Monatsarchiv für März 2016

RT im Kino

Zoomania

Donnerstag, den 31. März 2016

Disneys 55. Zeichentrickproduktion ist eine Fabel auf die doch ziemlich aktuellen Probleme der Menschen. Das geht es um Toleranz und Gleichberechtigung, Rassismus sowie um das Schüren von Ängsten und das Säen von Hass um die Gesellschaft zu entzweien.

Die junge Häsin Judy Hopps (Stimme: Josefine Preuß) ist extrem ehrgeizig. Sie will die erste Häsin sein, die Polizistin wird. Und sie schafft es auch. In Zoomania soll sie für Ordnung sorgen – wenn auch erst mal nur in der Verkehrsüberwachung.
Dabei bleibt es aber nicht. Sie schlittert gewissermaßen in ihren ersten großen Ermittlungsfall. Es geht um einen entführten Otter. Auf einem Foto entdeckt sie Nick Wilde (Florian Halm). Mit dem Fuchs, einem Trick- und Wirtschaftsbetrüger, hatte sie bereits zu tun – und er könnte die Lösung bringen.
Das aber ist nicht so einfach, aber die beiden beginnen gemeinsam, sich auf die Suche zu machen.

“Zoomania” (im Original ein bisschen passender “Zootopia”): In dieser Großstadt leben alle Tiere in Eintracht. So heißt es jedenfalls. In den verschiedenen Vierteln sind die großen Tiere, die ganz kleinen, die Amazonas-Tiere, die aus dem Eis – alle haben sie einen Ort, und alle kommen sie dort zusammen.
Deshalb gibt es in diesem Disney-Werk auch viele Kleinigkeiten zu entdecken. Bei ihrer Jagd durch Zoomania streifen Joody und Nick auch durch viele dieser Viertel. Das macht Spaß zu beobachten. Ein besonderer Gag ist der Gang in die Auto-Zulassungsstelle – die von Faultieren betrieben wird – und. Die. Be. Son. Ders. Lang. Sam. Sind.
Zum Ende hin wird die Moral, die Botschaft auf doch recht eindringliche Weise dargebracht. Wenn es darum geht, gesellschaftliche Zusammenhänge zu zeigen. Wie Ärger geschürt wird und Angst und Hass. Und auch falsche Botschaften – und was sie auslösen können. Für Kinder mag das fast ein bisschen heftig sein, aber es ist eine gute und wichtige Botschaft, die die dort mitkriegen.
Insofern ist “Zoomania” nicht nur toll gezeichnet, lustig und spannend – sondern auch lehrreich.

Zoomania
USA 2015, Regie: Byron Howard, Rich Moore
Disney, 109 Minuten, ab 6
8/10

RTZapper

Ungefragt nachgefragt

Donnerstag, den 31. März 2016
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MI 30.03.2016 | 17.40 Uhr | Ostseewelle

Wirklich relevante Inhalte scheinen ja bei der Ostseewelle keine Rolle zu spielen. Aber müssen ja auch nicht, es handelt sich um ein Hitradio und keine Infowelle.
Wortbeiträge gibt es fast nur in Form von Comedy. Oder etwas, was als Comedy betitelt wird. Zum Beispiel das Telefon-Comedyquiz “Ungefragt nachgefragt”.
Da geht es darum, dass ein Moderator irgendwo anruft, um eine Auskunft zu bekommen. Gleichzeitig ist das für den Angerufenen – ohne dass der das weiß – aber ein Quiz, bei dem er auch Geld gewinnen kann.

Am Mittwochnachmittag traf es bei der Ostseewelle eine Frau, die in einem Tierheim arbeitete. Der Moderator wollte irgendwas zu seinem Hund wissen, der im Hintergrund bellte und – ha ha, wie lustig – dann ausbüxte. Während des Telefonates. Wirklich glaubwürdig, und extrem glaubwürdig rübergebracht.
Zwischendurch fragte der Moderator dann nach irgendwelchen Dingen, die die Frau wusste oder nicht wusste.

Alles in allem: irgendwie unlustig. Auch deshalb weil der Moderator das alles so übertrieben hat, dass es null komisch war. Seltsamerweise hat die Frau es am Ende auch gar nicht groß interessiert, dass sie im Radio ist und 100 Euro gewonnen hat. Nach dem Motto: aha, und aufgelegt.

Ein wenig irritierend war, dass die Frau am Telefon einen eher süddeutschen Dialekt hatte, also eher nicht in Mecklenburg-Vorpommern lebt.
Wer aber schnell mal im Internet schaut, findet schnell raus, dass “Ungefragt nachgefragt” auf vielen Radiosendern in ganz Deutschland läuft und offenbar von 104.6 RTL in Berlin produziert wird.

