Tagesarchiv für 8. März 2016

RTZapper

Anne Will: Heiko Maas und sein Anklatscher

Dienstag, den 8. März 2016
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SO 06.03.2016 | 21.45 Uhr | Das Erste

Eines muss man Anne Will lassen: Sie sorgt für frischen Wind am Sonntagabend. Wenn Gäste in ihre Talkshow kommen, gibt es keine Kuscheleien. Anne Will ist verdammt gut vorbereitet, sie ist hellwach, sie hört ganz genau zu, was ihre Gäste sagen – und wenn sie Müll reden, dann fällt ihr das auf, dann spricht sie das an. Schon mehrfach zeigte sie in den vergangenen Wochen, dass man sie nicht einfach so auf den Arm nehmen kann, dass sie Phrasen schon mal als solche entlarvt.

Und andere Auffälligkeiten. Am Sonntag war Justizminister Heiko Maas (SPD) zu Besuch bei Anne Will. Schon bald fiel etwas auf: Immer wenn Maas irgendwas sagte, klatschte jemand im Publikum besonders laut – und meist als Einziger. Jemand versuchte sich da als Anklatscher, der versucht, das Publikum mitzureißen.
Anne Will wurde es schnell zu bunt. Als die eine Person wieder mal laut und allein klatschte, begrüßte die Moderatorin den Sprecher von Heiko Maas.
Ja, genau, Heiko Maas brachte sich einen eigenen Mann mit, der ihn beklatschten sollte. Maas war das sichtlich peinlich, als er damit aufgeflogen ist. Und wurde so zum Lacher des Tages.

Aber mal ehrlich: Was Außergewöhnliches ist das das nicht. Talkshowgäste nehmen sich sehr oft “Fans” mit, die an passenden Stellen zu klatschen haben – und im Idealfall andere im Publikum animieren, auch zu applaudieren.
Maas’ Sprecher war einfach nicht clever genug, das so zu machen, dass es nicht auffällt. Und, wie gesagt: Anne Will spricht diese Auffälligkeiten an, und das ist gut so.

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RT im Kino

Spotlight

Dienstag, den 8. März 2016
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Lügenpresse? Meistens sind es eher andere, die lügen, die Dinge verschweigen oder gar Verbrechen vertuschen. 2002 war es der Boston Globe, der Ungeheuerlichkeiten in der Kirche aufdeckte. “Spotlight” handelt von diesem Fall.

“Spotlight” heißt das Ressort bei dem Bostoner Blatt, in dem fünf Journalisten Zeit haben, Themen länger zu recherchieren. Als die Zeitung mit Marty Baron (Liev Schreiber) einen neuen Chefredakteur bekommt, interessiert der sich für ein Thema, das ein Aufreger zu werden scheint: Es gibt Gerüchte, dass in der erzdiozöse Boston Priester Kinder missbraucht haben. Walter Robinson (Michael Keaton) und sein Team (u.a. Rachel McAdams, Mark Ruffalo) beginnen zu recherchieren. Sie befragen Anwälte, Kirchenvertreter, sie stoßen auf Opfer, haben mit großen Widerständen zu kämpfen – aber das Ungeheuerliche kommt ans Licht: der massenhafte Missbrauch von Kindern von zig Priestern.

Das Thema und die Handlung (nach einer wahren Geschichte) bringen die Spannung und die Bestürzung schon mit. Zu sehen, wie die Geschichte nach und nach aufgedeckt wird, ist sehr interessant und fesselnd.
“Spotlight” ist gleichzeitig ein Loblied auf den Journalismus und ein Nachruf auf den Selbigen. 2001 spielte das Internet zwar auch schon eine Rolle, war aber noch nicht so allumfassend wie heute, 2016. Sparmaßnahmen waren noch nicht in Sicht, und welche Zeitung sich so ein Recherteam auch jetzt noch leisten kann, kann sich freuen. “Spotlight” zeigt aber, was denn alles gehen kann, wenn man in Recherchen investiert, sich zur Not auch mal Zeit nimmt für Storys.
Der Film selbst hat den Oscar bekommen – als bester Film des Jahres. Das aber ist er nicht. So spannend die Geschichte ist, so konventionell ist dieser Film. Ohne irgendwelche Spielchen erzählt er schlicht seine Story. Er verzichtet da auch auf spezielle Einfälle, technische Gimmicks oder sonstige Dinge, die aus einem Film einen “besten Film” machen.

Spotlight
USA 2015, Regie: Thomas McCarthy
Paramount, 129 Minuten, ab 0
7/10

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