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Die 51. Goldene Kamera: Die Rede von Dunja Hayali

SA 06.02.2015 | 20.15 Uhr | ZDF

Dunja Hayali hielt am Sonnabend bei der Verleihung der “Goldene Kamera”, sie hat sie in der Kategorie Information bekommen, eine sehr bemerkenswerte Rede.

„Ich setze immer noch auf den Dialog, mich interessieren andere Meinungen, andere Argumente. Aber was da gerade abgeht, ist wirklich mit Verrohung von Sprache überhaupt nicht mehr zu beschreiben. Bedrohung, Beschimpfung, Beleidigung, Vergewaltigungswünsche. Keiner hört keinem mehr zu, Worte werden einem im Mund verdreht, aus dem Zusammenhang gerissen und wenn man nicht die Meinung des Gegenübers vertritt, ist man ein Idiot, eine Schlampe, ein Lügner oder total ferngesteuert.

Das Schlimme daran ist, dass sich dieser Hass jetzt auch auf der Straße widerspiegelt. Mir hat letztens jemand nach dem Einkaufen ins Gesicht geschrien: ‚Du Lügenpresse, du Lügenfresse.‘ Es macht keinen Spaß.
Leute, glaubt eigentlich irgend jemand, dass dieser ganze Hass etwas bringt bei der Suche nach Lösungen, beim Ringen um Kompromisse?
Streiten Sie mit uns, diskutieren Sie mit uns. Weisen Sie uns auf Fehler hin. Wir sind Journalisten, keine Übermenschen. Wir machen Fehler. Deswegen sind wir aber noch lange keine Lügner.

In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und Ängste äußern, ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden. Aber wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt nochmal ein Rassist! Fertig! Und das müssen Sie auch ertragen können.
Seien Sie offen! Bleiben Sie fair! Differenzieren Sie! Wahrheit braucht einfach Zeit. Das sind Dinge, die meine Eltern mir auf den Weg gegeben haben: andere und Andersdenkende zu respektieren. Menschen in Not unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion zu helfen. Demut, Anstand, Menschlichkeit, Dankbarkeit.”

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer: Danke, Dunja Hayali!

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