Tagesarchiv für 11. März 2016

RTZapper

Flohmarkt

Freitag, den 11. März 2016
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DO 10.03.2016 | 18.50 Uhr | SR Fernsehen

Frau Marx hat mal so richtig ausgemistet. Alte Puppen, Bilder, ein Teletubbies-Poster, Teller, Uhren und sonsitiger Nippes. Damit ist sie nach Saarbrücken zum SR gefahren und hat den Kram im Studio ausgebreitet. Nun steht sie da und wartet gemeinsam mit dem Moderator darauf, dass jemand anruft und den Plunder haben will.

Der SR scheint mit seinem Programm ein wenig aus der Zeit gefallen und irgendwann in den frühen 80ern hängengeblieben zu sein. Zur besten Regionalfernseh-Sendezeit läuft im SR Fernsehen donnerstags der “Flohmarkt”.
Eine halbe Stunde lang sehen wir den Nippes von Frau Marx, und ständig rufen Leute an, um den Glasdelphin zu kaufen, das Gemälde und tatsächlich auch das (nicht ganz billige) Teletubbies-Poster zu erwerben. Oder um sich noch mal die Kaffeekanne anzuschauen, zu der die Kamera dann mal fix (na ja, nicht ganz so fix – Handkameras hat der SR nicht) ranzuzoomen.

Sämtliche Preise stehen an den Gegenständen, die im Marxschen SR-Flohmarkt verramscht werden sollen, und erstaunlicherweise kommt nicht ein Anrufer auf die Idee, vielleicht mal zu handeln, wie es ja auf dem Flohmarkt eigentlich üblich ist. Ganz brav zahlen sie, was Frau Marx haben will.
Was ja überhaupt zu der Frage führt, warum der SR für irgendwelche Leute irgendwelchen Kram verkauft. Ist das nicht Teleshopping? Und darf der SR teleshoppen?

Aber wie das immer so ist. Der “Flohmarkt” im Vorabendprogramm ist pupsig-bieder und entspricht keinen aktuellen Sehgewohnheiten. Irgendwie fesselnd ist es dann aber doch, 30 Minuten lang zuzusehen, wie SR-Zuschauer willig überflüssigen Plunder kaufen.

RTelenovela

Polizei im Halteverbot

Freitag, den 11. März 2016
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Während die Polizei Autofahrer anmahnt, weil sie im Halteverbot stehen, steht die Polizei selbst im Halteverbot. Und das Spannende ist: Sie darf das. Otto-Normal-Bürger nicht.

In der Oranienburger Willy-Brandt-Straße stehen immer mal wieder Autos im Halteverbot am ehemaligen Runge-Gymnasium. Am Donnerstagnachmittag aber hielt ein Streifenwagen der Polizei neben dem Parkenden, um ihm mitzuteilen, dass da gerade irgendwas falsch läuft.
Selber Streifenwagen hielt wenig später auf dem Bahnhofsplatz, am Ende der Ausfahrt für die Busse.

Das Bild, das sich ergab, war seltsam: Während die Polizei falsch parkte, sprachen die beiden Beamten Falschparker an und vergab Strafzettel.
Ich wollte das genauer wissen und sprach einen der Polizisten an. Es war ein sehr nettes Gespräch, vermutlich hören die Männer sonst rauere Töne. Er erklärte mir: Weil sie im Einsatz sind, dürfen sie zur Not auch falsch parken. Im Einsatz dürfen sie auch, wenn nötig, falschrum in die Einbahnstraße – auch ohne Blaulicht.

Wieder was dazu gelernt! Wobei ich auch weiterhin nicht glaube, dass das Parken auf dem Bürgersteig der Schulstraße erlaubt ist, wenn die Herren Beamten – wie vor einigen Wochen erst gesehen – einen Döner kaufen.