Immerhin läuft die Reihe 1:1 auf der Ostseewelle – wenn auch sehr und schlecht zusammengeschnitten.
In einem anderen kürzlich bekannt gewordenen Fall war das anders: Da sendete ein Radiosender in NRW eine Comedy und tat so, als sei sie eine Eigenproduktion. Dabei hat man einfach nur den Originalmoderator aus dem Telefonat rausgeschnitten und durch den eigenen ersetzt.

RT liest

Philip Laubach-Kiani: Colt Seavers, Alf & ich – 20 Autoren über die wahren Helden unserer Jugend

Mittwoch, den 30. März 2016
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Das Fernsehen verliert immer mehr an Bedeutung. Jedenfalls das Fernsehen, wie wir es kennen. Nämlich als Medium, vor dem man sich trifft, um zu bestimmten Zeiten bestimmte Sendungen zu sehen. Wo man nicht so die Auswahl hatte, weil es nur fünf Sender gab. Eine Show, eine Serie, über die man sich am nächsten Tag mit Freunden unterhalten hat. Als Fernsehstars oder Serienfiguren noch unsere Helden waren.

Davon erzählen 20 Autoren in einem Buch über Serienhelden von einst: “Colt Seavers, Alf & ich” heißt die Sammlung.
Darin geht es um die aufmüpfigen Kinder in “Die Bären sind los”, um Alf, den Außerirdischen um den ruppigen Schimanski am “Tatort”, um Al Bundy und seine Dumpfbacke und viele andere.

Natürlich lebt das Buch vor allem vom Abgleich mit den eigenen Erinnerungen, was auch dazu führt, dass die Kapitel über die Serien, die man selbst nie gesehen hat, nicht so spannend sind.
Interessant sind jedoch in einigen Kapiteln die Hintergründe, die man erfährt. Diese sind dann auch spannender als die, wo nur der Serieninhalt nacherzählt oder die eigene passende Story dazu erzählt wird.
Eine nette Nebenbei-Lektüre.

Philip Laubach-Kiani: Colt Seavers, Alf & ich – 20 Autoren über die wahren Helden unserer Jugend
Ankerherz, 212 Seiten
6/10

RTelenovela

Fernsehturm: Vorbestellt und hochgesaust

Dienstag, den 29. März 2016
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Vor 31 Jahren, am 20. Oktober 1985, war ich das erste Mal überhaupt auf dem Berliner Fernsehturm. 55 Minuten Wartezeit, aber immerhin konnten wir danach dort oben frühstücken. Ich war danach schätzungsweise zwei- oder dreimal noch oben.
Ostermontag 2015 sollte es dann wieder so weit sein. Damals hätten wir aber 140 Minuten warten müssen, deshalb hatten wir darauf verzichtet und beschlossen: Wir holen das nach und bestellen die Tickets einfach schon im Internet vor.
Ostermontag 2016: gesagt, getan.

Das geht ganz schön ins Geld! Wer vorbestellt, zahlt pro Ticket 20,50 Euro, das ist erheblich mehr, als wenn man vor Ort kauft und gegebenenfalls wartet. Aber immerhin darf man überall vordängeln, weil man ja ein Premiumticket hat.

Wer an den Fernsehturm denkt und schon mal oben war, dem fällt wohl zuerst ein: Das Drücken in den Ohren beim Fahrstuhlfahren.
Aber da muss eine neue Technik im Spiel sein. Die Fahrt dauert 40 Sekunden, ist aber viel erträglicher als früher. Man kann oben rausgucken und in den Schacht schauen, den wir entlangsausen. Seltsamerweise merkt man weder, wie der Fahrstuhl losfährt, noch wie er stoppt – plötzlich öffnet sich die Tür wieder.
In dieser Hinsicht braucht also niemand Angst haben. Die Fahrt nach oben oder unten ist völlig stressfrei.

Und dann natürlich dieser Blick über Berlin! Wir hatten Glück, die Sonne schien, der Himmel war frei.
Wir hatten tolle Blicke auf die Stadtschloss-Baustelle, auf Kirchen, das Rote Rathaus, den Tiergarten, das Tempelhofer Flugfeld, nach Treptow, zu den Hochhäusern von Marzahn und dem Märkischen Viertel – und so weiter.

RTZapper

Unvergesslich – “Verstehen Sie Spaß?” mit Kurt Felix

Dienstag, den 29. März 2016
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SO 27.03.2016 | 20.15 Uhr | SWR-Fernsehen

Dieter-Thomas Heck ist sauer. Da steht er nun im SWF-Funkhaus, aber sein Auftritt bei den “Montagsmalern” war angeblich schon gestern – der Ärger darum steht sogar in der Zeitung.
Hape Kerkeling ist mit den Nerven am Ende. Sein Publikum reagiert komisch – klatscht, wo es nichts zu klatschen gibt, lacht, wo es nichts zu lachen gibt. Oder lacht nicht, wo es was zum Lachen gibt.
Carolin Reiber ist geschockt. Bei der Eröffnung einer Ausstellung mit Glasmalerei fallen alle Kunststücke um und ergeben einen Scherbenhaufen.
Thomas Gottschalk und Mike Krüger sind irritiert. Bei einem Filmdreh mit Trikes in München werden sie von der Polizei angehalten.

