Tagesarchiv für 11. Januar 2016

RTZapper

Schulz & Böhmermann

Montag, den 11. Januar 2016
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SO 10.01.2016 | 22.45 Uhr | zdf_neo

“Roche & Böhmermann” ist Geschichte. Schon lange. Nach zwei Staffeln bei zdf.kultur zerbrach die Moderationspartnerschaft zwischen Charlotte Roche und Jan Böhmermann. Das war schade, denn “Roche & Böhmermann” war cool. So ganz anders als andere Talkshows. Sie luden sich Gäste ein, um zu plaudern oder zu pöbeln oder zu ignorieren. Dazu ein sehr gelungener minimalitischer Style in den Einspielfilmen, im Vorspann und der Musik.
Nach dem Aus wurde es still um die Sendung – bis jetzt.

Am Sonntagabend lief die Neuauflage “Schulz & Böhmermann” bei zdf_neo. Und die Premiere war gut und schlecht – alles beides. So wie immer eigentlich. Denn so genial die beiden und die Sendung ist. Jede von ihnen hatte – und so war es auch diesmal – langweilige Momente, die von wirklich unterhaltsamen und großartigen abgelöst worden ist. Um dann wieder lahm zu werden.

Während Roche die fraulich-erotisch-naive Nummer in die Show brachte, war es hier Olli Schulz`ehrliches Interesse an den Leuten. Was manchmal dazu führte, dass er selbst sehr viel redete.
Die schönen Einspieler mit William Cohen, der die Gäste vorstellte, gibt es nicht mehr, stattdessen werden Texte von Sybille Berg eingespielt und dazu der jeweilige Gast in Großaufnahme gezeigt. Auch das ist lustig, machte aber damals noch mehr Spaß.

Ansonsten das übliche Chaos. Lustige, oberflächliche, streitbare, manchmal auch ernsthafte Gespräche. Arzt-Hochstapler Gert Postel gab Psycho-Analysen, um sich dann von Böhmermann belehren zu lassen, dass er ja gar kein Psychologe sei. Jörg Kachelmann berichtete von vielen Hakenkreuzen im Mannheimer Knast. Dazu Drehbuchautorin Anika Decker und Rapper Kollegah.

Irgendwie bleibt am Ende von “Schulz & Böhmermann” eine seltsame Leere zurück. War das jetzt gut? War es schlecht? Hat sich die Stunde zu schauen gelohnt? Oder doch eher belanglos?
Vermutlich: viermal ja.

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RTelenovela

Charité

Montag, den 11. Januar 2016
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Wer in die Charité will, der sollte sich besser vorher informieren, wo genau er hin muss. Denn das berühmte Berliner Klinikum hat verschiedene Standorte, und an den Standorten gibt es dann auch widerum zig Einrichtungen. Da kann es schon mal passieren, dass man auf verlorenenem Posten ist.

Die Charité ist für mich eigentlich nur das Hochhaus mit dem Klinik-Schrifzug. Aber wer in der Gegend in Mitte unterwegs ist, weiß: Die Charité ist mehr.
Ich habe so direkt nur eine Erinnerung an die Charité. Irgendwann in den späten 80ern war dort meine Oma, um sich eine Augenkrankheit behandeln zu lassen – mit Radioaktivität. Was bedeutete, dass wir sie nicht direkt besuchen durften. Nur durch eine Scheibe gucken – wenn kich mich richtig erinnere.

Nach fast 30 Jahre also der zweite Besuch der Charité, zu einer Freundin, die dort operiert worden ist.
Sie nannte mir vorher die Nummer der Abteilung, in der sie ist und die Zimmernummer.
Ich setzte mich also ans Internet und begann bei der Charité zu recherchieren, wohin ich denn nun eigentlich muss.
Blöde Sache: Mit der Abteilungsnummer konnte die Suchmaschine der Charité nichts anfangen, und ich hatte keinen blassen Schimmer, was genau das für eine Abteilung ist. Damit ist man eher aufgeschmissen. Immerhin wusste ich: Ich muss zum Campus Mitte.

Ohne Nachfrage bei der Patientin ging also nichts, sie nannte mir dann die Adresse und beschrieb, wie das Gebäude aussieht, wo ich hin muss.
Die Adresse fand ich. Im Innenhof sah ich mich um und stand inmitten von lauter Gebäuden, die so aussahen, wie beschrieben. Ich musste anrufen, fand so aber mein Ziel.
Merke: Wer zur Charité will, muss recherchieren und kommunizieren.

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