Tagesarchiv für 2. Januar 2016

RT liest

Jay Bell: Zwei Jungs im Sommer

Samstag, den 2. Januar 2016

Schicksal. Manchmal besteht das Schicksal aus einer bestimmten Person, die einen im Leben immer wieder begegnet. Von der man irgendwie nie lassen kann.
So scheint es bei Ben und Tim zu sein. Die beiden gehen auf dieselbe Schule, und Ben verliebt sich in diesen Typen, der allerdings ganz anders zu ticken scheint. Tim hat reiche Eltern, er ist Sportler, und er ist total beliebt, und eine Freundin hat er natürlich auch.
Dann aber kommt es zu einem Unfall, an dem Ben allerdings nicht ganz unschuldig ist. Er bringt ihn und Tim jedenfalls näher zusammen.
Dass die beiden zusammenkommen, ist allerdings bei weitem nicht das Ende der Geschichte…

Das ist übrigens auch das größte Missverständnis des deutschen Buchtitels “Zwei Jungs im Sommer”. Denn “Something like Summer” ist mehr als eine seichte Sommerliebesgeschichte. Vielmehr geht es darum, um Beziehungen zu kämpfen, um das eigene Standing und das des Partners. Darum, sich entscheiden zu müssen.
Das liest sich an vielen Stellen recht gut, dann aber gibt es Momente, in denen der Autor Jay Bell plötzlich total oberflächlich wichtige Ereignisse im Schnelldurchlauf erzählt. Einen wirklich Schicksalsschlag erzählt er quasi in wenigen Sätzen. Auch nimmt die Geschichte dann doch einige atemberaubend Umwege, die dann doch anstrengend sind.
Eines aber stört sehr: Das Buch ist unfassbar schlampig redigiert. Da fehlen an vielen Stellen Buchstaben, da werden nicht nur einmal Namen verwechselt (!), an einer Stelle wurde vergessen, die Kapitelüberschrift zu layouten. Das wirkt leider sehr billig und ist ärgerlich.

Jay Bell: Zwei Jungs im Sommer
Bruno Gmünder, 351 Seiten
5/10

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RTelenovela

Den Dreck macht dann jemand anderes weg

Samstag, den 2. Januar 2016
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Müll, überall Müll. Wer am Neujahrstag durch Oranienburg gefahren ist, wird die Brennpunkte der Nacht davor entdeckt haben.
Es ist immer wieder erstaunlich: Überall wird gemeckert und gemosert, dass alles teurer wird, dass man sich nicht mehr leisten kann und man sich ja gar nichts mehr kaufen kann. Aber in der Silvesternacht: Da wird geböllert und geknallt, was das Zeug hält. Da stellen sich die Leute – gern schon Silvester um 19 Uhr – auf die Straße und zünden ihre Batterien an. Und dann geht’s los. Peng, Puff, ahhhh….
Hunderte von Euro geben die Leute davor aus. Hoffentlich nicht die, die dann wieder über fehlendes Geld meckern. Mal ganz abgesehen von den vielen verschreckten Tieren, die die Neujahrsnacht so richtig Angst macht.

Neujahr liegt der Mist dann auf den Straßenrändern rum. Der Kreisverkehr in der Saarlandstraße in Oranienburg-Süd ist stellenweise übersät mit Verpackungen und Knallerresten. Auch in der Innenstadt auf dem Mittelstreifen, auf den Gehwegen, an den Abfallbehältern. Überall stapelt sich das Zeug, und überall sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld. Schlimmer noch sieht es von vielen Stellen in Berlin aus.
Den Müll wegräumen? Och, das kann doch jemand anderes machen, wozu zahlen wir denn Steuern, wozu gibt es denn eine Stadtreinigung? Da knallt man dann gemütlich, um danach zufrieden nach Hause zu schlurfen. Ja, lasst den Scheiß doch liegen, sieht ja so toll aus.

Funktioniert natürlich nicht in den kleinen Nebenstraßen. Da kommt keine Straßenreinigung vorbei, und mit den Nachbarn gibt es Ärger, wenn der Neujahrsdreck noch ewig rumliegt. Da sieht man spätestens am Neujahrsmittag die Böllerer mit einem besen auf der Straße stehen…

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RTZapper

New Year’s Eve live

Samstag, den 2. Januar 2016
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FR 01.01.2016 | 5.30 Uhr | CNN

Wenn Deutschland schon längst den Jahreswechsel vollzogen hat, zieht die US-Ostküste nach. Der Jahreswechsel auf dem Times Square in New York, jedes Jahr live übertragen von CNN, gehört zu einem guten Ende einer Silvesternacht.

Denn was Berlin immer noch nicht drauf hat, das ist in New York selbstverständlich.
Mitternacht in Berlin: Die Kameras sind auf das Brandenburger Tor gerichtet, irgendwo da ganz hinten, ganz klein im Bild, macht es piff und puff, und ein niedliches Feuerwerk beginnt. Große Bilder und Emotionen? Fehlanzeige. Berlin kann es einfach nicht.
Sydney, ein paar Stunden davor: Mega-Feuerwerk im Hafen. Auch andere Städte liefern jedes Jahr tolle Bilder. Berlin nicht.

Dann, sechs Stunden nach uns: New York. Der Übergang ins neue Jahr ist eine schöne, irgendwie rührende Abfolge von Traditionen: Um 23.59 Uhr senkt sich ein goldener Ball herab, auf der Mega-Anzeigetafel am Times Sqaure läuft der Countdown, alle zählen die Sekunden runter. Um Mitternacht singen alle “Old lane syne”. Dann ertönt Frank Sinatras “New York, New York”, danach “Wonderful World”. Dazu liegen sich alle in den Armen. Es ist kein Mega-Spektakel – aber es sind schöne Bilder, die New York da liefert. Muss live echt schön sein…

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