Tagesarchiv für 18. Januar 2016

aRTikel

Drei Städte feiern runden Geburtstag

Montag, den 18. Januar 2016
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Festgottesdienst zum 800. Jubiläum von Oranienburg, Kremmen und Zehdenick im Dom zu Brandenburg an der Havel

MAZ Oberhavel, 18.1.2016

Brandenburg an der Havel.
Die Städte Oranienburg, Kremmen und Zehdenick feiern in diesem Jahr ihren 800. Geburtstag. Der Auftakt für die Festlichkeiten fand am Sonntagnachmittag jedoch in Brandenburg an der Havel statt. Im Dom Sankt Peter und Paul liegt die Urkunde aus dem Jahr 1216, auf der die Orte erstmals erwähnt worden sind – mit den drei Oberhavel-Städten, wobei natürlich „Bochzowe“, also Bötzow, und nicht Oranienburg auf der Urkunde steht – auch Rathenow, Saarmund, Rhinow, Jessen, Luckenwalde, Friesack, Glienecke (bei Ziesar) und Fehrbellin.

Kremmens Stadtverordnetenvorsteher Detlef Reckin (SPD) – Bürgermeister Sasse hat aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt – hat seine Stadt auf der Urkunde erst nach Hinweisen anderer gefunden. „Sechste Reihe, links, unterm Knick“, sagte er und lächelte. Wie auch Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) und Zehdenicks Stadtchef Arno Dahlenburg (SPD), hatte Reckin das erste Mal die Gelegenheit, sich im Dom die Originalurkunde anzusehen. „Das ist ein erhebendes Gefühl“, sagte Arno Dahlenburg. „Alles ist vergänglich, diese Urkunde bleibt.“

Den Festgottesdienst im kühlen Dom zu Brandenburg gestalteten auch Helfer aus Oberhavel. Mit dabei waren die Pfarrer Arndt Farack und Hanns-Peter Müller aus Oranienburg, der Organist Jack Day, der Posaunenchor aus Kremmen und der Kammerchor der Kirchengemeinde in Oranienburg.
Markus Dröge, der Landesbischof der Evangelischen Kirche, erinnerte in seiner Predigt daran, welche Bedeutung und Kraft von den Städten des Mittelalters ausging. „Hier hat es sich immer gelohnt zu leben, hier lohnt es sich auch heute zu leben.“ Er dankte den Ehrenamtlichen, die sich in Vereinen, der Kultur, Feuerwehr und in der Politik engagieren.

Bei einem Empfang im Brandenburger Rathaus im Anschluss wies Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) darauf hin, dass die Festorte sogar älter seien als Berlin – genauer gesagt: 21 Jahre älter. „Das sollte uns selbstbewusst machen“, sagte er in seiner Rede. Den Menschen in der Region sei in den vergangenen Jahrhunderten selten etwas in den Schoß gefallen, sie mussten sich vieles hart erarbeiten. Woidke wünschte sich, dass die Orte in Brandenburg noch selbstbewusster auftreten.

Oranienburg feiert den 800. Geburtstag hauptsächlich mit einer Festwoche im Juni, Zehdenick folgt Ende Juni, Kremmen Mitte Juli. „Ich gehe davon aus, dass ich bei allen Feiern dabei sein werde“, sagte Oberhavels Landrat Ludger Weskamp (SPD) am Sonntagnachmittag. Der eigentliche Termin, der eigentliche 800. Geburtstag ist übrigens erst am 28. Dezember 2016. Auf diesen Tag ist die Urkunde datiert. Deshalb wird das Festjahr an diesem Tag in Zehdenick auch mit einem ökumenischen Gottesdienst beendet, wie Bürgermeister Arno Dahlenburg ankündigte.
„Wir sind im Jubiläumsjahr recht gut aufgestellt“, so Dahlenburg weiter. Die Stadt werde rausgeputzt. In den vergangenen Jahren sei die Infrastruktur verbessert worden. Ähnlich beurteilt Detlef Reckin die Stadt Kremmen. „Es war und ist eine Ackerbürgerstadt. Kremmen hat sich nach der Wende unheimlich weiterentwickelt und ist heute ein lebenswertes kleines Städtchen, wo es sich lohne, zu wohnen.“

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ORA aktuell

Oranienburgs Bürgermeister ist jetzt Ritter Hansi

Montag, den 18. Januar 2016
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Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke hat eine hohe niederlländische Auszeichnung bekommen. Er ist jetzt Ritter im Orden Oranien-Nassau. Der Titel wurde von König Willem-Alexander vergeben und von Botschafterin Monique van Daalen übergeben.

