Monatsarchiv für Februar 2016

RTelenovela

7:10 in der Oscar-Nacht

Montag, den 29. Februar 2016
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2015 -> 24.2.2015

Nachdem ich 2015 zum ersten Mal überhaupt das Oscar-Tippspiel gewonnen habe, habe ich dieses Jahr wieder eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Am Ende stand es 7:10.

Aber wer konnte denn auch ahnen, dass nicht “The Reverent”, sondern “Spotlight” gewinnt? Oder dass nicht Sylvester Stallone, sondern Mark Rylance. Oder dass “Mad Max: Fury Road” (soll ja ein phantastischer Film sein, den ich bedauerlicherweise verpasst habe) in diversen technischen Disziplinen gewinnt. Oder dass der deutsche Beitrag “Alles wird gut” nicht den Oscar für den besten Kurzfilm gewinnt?

Immerhin haben wir den Tippspiel-Modus diesmal geändert. Wir hatten die Nominierungen schriftlich, und wir haben wortlos angekreuzt, auf wen wir tippen. So konnten wir uns nicht gegenseitig beeinflussen.
Für mich hat’s nur leider nix geholfen. Verloren. Mist.
Na ja, 2017 dann.

RTZapper

20 Jahre RT Zapper: Was war los Ende Februar 1996?

Sonntag, den 28. Februar 2016
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Am 28. Februar 1996 erschien meine allererste Medienkolumne, damals noch unter dem Titel “Der Beobachter”. Erst ab 7. Juli 1997 hieß sie “RT Zapper”. Die ganze Geschichte dazu steht hier.

Die Premiere für die Kolumne war in der “Medien News”-Ausgabe 9/1996. Was war in dieser Zeit, in dieser Woche eigentlich los in der Medienwelt?
Die “FF dabei”, zu DDR-Zeiten die einzige Fernsehzeitschrift, stellte ihr Erscheinen ein. Sie hatte zu wenige Leser. Abonnenten erhielten dafür die “TV Today”, in der dann noch einige Jahre eine kleine “FF dabei”-Beilage lag.

Der “Karneval in Köln” in der ARD erreichte 9,71 Millionen Zuschauer, Jürgen von der Lippes “Geld oder Liebe” 8,95 Millionen. “Kommissar Rex” auf Sat.1 hatte 7,59 Millionen, “Schreinemakers live” 5,78 Millionen Zuschauer. Ein Renner war bei RTL noch “Explosiv – Das Magazin” mit regelmäßig mehr als 6 Millionen Zusehern. “Akte X” bei ProSieben erreichte 3,85 Millionen Menschen. Mit einer Sondersendung zum Wetterchaos in Norddeutschland hatte N3 1,39 Millionen Zuschauer.
In den Charts stand “Lemon Tree” von Fool’s Garden ganz oben. Tic Tac Toe und “Ich find dich scheiße” war auf Platz 4, Blümchens “Herz an Herz” auf Platz 5.
Die Toten Hosen waren mit “Opium fürs Volk” auf Platz 1 der Albumcharts.
Im Kino stand Detlev Bucks “Männerpension” ganz oben, bei den Büchern “Der Pferdeflüsterer”.

RTL 2, Kabel 1 und VOX drehten 1996 so richtig auf, um mehr Zuschauer zu erreichen. Kabel 1 wollte 60 Millionen Mark ausgeben – für Shows wie “Hugo”.
Schon 1996 wurde über leer Kassen und fehlende Reformen bei der ARD diskutiert. Es wurde befürchtet, dass viele Radiosender dicht gemacht werden, wenn weiter gespart werde.

Aufmacherthema der “Medien News” war, dass Deutschland beim Fernsehkonsum immer noch geteilt war. Während im Osten die Privatsender am erfolgreichsten waren, waren es im Westen immer noch ARD und ZDF. “Tagesschau” und “Lindenstraße” im Westen und “Traumhochzeit” und “Explosiv” im Osten.

“Die Zeit” wurde 50.
Jürgen von der Lippe und Peter Maffay stritten sich um eine Maffay-Parodie.
Bei Sat.1 gab es eine Krise. Der Beginn des Abendprogramms ist auf 20 Uhr vorgezogen worden: “Volle Stunde, volles Programm!” Ging leider voll in die Hose. Viele Erfolgsserien verloren Zuschauer – und die Stars waren sauer.
Harald Juhnke sagte wieder mal einen Auftritt ab – zu viel getrunken…
RTL 2 will als dritter Privatsender nach Sat.1 und Premiere ein VPS-Signal ausstrahlen.

RTelenovela

Vor 20 Jahren (115): Als RT Zapper noch Beobachter war

Sonntag, den 28. Februar 2016
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(114) -> 27.8.2015

Mittwoch, 28. Februar 1996.
Nun ist es genau 20 Jahre her, dass ich meine erste Medienkolume geschrieben habe. Und die allererste erschien am 28. Februar 1996 – und hatte ganz genau zwei Leser. Und auch noch nicht den Titel “RT Zapper”.

