Tagesarchiv für 6. März 2016

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Luke! Die Woche und ich

Sonntag, den 6. März 2016
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FR 04.03.2016 | 22.35 Uhr | Sat.1

Falscher Sendeplatz, falscher Sender. Und nichts dazu gelernt.
Irgendwie ist es schon ein Jammer, was Brainpool mit der Comedyshow “Luke! Die Woche und ich” veranstaltet.
Weniger inhaltlich, aber so ganz grundsätzlich.

Luke Mockridge ist leider nicht der Nachfolger von Stefan Raab bei “TV total” geworden. Immerhin aber durfte er nun in dessen ehemaliges Studio ziehen, wie man am Freitagabend auch leicht an der Deko mit der Treppe und der Ex-Bandbühne erkennen konnte.

Aber anstatt dass Luke Mockridge versuchen kann, bei ProSieben sein Publikum zu finden, muss er nun auch in Staffel 2 bei Sat.1 rumdümpeln. Dem Rumpelsender, auf dem junge Comedy eher selten bis nie vorkommt. Und dann auch noch am Freitagabend, wenn im ZDF gleichzeitig die “heute show” läuft.
Warum man bei der 2. Staffel glaubt, dass es diesmal dort besser läuft, bleibt ein Geheimnis von Sender und Produktionsfirma. Stattdessen waren die Quoten wieder eher mies.

Dennoch bleibt auch Luke Mockridge noch eine Late-Night-Hoffnung für Deutschland. Zwar fehlt ihm ein wenig noch der Pepp, auch über politische Themen zu reden, aber die Alltagscomedy und die Selbstironie beherrscht er schon gut, und deshalb ist es auch schade, dass man bei ProSieben offenbar keine Lust hatte, ihn dort als Moderator weiter aufzubauen.

RT liest

Max Küng: Wir kennen uns doch kaum

Sonntag, den 6. März 2016

Der Rowohlt-Verlag hat das schon ganz clever gemacht. Schon allein wegen des Buches an sich – es handelt sich zwar um ein Taschenbuch, aber es hat einen festen Einband, der schlicht, aber recht edel bedruckt ist.
Der Klappentext zu Max Küngs Roman “Wir kennen uns doch kaum” liest sich zudem recht gut, und es klingt auch spannend.
Es geht nämlich um Moritz und Meta. Er wohnt in der Schweiz, die in Berlin. Sie kennen sich kaum und beginnen, sich SMS zu schreiben. Viele SMS.
Ein Jahr später erst treffen sie sich in Berlin.

Ohne zu viel zu verraten: Aber seltsamerweise stellt sich heraus, dass der Verlag auf dem Rücktitel das Ende der Geschichte erzählt.
Denn es läuft im Roman alles auf dieses Treffen in Berlin hinaus.
Was der Roman aber nicht ist: eine bloße Sammlung von SMS. Das bloße Hin- und Herschreiben. Das hätte man denken können, wenn man die Inhaltsangabe liest. Aber Max Küng hat auch eine Geschichte drumherum beschrieben. Wir erfahren, was Moritz und Meta in ihren jeweiligen Lebenswelten erleben, wie sie denken und fühlen, auch abseits des Schriftverkehrs.
So fehlt dem Roman dann auch ein wenig der Drive, gerade das erste Drittel zieht sich ein wenig dahin, ist zudem recht spröde geschrieben. Das Lesevergnügen kommt erst später. Ganz am Ende bleibt ein eher nüchternes Fazit: nett.

Max Küng: Wir kennen uns doch kaum
ro ro ro, 286 Seiten
5/10