Tagesarchiv für 8. Februar 2016

RTZapper

Deutschland sucht den Superstar: Babestation24

Montag, den 8. Februar 2016
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SA 06.02.2016 | 20.15 Uhr | RTL

Schon lange hatte ein Pornosender keine so gut platzierte Werbung im Primetimeprogramm eines großes Privatsenders, und man kann nur hoffen, dass die auch gut bezahlt worden ist.

Kitty ist ein Sexluder. Oder irgend so was in der Art. Sie ist Oben-ohne-Moderatorin, eine “Branche”, von der ich bis Sonnabend noch nie gehört habe. Kitty moderiert bei Babestation24, einem Sexsender, bei dem rattige Herren anrufen, um sich von den Tittenmäusen ansäuseln zu lassen.
Nicht gerade der Topjob in der Fernsehbranche. Da scheint es klar zu sein, dass man auch mal beim RTL auftreten will. Egal wie.

Kitty nahm am “DSDS”-Casting teil. Sie war überzeugt davon, singen zu können und der kommende Superstar zu sein.
Nun gut. Singen kann sie nicht, das Geplärre war unterirdisch und kaum zu ertragen. Aber immerhin durfte sie über ihren Job und über ihren Sender berichten, und mehr als 4 Millionen Zuschauer haben womöglich das erste Mal von Babestation24 gehört.
Und wenn da ein paar mehr willige Willis anrufen – dann hat sich für Kitty die Peinlichkeit bei RTL doch schon gelohnt.

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RTelenovela

Karneval vom Winde verweht

Montag, den 8. Februar 2016
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Sturm. Regen. Dunkle Wolken.
Und nicht: Party. Umzugswagen. Gute Stimmung.
Eigentlich bin ich ja in Altlußheim, um endlich mal den Karnevalsumzug mitzuerleben. Das ist immer am Rosenmontag ein großes Ding, und das, obwohl der Ort ja gar nicht mal so groß ist.

Schon mehrere Jahre lang überlege ich, ob ich nicht mal am Karnevalswochenende in die Gegend komme. Dieses Jahr habe ich es endlich wahrgemacht. Und dann das.
Am Morgen schreib es die “Schwetzinger Zeitung” auf der Facebook-Seite: Der Umzug in Altlußheim wird abgesagt.
Und im Fernsehen: Mainz abgesagt. Düsseldorf abgesagt. Zig Absagen.
Zumindest im Fall von Altlußheim: zurecht. Denn es ist wirklich mehr als ungemütlich da draußen…

Immerhin ein paar Leute waren vorhin auf der Hauptstraße unterwegs, sogar drei Wagen, die für Musik und kurzzeitige Stimmung sorgten. Aber nichts im Vergleich zu dem, was sonst vermutlich heute dort los wäre.
Selbst die Frau an der Flaschenannahme bei Edeka ist verkleidet…
2017 muss es dann wohl einen neuen Versuch geben. Aber man macht man denn jetzt mit diesem verregneten Rosenmontag?

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RTZapper

Die 51. Goldene Kamera: Die Rede von Dunja Hayali

Montag, den 8. Februar 2016
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SA 06.02.2015 | 20.15 Uhr | ZDF

Dunja Hayali hielt am Sonnabend bei der Verleihung der “Goldene Kamera”, sie hat sie in der Kategorie Information bekommen, eine sehr bemerkenswerte Rede.

„Ich setze immer noch auf den Dialog, mich interessieren andere Meinungen, andere Argumente. Aber was da gerade abgeht, ist wirklich mit Verrohung von Sprache überhaupt nicht mehr zu beschreiben. Bedrohung, Beschimpfung, Beleidigung, Vergewaltigungswünsche. Keiner hört keinem mehr zu, Worte werden einem im Mund verdreht, aus dem Zusammenhang gerissen und wenn man nicht die Meinung des Gegenübers vertritt, ist man ein Idiot, eine Schlampe, ein Lügner oder total ferngesteuert.

Das Schlimme daran ist, dass sich dieser Hass jetzt auch auf der Straße widerspiegelt. Mir hat letztens jemand nach dem Einkaufen ins Gesicht geschrien: ‚Du Lügenpresse, du Lügenfresse.‘ Es macht keinen Spaß.
Leute, glaubt eigentlich irgend jemand, dass dieser ganze Hass etwas bringt bei der Suche nach Lösungen, beim Ringen um Kompromisse?
Streiten Sie mit uns, diskutieren Sie mit uns. Weisen Sie uns auf Fehler hin. Wir sind Journalisten, keine Übermenschen. Wir machen Fehler. Deswegen sind wir aber noch lange keine Lügner.

In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und Ängste äußern, ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden. Aber wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt nochmal ein Rassist! Fertig! Und das müssen Sie auch ertragen können.
Seien Sie offen! Bleiben Sie fair! Differenzieren Sie! Wahrheit braucht einfach Zeit. Das sind Dinge, die meine Eltern mir auf den Weg gegeben haben: andere und Andersdenkende zu respektieren. Menschen in Not unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion zu helfen. Demut, Anstand, Menschlichkeit, Dankbarkeit.”

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer: Danke, Dunja Hayali!

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