnd.

Wenn in der Schaubühne in Berlin “Richard III.” mit Lars Eidinger in der Hauptrolle gezeigt wird, dann kann man sich relativ sicher sein, dass die Vorstellung ausverkauft ist. Dafür Tickets zu bekommen, ist gar nicht so einfach.
Immerhin gilt Lars Eidinger als Deutschlands bester Theaterschauspieler – und die Schaubühne als innovatives Haus.

In der Nacht zum Donnerstag wiederholte arte eine Aufzeichnung von “Richard III.”. Und allen Fernsehwidrigkeiten zum Trotz: Es vergehen nur wenige Minuten, und man stellt alle eventuellen Nebentätigkeiten ein. Das Stück fesselt, und vor allem: Eidinger fesselt. Diesem Mann beim Spielen zuzusehen ist ein Fest.
Gutes Schauspiel erkennt man daran, dass es nicht den Eindruck von Schauspiel macht. Eidinger lebt seine Rolle. Er spricht wie er spricht, man nimmt ihm die Rolle, die er spielt, ab. Er ist dieser Richard, er wie meckert, wie er lamentiert, wie er guckt, sich bewegt. Es ist großartig.
Aber auch die Inszenierung an sich sorgt dafür, dass man dem Geschehen gespannt folgt. Im Theater ganz sicher noch intensiver als vor dem Fernseher. Selbst wenn man dem Ganzen inhaltlich nicht immer folgen kann, jede Szene für sich nimmt einen als Zuschauer unheimlich ein.
So ist “Richard III.” trotz der mangelnden Tonqualität auch ein Fernsehereignis.

RTelenovela

Rumms!

Donnerstag, den 28. April 2016
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Fast könnte man schon von traurigem Alltag sprechen. In der Nacht zum Mittwoch wurde die Oranienburger Innenstadt mal wieder von einem mächtigen Knall erschüttert. Um Punkt 0.45 Uhr machte es: Rumms! Aber ordentlich! Wenn alles ruhig ist, dann scheppert es besonders heftig. Alle paar Tage kommt das inzwischen vor.
Neulich gab es einen lauten Knall in Oranienburg-Süd, ein paar Wochen zuvor in der Neustadt.

In der Regel dauert es immer nur Sekunden oder wenige Minuten, bis sich die Bewohner in den städtischen Facebook-Gruppen dazu austauschen. „Was war das?“, ist dann die meistgestellte Frage. Immerhin ist Oranienburg bombengeschädigt, und jeder Knall lässt die Menschen aufhorchen. Wenn es rummst, dann lauschen alle erst mal mit den Ohren und warten einige Minuten ab: Passiert noch was? Ertönen Sirenen? Falls Sirenen ertönen, dann wüssten alle: Es war doch was Schlimmeres.
Ansonsten wird wohl irgendwer wieder „nur“ einen Zigarettenautomaten in die Luft gejagt zu haben. Was für ein gefährlicher Irrsinn!

RTZapper

ZDF-Hitparade: (Keine) Blumen für Heck!

Mittwoch, den 27. April 2016
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DI 26.04.2016 | 18.45 Uhr | zdf.kultur

Sie haben es doch nur gut gemeint. Sie wollten ihrem Lieblingsmoderator ein paar Blümchen schenken. Der aber hat es ihnen nicht gedankt.

Das waren noch Zeiten, als einmal im Monat die “ZDF-Hitparade” zu sehen war, und die Musiker regelmäßig von den Zuschauern mit Blumen beschenkt worden sind. In der Ausgabe vom Juli 1980 – sie lief am Dienstagabend mal wieder auf zdf.kultur – war aber alles anders.

Dieter-Thomas Heck wollte gerade zur Schlussmoderation ansetzen, da kommen zwei junge Damen und wollen ihm Blumen schenken. Und was macht der Heck? Schickt sie weg! Will die Blumen nicht! Ab damit! Husch, husch!
Aber im selben Moment muss ihm aufgefallen sein, dass er da gerade extrem arschig rübergekommen ist. Denn er rief den Damen hinterher, dass er am Ende der Sendung die Blumen doch gern haben möchte.

Wohl eher nicht. In your Face, Herr Heck! Verkackt, würde ich sagen.

RT liest

Adriana Popescu: Ewig und eins

Mittwoch, den 27. April 2016

In der Schule lernt man zusammen, man feiert, man liebt sich – dann kommen das Abi und der Abschied. Man verliert sich aus den Augen.
Ella nimmt Kurs auf Stuttgart. Klassentreffen nach sieben Jahren. Sie fährt mit gemischten Gefühlen in ihre alte Heimat zurück. Mit ihren beiden besten Freunden Jasper und Ben herrscht nämlich seit damals Funkstille. Warum, ist eigentlich gar nicht so genau klar. Aus den Augen verloren.
Die Feier selbst erweist sich als lahm, und so beschließen die drei recht schnell, ihre eigene Party zu feiern.
Es wird ein denkwürdiger Abend – in vielerlei Hinsicht.

Der Titel mag kitschig sein, der Roman ist es nicht. Und das obwohl es oft und immer wieder um die Liebe geht. Aber eben auch um das Leben, um verpasste Gelegenheiten und Chancen, die man hatte, aber vielleicht nicht nutzen konnte oder wollte.
Die drei Freunde müssen sich im Laufe der Nacht mit sich und den anderen beschäftigen, für jeden von ihnen ist es Seelenstriptease.
Adriana Popescu ist es gelungen, ihre Story sehr lebendig aufzuschreiben. Obwohl sie recht simpel ist – man fiebert mit. Dieser Roman ist ein wahrer Trip.

Adriana Popescu: Ewig und eins
Piper, 318 Seiten
9/10