Tagesarchiv für 9. März 2016

aRTikel

Abba und Mozart sind echtes Bärenfutter

Mittwoch, den 9. März 2016
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Der Bärenklauer Chor feiert am Wochenende sein 20-jähriges Bestehen und singt Lieder von Klassik bis Pop

MAZ Oberhavel, 9.3.2016

Bärenklau.
Gesungen wird in Bärenklau nicht erst seit 20 Jahren. Schon 1920 gab es im Dorf den ersten Chor, und zu DDR-Zeiten war der Volkschor Bärenklau sehr erfolgreich und erhielt mehrere Preise. Mit der Wende wurde es ruhig um ihn – erst 1996 ging es wieder so richtig los.

Am Sonnabend feiern „Die Bären“ im Dorfkrug ihren 20. Geburtstag. So heißt der damals gegründete Chor, passend zum Dorfnamen. „Wir haben im Bärenstübl Skat gespielt“, erinnert sich Dagmar Martin, die Vereinsvorsitzende. „Da waren auch Neu-Bärenklauer dabei, die fragten, ob man sich kulturell betätigen kann.“ Man erinnerte sich an den Volkschor, dessen Aktivitäten ruhten, und startete einen Aufruf. Das Echo war riesig. „Rund 100 Leute haben sich gemeldet.“ Die Auftaktveranstaltung fand im Dorfkrug statt. Am Ende blieben 45 Mitstreiter übrig, inzwischen hat der Chor 30 aktive Mitglieder – 20 Frauen und zehn Männer zwischen 55 und 87 Jahren.

Geprobt wird immer am Montagabend in der Alten Remonteschule. „Wir haben bis zu 160 Lieder im Repertoire“, sagt Chorleiter Rolf Stranz aus Schmachtenhagen. Dazu gehören Volkslieder, geistliche Lieder, Kanons, Schlager, Operetten, aber auch Popsongs wie eingedeutschte Hits von Abba. Es sind sogar selbst geschriebene Lieder dabei. „Es gibt eins über Bärenklau und die Oberkrämer-Hymne“, sagt Dagmar Martin.
Vier- bis fünfmal im Jahr tritt der Chor auf – meistens in der Region. Die Bären waren aber auch schon auf der Grünen Woche in Berlin zu Gast.

„Die Gemeinschaft ist schön“, sagt Claus Trechsler. Er ist erst seit zwei Jahren dabei und mit 55 Jahren das jüngste Mitglied. „Ich habe im Internet nach einem Chor gesucht“, erzählt er. Als er das erste Mal bei den Bären war, „habe ich mich gleich wohlgefühlt.“
„Es ist schon so, dass die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht“, sagt Leonie Fieting-Burghardt, die zweite Vorsitzende. „Wir machen auch viel außerhalb.“ Einmal im Jahr geht es auf eine Bustour, es wird gefeiert und gegrillt. „Das schweißt zusammen.“

Das Singen im Chor ist natürlich auch Arbeit. „Aber es ist toll, weil man mal auf andere Gedanken kommt, man muss sich auf das Singen konzentrieren“, sagt Leonie Fieting-Burghardt. Es gibt Lieder, da reicht eine Chorprobe, und es sitzt. Mozarts „Ave Verum“ aber – das hat es in sich. Das ist mehrstimmig, da gibt es viel dran zu feilen. „Man braucht Geduld“, sagt Chorleiter Rolf Stranz. „Und er hat viel Geduld“, ergänzt Dagmar Martin.

Die Bärenklauer wünschen sich, dass der Chor noch lange besteht. Dafür braucht er Nachwuchs. „Wir haben immer mal wieder neue Mitglieder“, sagt Dagmar Martin. „Dadurch, dass wir auftreten, machen wir auf uns aufmerksam.“
Das nächste Mal am Sonnabend. Danach beginnen schon die Proben für das Herbstkonzert. In einem Lied, das am Montagabend bei der Probe gesungen worden ist, heißt es: „Lieder sind Begleiter, Lieder machen heiter.“ Und wer in die Gesichter der Chormitglieder schaut, wird erkennen: das stimmt.

RTelenovela

Kilometerweit von der Polizei verfolgt

Mittwoch, den 9. März 2016
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Das ist ja doch irgendwie unangenehm: Wenn man mit dem Auto unterwegs ist und hinter einem die Polizei fährt. Das wird man nervös: Macht man alles richtig? Stimmt das Tempolimit? Noch schlimmer ist es, wenn sie kilometerweit hinter einem klebt. Neulich habe ich das erlebt – auf dem Weg von Germendorf bis Kremmen. Allerdings hatte ich den Vorteil, dass der Polizeiwagen vor mir fuhr und ich das muntere Treiben von hinten beobachten konnte.

Am Sommerswalder Dreieck gilt seit einiger Zeit Tempo 50, und der verfolgte Autofahrer hielt sich sogar dran. Was zur Folge hatte, dass der Polizeiwagen erstaunlich dicht auffuhr. Stichwort: Sicherheitsabstand.
In Schwante hatte der Autofahrer Glück. Während der einen Bus an der Haltestelle überholte, hatten die Polizeileute darauf keine Lust. Sie warteten und verloren den Verfolgten. An der nächsten Haltestelle konnte der Streifenwagen aber wieder am Bus vorbeifahren, und die armen Leute davor hatten wieder ihren Verfolger im Rücken. Und so zuckelten wir im Dreierpack durch Amalienfelde bis Kremmen.

Womit erregt man eigentlich Aufmerksamkeit bei der Polizei? Zum Beispiel wenn ein Abschleppwagen mit selbstgemaltem Nummernschild auf der Landesstraße unterwegs ist.
Der ewig Verfolgte bog in Kremmen auf den Schlossdamm ab, der Streifenwagen fuhr weiter geradeaus. Was muss das für ein Aufatmen gewesen sein!
Die Polizisten hatten stattdessen freie Sicht auf die Nummernschildbastelei beim Abschleppwagen. Der war doch sicherlich irgendwo in Orion fällig.