Ich habe mich schon immer für das Fernsehen und überhaupt für das Mediengeschehen interessiert. Und dafür, Zeitungen zu machen. Auch selbst zu machen.
Im Herbst 1993 begann ich, jede Woche eine Medienzeitschrift zusammenzustellen. Der schlichte Name des Heftes: “Medien News”. Darin sammelte ich Beiträge anderer Fernsehzeitschriften, dazu TV-Tipps, den Film der Woche, Mediennachrichten, Charts, Quoten und Kolumnen.

Die Kolumnen habe ich zunächst nicht selbst geschrieben, sondern immer auch Kolumnen anderer Medien übernommen. Irgendwann aber erschien die von mir übernommene Reihe plötzlich nicht mehr.
Also schrieb ich selbst eine.

Es war die “Medien News”-Ausgabe 9/1996 vom 28. Februar 1996.
Ich schrieb über das Aus der Fernsehzeitschrift “FF dabei”. Aus heutiger Sicht natürlich nicht spektakulär, nicht besonders toll geschrieben und als Beginn einer Kolumnenreihe eher mau.
Der Titel der Kolumne war “Der Beobachter”.
Von nun an erschien sie jeden Mittwoch in meiner eigenen Zeitung. Meine Mutter las sie, meine Oma auch. Mein Vater vermutlich nicht. Die Zahl der Leser lag also bei 2 bis 3. Als meine Oma im August 1996 starb, sank meine Leserschaft um 50 Prozent.
Aber ich machte das aus Spaß an der Freude – dass es nicht wirklich jemand lesen konnte, störte mich nicht.

Im Juni 1997 wurde ich eingeladen, bei der MAZ-Jugendredaktion mitzumachen, die damals in Gründung war. Ich machte mit.
Meine Idee damals: Ich wollte eine Rubrik mit Fernsehkritiken. Und ich durfte das dann auch, ab der Ausgabe 2 der Jugendseite.
Am 7. Juli erschien meine erste TV-Kritik über “Fliege”. Durch meine Texte in meiner eigenen Zeitschrift hatte ich ja schon eine Mini-Routine. Dort erschien sie auch parallel weiterhin.
Für die Märkische Allgemeine war der Titel “Der Beobachter” aber zu lahm. Ein neuer Name musste her. Durchgezappt. So hieß die Rubrik.
Unter den Text wollte ich aber auch was schreiben. Der Zapper? Zapper?
Das Problem: Für die Honorar-Abteilung musste ersichtlich sein, von wem der Text stammte. Also gab ich dem “Zapper” nicht mein Namenskürzel. Und so war “R.T.Zapper” geboren.

Am 28. Februar 1996 ging es also los, und am 7. Juli 1997 hatte das Ganze den bis heute gültigen Namen – und wesentlich mehr Leser.
Die “Medien News” gab es übrigens noch bis zum Frühjahr 2001.
Seit Mai 2006 blogge ich auch als “RT Zapper” im Internet – und das mehr als einmal in der Woche, sondern immer dann, wenn es im Fernsehen, Radio, in Zeitschriften oder im Internet etwas Spannendes gab.
Verteilt wird das Ganze auch auf Facebook und Twitter.

20 Jahre nun also schon. In 20 Jahren ist viel passiert, 1996 sah das Fernsehen noch ganz anders aus als 2016.
Wie die Entwicklung war – ich bin gerade dabei, ein “Best of” zusammenzustellen. Aber natürlich kann man alle 3730 Blog-Einträge hier auch noch mal nachlesen. So viel Zeit muss sein!

Und wird gefeiert? Auf jeden Fall solltet ihr euch den 27. Juni 2016 vormerken. Ja, dann wird gefeiert!

RTZapper

Hotel Heidelberg: Kramer gegen Kramer

Samstag, den 27. Februar 2016
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FR 26.02.2016 | 20.15 Uhr | Das Erste

Es muss ein verdammt entweder schlechter Fernsehtag gewesen sein, dass die “TV Spielfilm” eine Schmonzette wie “Hotel Heidelberg” zum Tipp des Tages kürte – oder irgendwer hat da irgendwen bestochen.

Der meist seichte Freitagabend wird im Ersten nun mit einer neuen Familienreihe bestritten. Im “Hotel Heidelberg” muss sich eine genervte Tochter mit ihrer nervigen Mama auseinandersetzen. Letztere hat einst ein Hotel gegründet, ihre Tochter leitet es nun. Dummerweise gibt Mutti die nicht vorhandene Kohle aus.
Das ist nur bedingt spannend, denn Mama Hannelore Hoger wirkt die ganze Zeit dauerbetrunken und labert sich (nicht direkt lallend, aber schon besoffen wirkend) durch diese anderthalb Stunden. Tochter Ulrike C. Tscharre macht sich Sorgen und keift rum, und auch Christoph Maria Herbst ist plötzlich auch sei so seichtem Kram dabei und spielt eher unlustig den verständnisvollen Stotterer.

