Tagesarchiv für 5. Januar 2016

RTZapper

Achim Mentzel ist tot

Dienstag, den 5. Januar 2016
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Oben, im Himmel, haben sie jetzt vermutlich ein bisschen Angst. Wird er ständig “Sauer macht lustig” singen? Oder die alten Songs der Stones? Eines aber ist klar: Es wird ein Stück lustiger da oben.
Die Spreewaldgurken tragen Trauer. Achim Mentzel ist tot. Er wurde nur 69 Jahre alt, brach am Montagmittag zu Hause in Gallinchen plötzlich zusammen und verstarb wenig später. Das kommt mir leider bekannt vor.

Ein toller Mensch hat uns da verlassen. Okay, “Achims Hitparade” war jetzt nicht so meins. Und irgendwie war er ja auch immer unfreiwillig komisch, wenn er seine Moderationstexte runterstotterte.
Dann aber kam Oliver Kalkofe mit seiner “Mattscheibe” und zog Achim durch den Kakao. Und was machte Achim? Lachte drüber. Lachte mit. Machte mit. Es entstand die sehr besondere Kalkofe-Mentzel-Freundschaft. Der Zonenzausel, wie Kalkofe ihn nannte, hatte Humor. Lachte. Sorgte dafür, dass sein Publikum Spaß hatte und scherte sich gar nicht drum, wenn man ihn verarschte. Er hatte es Mitte der 90er verstanden: Diese Verarsche war goldene PR – für ihn. Und er nutzte das, und plötzlich kannten ihn auch die jungen Leute.

2012 traf ich Achim Mentzel in Kremmen. Er war zu Gast bei unserer “Mitreden”-Talkshow im Theater “Tiefste Provinz”. Achim kam extra aus Cottbus – und zeigte, was ein Entertainer drauf haben muss. Hinter der Bühne noch konzentriert, durchaus ernsthaft, schaltet er auf der Bühne um. Da war er ganz der Achim, die Stimmungskanone, die wir kannten. Ein Stichwort genügte, und er erzählte spannend und witzig aus seinem bewegten Leben.
Wie er mit der Musik begann, von seiner Flucht in den Westen und der Heimkehr in die DDR – und natürlich über den West-Siegeszug in “Kalkofes Mattscheibe”.

Nun tingelt er nicht mehr. Und der Reigen der Entertainer wird wieder ein bisschen kleiner. Mach’s gut, Achim! Warst ein doller Typ!

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ORA aktuell

Bahnhof Oranienburg: Familie steckte in Fahrstuhl fest

Dienstag, den 5. Januar 2016

Ein Paar mit einem zweijährigen Kind steckte am Sonntagmittag für etwa 90 Minuten in einem Fahrstuhl fest. Sie wollten auf dem Bahnhof Oranienburg den mittleren Regionalbahnsteig verlassen. Das berichtet “Der Tagesspiegel”.
Auch das Drücken des Notknopfes habe nichts genutzt. Schließlich musste die Feuerwehr anrücken, um die Familie zu befreien.

Am Montag ist nach Angaben der Oranienburger Wehr der Fahrstuhl ein weiteres Mal steckengeblieben. Unklar ist, warum die Bahn bei solchen Notfällen nicht selbst eingreift und den Fahrstuhl nicht gesperrt hat.

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RTZapper

Tatort: Fegefeuer

Dienstag, den 5. Januar 2016
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SO 03.01.2016 | 20.15 Uhr | Das Erste

Der “Tatort” hat Fernsehgeschichte geschrieben, findet Til Schweiger. Kompromisslos, atemlos, viril und phantastisch sei er gewesen, findet Til Schweiger. Non-Stop-Action in diesen 90 Minuten, in denen sonst meistens dummes Zeug gelabert wird, findet Til Schweiger.
Ob Til Schweiger die 90 Minuten am Sonntagabend, als sein “Tatort: Fegefeuer” im Ersten zu sehen war, onanierend verbracht hat, werden wir hoffentlich nicht erfahren.
Aber wenn Eigenlob stinken würde, dann Schweigers Wohnung vermutlich ein Luft-Notstandgebiet.

Ja, der vierte Schweiger-“Tatort” war stellenweise ganz spannend. Und er bot auch ordentlich Action, und er war immerhin interessanter als der Vorgängerfilm zu Neujahr. Aber ein Meilenstein? Ähmnein.

Auf seiner Facebook-Seite hat es Til seinen Kritikern aber mal ordentlich gegeben. Was er am Sonntagabend dort von sich gegeben hat, ist Selbstbefriedigung der wirklich unangenehmen Art. Er, Til, ist der beste Filmemacher. Alle anderen “Tatort”-Folgen sind Müll, denn nur Til hat es drauf. Sagt Til. Jeder, der das anders sieht, ist ein Trottel. Findet Til. Man sei schwach und klein und natürlich bloß ein Neider, wenn man einfach nicht zugeben will, dass Tils “Tatorte” einfach mal ein Meilenstein der deutschen Fernsehunterhaltung ist.
Dass die Quoten seiner “Tatort”-Reihe rapide gesunken sind, liegt ganz sicher nicht an ihm. Vermutlich erkennen die Leute einfach nicht, was für eine Granate er ist.

Ich weiß ja nicht, an welchen Komplexen Til Schweiger leidet. Aber diese “Ich bin der Allerbeste”-Attitüde, die ist einfach nur eklig.
Dabei ist das schade, denn Til Schweiger hat tatsächlich schon viele gute Filme gemacht, und er hat wirklich Talent. Seine “Tatorte” sind aber trotzdem nicht das Maß aller Dinge.
Aber okay, ich bin ja sowieso nur neidisch. Keine Ahnung, worauf.

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