Es sind allesamt Streiche mit der versteckten Kamera – aus der Zeit von 1980 bis 1990. Als Kurt Felix fragte: “Verstehen Sie Spaß?”.
Was für die in die Jahre gekommenen Sketche spricht: Die meisten davon sind auch 2016 immer noch lustig. Mehr noch: Sie sind meist sogar lustiger als die Filmchen, die heutzutage fabriziert werden.

Wer sich heute Streiche mit versteckten Kameras ansieht, wundert sich oft: Alles wirkt perfekt, alles ist gut zu verstehen, Mikros sind da, wo man sie braucht. Es gibt zig Kameraeinstellungen, und alle sind am Ende totaaal überrascht.
Oft wirken diese Filme heute gestellt und unecht.

Damals, als Kurt Felix aktiv war, waren die Filme alles andere als perfekt. Teilweise mit schlechter Qualität, oft nur mit einer (!) Kamera gefilmt, der Ton manchmal mies. Aber darum ging es ja auch nicht. Es ging darum, die Promis auf die Schuppe zu nehmen. Diese Unperfektheit war aber gleichzeitig in der Regel der Beweis, dass alles echt war. Die Situationen, die Reaktionen.
Viele Filme von damals sind Kult, sind Klassiker. Das schaffen heute nur noch wenige derartige Shows.

Der SWR zeigte am Ostersonntagabend zum 75. Geburtstag des 2012 verstorbenen Kurt Felix wieder mal Highlights. Und wieder mal machte das Spaß!

RTelenovela

Morgens um 5 in Leegebruch

Montag, den 28. März 2016
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Am Ostersonntagmorgen gegen 4.55 Uhr hat fast ganz Leegebruch noch fest geschlafen. Vor der Kirche in der Straße der jungen Pioniere fand sich aber ein Grüppchen von 13 Menschen zusammen, um die Osternacht zu feiern. Für einen einwohnermäßig nicht ganz so kleinen Ort wie Leegebruch ist das wenig.
Aber zugegeben: 5 Uhr als Beginn für den Osternachtsgottesdienst ist früh – zumal es ja sogar erst 4 Uhr war, die Uhr ist erst zwei Stunden zuvor auf die Sommerzeit umgestellt worden.

Mit den Worten „Der Herr ist auferstanden“, begrüßte die Pfarrerin die Gäste.
Aus diesem Anlass kann man dann wohl auch mal früh aufstehen – oder wie ich erst gar nicht ins Bett gehen. Aber kein Wunder, dass so mancher der Besucher ins Gähnen kam. Auch wenn die Pfarrerin uns mit einem dreistimmigen Hallelujah-Kanon ganz schön auf Trab hielt. Wirklich anspruchsvoll!

Mit so wenigen Leuten war es dann leider auch nicht so wirklich feierlich. Das war ein wenig schade.
Die Kremmener fingen in diesem Jahr „erst“ um 6 Uhr mit dem Gottesdienst an, da wird es mich wohl Ostern 2017 wieder hinziehen, denn auch den Chor habe ich schon ein bisschen vermisst.

RTelenovela

Feuer vs. Fußball

Sonntag, den 27. März 2016
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Rund um das große Osterfeuer in Schmachtenhagen standen dichte Menschentrauben. Kein Wunder: Während am Tage fantastisches Wetter mit Sonnenschein herrschte, wurde es mit der Dunkelheit wieder empfindlich kühl.
Aber gegen halb neun wurde es plötzlich leer, die Reihen lichteten sich. Das lag nicht zwingend an der schlagerlastigen Musikbeschallung von Helene Fischer bis Christina Bach. Sondern an einem Ereignis in Berlin.

Deutschland – England. Der Fußball-Länderspiel-Klassiker ausgerechnet am Ostersonnabend. Es ist um 20.45 Uhr im Olympiastadion angepfiffen worden, und zu diesem Zeitpunkt saßen die meisten Menschen wohl schon vor dem Fernseher und standen nicht mehr am Osterfeuer.
Wir hatten plötzlich viel Platz am Osterfeuer. Die Feuerwehrmänner mussten ebenfalls ausharren, schließlich war die Veranstaltung bis 22 Uhr angesetzt. So blieb ihnen nur der Blick auf die Kicker-App auf dem Smartphone.

Das Duell Feuer vs. Fußball hat der Fußball jedenfalls eindeutig gewonnen. Vermutlich war es bei allen Osterfeuer-Events nach halb neun so leer. Wenn doch wenigstens die deutschen Fußballer gewonenn hätten…