Und so wird geredet, gemahnt und wieder geredet, und zwischendurch staunen alle über die tolle Sicht auf Heidelberg.
Ja, also, Heidelberg! Heidelberg ist ja wirklich sehr, sehr schön. Das “Hotel Heidelberg” aber ist eher sehr sehr überflüssig.

RTZapper

Eurovision Song Contest 2016: Unser Lied für Stockholm

Samstag, den 27. Februar 2016
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DO 25.02.2016 | 20.15 Uhr | Das Erste

Xavier Naidoo. Wer war das noch mal? Irgendwas war da doch. War das nicht dieser Musiker, den man zwei Tage lang vom ESC-Star 2016 auserkoren hat – bis man gemerkt hat: Kommt erstens das nicht gut an und zweitens haben wir keinen Arsch in der Hose, um den Shitstorm auszuhalten.

Nun also fährt stattdessen … ähm, Moment. Ich muss das erst mal recherchieren, ist ja immerhin schon 24 Stunden her. Wer soll sich das merken?

Jamie-Lee Kriewitz also ist es, die zum Eurovision Song Contest 2016 nach Stockholm reist. Ihr Song “Ghost” ist ganz okay, zumindest werden wir uns mit ihm nicht blamieren. Auch wenn ich ihn einen Tag danach nicht mehr im Ohr habe.
Aber Kriewitz hatte einen Bonus – sie war Siegerin bei “The Voice of Germany”, war also schon Castingshow erprobt.
Egal, was am 14. Mai in Stockholm passiert – Hauptsache wir werden nicht wieder Letzter. Vorletzter wäre ja schon okay, wir nehmen den ESC-Zirkus sowieso viel zu ernst.

Und der NDR war clever. Der Siegersong ist den Zuschauern im Laufe des Abends regelrecht eingehämmert worden. Inklusive Schnelldurchläufen haben wir ihn siebenmal gehört. Dreimal sang Kriewitz ihn live auf der Bühne. Zweimal zwei Schnelldurchläufe gab es bei den beiden Votings. Dass ich “Ghost” trotzdem schon wieder aus dem Hirn gestrichen habe – tja, entweder liegt das an meinem miesen Kurzzeitgedächtnis oder der Song ist wieder nur so lala.

Aber immerhin war “Unser Lied für Stockholm” eine recht abwechslungsreiche Show, während der wir Xavier Naidoo nicht einmal vermisst haben.
Ella Endlich hat einen erstaunlich schmissigen Schlager ins Rennen geschickt, der gern hätte besser abschneiden können. Die angeblichen Hardrocker von Avantasia kamen mit einer Rockoper, die aber einfach zu ausschweifend und zu uneinprägsam war. Ralph Siegel schickte eine junge Dame ins Rennen, bei der das auffallenste ein sehr auffallendes bühnenfüllendes Kleid war – der Song aber eher Müll. Alex Diehl kam mit einem engagierten Protestsong daher – irgendwie nett, aber seltsam unmelodiös. Beim ESC eh ohne Chancen. Luxuslärm schrammelten, und der Mönchschor Gregorian zeigte, warum deren Elektro-Säusel-Mucke so hassenswert ist.

Wir werden den ESC 2016 nicht gewinnen, wenn wir Glück haben, werden wir nicht Letzter. Aber leider reicht es den Deutschen ja nicht, einfach nur Spaß an diesem Event zu haben.

ORA aktuell

Ehemalige Fleischerei wird abgerissen

Samstag, den 27. Februar 2016

Die ehemalige Fleischerei in der Berliner Straße in Oranienburg wird abgerissen. Zuletzt war dort ein Asia-Imbiss. Ebenso weg kommen die Gebäude der Druckerei Scherwinski. Die Arbeiten beginnen am Montag, teilte die Stadtverwaltung mit.

RTelenovela

Traumtagebuch (130): Auf halber Treppe

Samstag, den 27. Februar 2016
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(129) -> 21.2.2016

Es klingelt an der Tür. Ich laufe hin, öffne, schaue raus.
Im Flur, auf halber Treppe unter mir, steht ein junger Mann. Er sagt nichts. Er guckt einfach nur.
Plötzlich taucht nach und nach eine ganze Familie auf. Eine Frau und zwei Kinder kommen von unten die Treppe hoch gelaufen.
Sie bleiben stehen. Sie gucken. Keiner sagt etwas.
Sollen sie wieder gehen?
Plötzlich sagt die Frau etwas. “Urlaub.” Oder so ähnlich. Sie sagt es ganz leise.
Nach einem Moment des Verharrens machen sie sich auf den Weg, die Treppe runter.