Bei einem Festakt im Rahmen der 800-Jahr-Feiern von elf Städten und Gemeinden in Brandenburg an der Havel würdigte die Botschafterin Laesickes Verdienste in Oranienburg und für das Schloss und damit auch den deutsch-niederländischen Beziehungen.

Hans-Joachim “Hansi” Laesicke war von der Auszeichnung sehr überrascht, er wusste nicht, dass er bei dieser Veranstaltung ausgezeichet wird. Sogleich gab es auch erste Anfragen, ob man ihn nun “Ritter Hansi” nennen müsse.

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RT im Kino

The Big Short

Montag, den 18. Januar 2016
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2008 ist die Blase zerplatzt. Die Immobilienhändler haben sich gewaltig verspekuliert, und nun fallen die Kurse ins Bodenlose. Die Folge: tausende Entlassungen. Millionen Menschen verlieren Hab und Gut.
Ein Schock. Aber auch eine Überraschung? Für einige Experten nicht.
Und davon handelt “The Big Short”. Denn wer bis jetzt nicht genau wuste, was denn damals passiert ist, bei dieser Wirtschaftskrise des Jahres 2008, der sollte sich diesen Film ansehen. Denn dort wird vieles erklärt – und das sogar recht anschaulich.

Hedgefonds-Manager Michael Burry (Christian Bale) erkennt, was andere Experten nicht sehen wollen: Er prognostiziert das Platzen der Immobilienblase und das Zusammenbrechen der Wirtschaft. Und das schon 2005.
Aber klar, keiner will ihm glauben.
Also macht er es ganz anders: Er wettet gegen das Finanzsystem – durch Shortings, also Leerkäufe von Aktien großer Häuser wie der Deutschen Bank oder Goldman Sachs.
Da ist er nicht der einzige. Mehrere Gruppen von Managern sind dem großen Knall auf der Spur.

Klingt kompliziert, und das ist es in diesem Fall auch. Aber Adam McKay und das Team von “The Big Short” schaffen es, das dem Publikum recht gut zu erklären. Und das durch einen einfachen Kniff. Wird es zu kompliziert, dann fällt das auch dem “Erzähler” Greg Lippmann (Ryan Gosling) auf. Dann gibt es zwischendurch ein Erklärstück, in dem recht anschaulich an vergleichbaren Beispielen erklärt wird, welcher Vorgang, welche Begriffe gerade unklar sind.
Sehr intelligent gemacht und hilfreich.
Es ist ganz sicherlich nicht so, dass man immer im Detail alles versteht, was da vor sich geht, aber immerhin macht der Film es möglich, dass man die ganze Thematik mindestens grob kapiert.
Mit Ryan Gosling, Christian Bale, Steve Carell und Brad Pitt ist zudem großes Personal an Bord. Alle spielen sie Manager, die an der Situation verzweifeln. Die wütend sind, die entsetzt sind, die handeln wollen – und ei es nur zum eigenen Vorteil.
Das sind übrigens auch die Emotionen, die der Zuschauer hat. Es gibt einige witzige Augenblicke, bei denen einem aber schnell das Lachen im Hals steckenbleibt. Man wird wütend, man ist entsetzt darüber, wie betrügerisch, wie blauäugig die Wirtschaftsspezialisten vorgangen sind. Und wohl immer noch und wieder vorgehen.
Ein wichtiger Film.

The Big Short
USA 2015, Regie: Adam McKay
Paramount, 131 Minuten, ab 6
8/10

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