Tagesarchiv für 25. Januar 2016

RTelenovela

121 Euro: Grüne Woche 2016

Montag, den 25. Januar 2016
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Diese Nachricht haben wir im Auto gehört, als wir gerade auf dem Weg zur Grünen Woche 2016 in Berlin waren: Auf der Messe haben die Besucher im Durchschnitt 121 Euro ausgegeben.
Das ist viel Geld, und wir waren der Meinung, dass wir das nie, nie, nie dort ausgeben würden.

Aber das geht schneller, als man denkt.
Ein Stück Kuchen in der Brandenburghalle. Etwas zu trinken. Hier ein Pröbchen. Da noch eins. Und noch was zu essen. Und etwas zu trinken.
Und dann dieses wunderbare Zeug, mit dem man die Küchenarmaturen reinigen kann.
Und etwas zu essen. Und was zu trinken.
Später stand da noch ein älterer Herr, bei man Lose ziehen konnte. Ich habe ihn ignoriert, meine beiden Begleiterinnen nicht. Der Herr wartete an einem Weinstand, und dem richtigen Los folgte eine Weinverkostung – und der Kauf von Wein. Herzlichen Glückwunsch.
Ob da die 121 Euro schon überschritten waren?
Dann noch ein paar Blümchen. Salami. Was zu trinken. Was zu essen.
Das läppert sich, und schon ist die Nachricht, die wir davor gehört hatten, gar nicht mehr so wunderlich.

Gern hätten wir übrigens auch das diesjährige Gastland Marokko in der entsprechenden Halle besucht. Das heißt: Wir waren da. Aber die Marokkaner nicht.
Kurz nach 17 Uhr war die Halle schon ratzekahl leer, und es sah aus, als ob sie da schon länger war. Schade – wir hatten noch auf diverse Öle gehofft. Man mag es kaum glauben, aber wir hätten noch mehr Geld dagelassen…

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RT liest

Ralf Heimann: Die tote Kuh kommt morgen rein – Ein Reporter muss aufs Land

Montag, den 25. Januar 2016
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Lokalredakteur auf dem platten Land. Jaha, da bekommen Starautoren ja gleich mal Pickel, wenn sie daran denken, irgendwo aufs Dorf fahren zu müssen, um sich dort mit den Leuten auseinanderzusetzen. Das ist ja nicht fein, und so gar nicht Großstadt. Und so uncool.

Reporter Ralf wird vom Chefredakteur seiner Zeitung gebeten, eine Mutterschaftsvertretung in Borkendorf zu übernehmen. Ralf muss an den Arsch der Welt und ist überhaupt nicht erfreut.
Und tatsächlich: Ihn erwarten wunderliche Kollegen, wunderliche Karnevalfans, Taubenzüchter, Möchtegernstars und alles, wovor man so als Redakteur Angst hat, wenn man in die Lokalredaktion aufs Land muss.

“Die tote Kuh kommt morgen rein – Ein Reporter muss aufs Land” heißt Ralf Heimanns Buch. Der Autor kennt sich aus, war auch lange als Lokalredakteur tätig.
Und an sich ist es ja eine lustige Idee, ein Buch über einen Wald-und-Wiesen-Journalisten zu schreiben. Denn das gibt es wirklich viel zu erzählen. Viel Lustiges und Skurriles. Sehr viel Wunderliches und Abgedrehtes.
Nur leider ist Heimanns Buch all das viel zu oft nicht. An vielen Stellen verliert sich die Geschichte in leider langweiligen Erzählungen darüber, was wer wo in irgendwelchen Sitzungen sagt. Oder er beschreibt Vorgänge, die nicht wirklich relevant sind – wo man dann doch weiterblättert.
Einzelne Episoden sind dagegen wirklich schmunzelig, aber selbst die oftmals dann zu lang und ausschweifend erzählt.
Das ist schon enttäuschend – denn der Buchtitel ist kreativ und verspricht ein lustiges Buch. Aber die tote Kuh wird gegen Ende lapidar abgehandelt. In seinem Blog hat Ralf Heimann schon sehr viel pointiertere Texte geschrieben.

Ralf Heimann: Die tote Kuh kommt morgen rein – Ein Reporter muss aufs Land
Scherz, 330 Seiten
5/10

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RT im Kino

Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten

Montag, den 25. Januar 2016

In den 50ern. Eilis Lacey (Saoirse Ronan) hat genug von ihrer Heimat in Irland. Sie beschließt, auszuwandern. Sie will nach New York, genauer: nach Brooklyn. Mit Unterstützung eines Priesters bekommt sie einen Unterschlöupf und Arbeit.
Aber dieses Heimweh! Es bricht ihr fast das Herz.
Bis sie Tony (Emory Cohen) kennenlernt. Sie gehen zusammen aus und bald ist klar: Es ist Liebe.
Dann aber ruft doch die alte Heimat: Daheim in Irland ist Eilis’ Schwester gestorben. Sie reist zurück – und die Familie und Freunde versuchen mit aller Macht, sie dort zu behalten. Wo ist sie aber, die Heimat. Dieser Frage muss sich Eilis nun stellen.

“Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten”. Der Untertitel erscheint ein wenig übertrieben. Die Story ist erstaunlich simpel. Frau zieht weg. Frau verliebt sich. Frau muss zurück. Frau im Heimatkonflikt.
Mehr passiert nicht. Wirklich negativ ist das aber auch nicht, denn das Ganze lässt sich ganz gut weggucken, ist nie langweilig und tut nicht weh.
Was aber weh tut, das sind viele erschreckend schablonenhafte Dialoge. Insbesondere die Texte, die Emory Cohen (Toni) da aufsagen muss, lassen einen den Magen verkrampfen. Gestelzt und schleimbeladen. Auch Hauptdarstellerin Saoirse Ronan muss ständig irgendwelche Lebensweisheiten aufsagen. Es wirkt manchmal, als stünden alle unter Drogen. Das wirkt hin und wieder unfreiwillig komisch. Und das bei einem Drehbuch von Nick Hornby.
Wie gesagt: nett. Ein seltsam harmloser Gutfühlfilm mit kleineren Konflikten. Dass dieser nun zu den Oscar-Kandidaten zählt – das ist eigentlich das erstaunlichste an “Brooklyn”.

Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten
GB 2015, Regie: John Crowley
Fox, 112 Minuten, ab 0
6/10

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