Monatsarchiv für Dezember 2015

RTelenovela

2015

Donnerstag, den 31. Dezember 2015
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DIE BESTE PARTY
Sabis Hochzeit in Groß Behnitz

DAS BESTE KONZERT
Herbert Grönemeyer in Berlin

DER BESTE SONG
Mark Forster – Bauch und Kopf
außerdem:
Prag – Dieser Himmel
Joris – Herz über Kopf
Adele – Hello
Sam Smith – Writings on the Wall
Mans Zelmerlöw – Heroes

DAS BESTE ALBUM
Mark Forster – Bauch und Kopf
außerdem
Prag – Kein Abschied

DER BESTE FILM
Der Marsianer – Rettet Mark Watney
außerdem:
Freistatt
Whiplash

DER SCHLECHTESTE FILM
Kartoffelsalat – Nicht fragen
außerdem:
Poltergeist
Camino de Santiago

BESTE TV-SENDUNG
Club der roten Bänder, VOX
außerdem:
Neo Magazin Royale, zdf_neo
Bombenjäger – Oranienburgs explosives Erbe, rbb
Tatort: Borowski und die Kinder von Gaarden, Das Erste
Die Ungehorsame, Sat.1
Weißensee, Das Erste
Bates Motel, VOX
Kessler trifft… Horst Lichter, ZDF

SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Secret Hunters: Die Geheimnisse des Grabowsees, Welt der Wunder
außerdem:
Frauentausch: Jutta vs. Jasmine, RTL II
Sarah & Pietro… bauen ein Haus, RTL II
Stadlshow, Das Erste
Die Lars Reichow Show, ZDF

BESTER RADIOSENDER
radioeins. Ein bisschen Beständigkeit.

BESTES BUCH
Gavin Extence – Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat
außerdem:
Thomas Mohr – Die Schützen
Hansen Hoepner / Paul Hoepner – Zwei nach Shanghai

BESTER AUGENBLICK
Wandern und kraxeln im Hochland in Island

SCHLECHTESTER AUGENBLICK
Zu wissen, dass man von jemandem Abschied nehmen muss – für immer.

RTZapper

Das war 2015!

Donnerstag, den 31. Dezember 2015
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Lügenpresse, halt die Fresse!
Die deutschen Medien befinden sich 2015 in einer Vertrauenskrise. Zumindest scheinbar. Auf Demonstrationen von sogenannten Abendspaziergängern, von AfD oder NPD oder allem zusammen, bekommen Journalisten diese Parole immer wieder ins Gesicht und in die Kamera gebrüllt. Man möchte die Presse nicht da haben, aber man möchte auch, dass ihre Meinungen in eben jener Presse vorkommen und beschwert sich über angeblich einseitiger Berichterstattung.
Die Flüchtlingskrise, die 2015 auch Deutschland erreicht hat, macht auch den Medien zu schaffen. Wie macht man’s richtig? Ausführlich über Anti-Asyl-Demos berichten? Über die Willkommensinitiativen? Über die Flüchtlinge selbst? Es scheint: Wie sie es machen, sie machen es in irgendwessen Augen immer falsch. Wobei Medien noch nie dazu da waren, einfach nur die eigene Meinung zu bestätigen. 2015 scheinen das mehr und mehr Menschen zu vergessen. Der Ton wird rauer.
Da ist es doch mal gut, einfach mal zu schweigen: Wie es der Aktivist Harald Höppner in der Talkshow von Günther Jauch durchzog: nicht quatschen, sondern einfach mal den Mund halten – und überrumpelte mit einer Schweigeminute sogar den Moderator.

Ein Moment der Ruhe. Innehalten. Angesichts so dramatischen Ereignissen wie dem Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” in Paris ist das auch nötig. Zwölf Menschen starben bei diesem Angriff auf die Pressefreiheit. Millionen gingen danach auf die Straße, und auch Politiker aus aller Welt trafen sich in Paris. Letztere mussten sich vorwerfen lassen, ihre Trauer inszeniert haben, weil sie abseits der eigentlichen Demonstraten standen. Dabei wäre das aus Sicherheitsaspekten vermutlich Wahnsinn gewesen.

Im Herbst folgte ein zweiter Terroranschlag in Paris. Dann noch der Abschuss eines Flugzeuges. Das Flugzeugunglück in den Alpen, als ein Co-Pilot die Maschine in den Bergen zerschellen ließ. Nachrichten in Dauerschleife. Weiter und weiter. Journalisten im Hamsterrad.

Zwei, die rausstechen, sind Anja Reschke (NDR) und Dunja Hayali (ZDF). Letztere ließ sich bei AfD und Pegida beschimpfen, hörte sich aber trotzdem an, was die Leute zu sagen hatten. Wenn sie was zu sagen hatten. Anja Reschke zertrümmerte den Schlusstrich, den einige Leute unter die Auschwitz-Erinnerungen setzen wollten. Stach mit bissigen Kommentaren zur Asylkrise und zum rechten Populismus heraus. Beide Frauen sind mutige Journalistinnen mit Haltung.

Auch Jan Böhmermann macht auf sich aufmerksam: #Varoufake. Und: #Varoufakefake. Böhmermann behauptet in seiner zdf_neo-Late-Night-Show “Neo Magazin Royale”, dass der in der ARD-Talkshow “Günther Jauch” gezeigte Stinkefinger des griechischen Politikers Yanis Varoufakis gar nicht echt sei – und präsentierte ein Video, in dem zu sehen ist, wie Böhmermanns Leute das bei Jauch gezeigte Video fälschen. Ist Jauch auf einen Fake von Böhmermann reingefallen? Ist er nicht, und Jauch selbst war sich nicht mal sicher. Es soll nervöse Anrufe gegeben haben. Der Böhmermann-Fake aber war ein Fake. Grandios, und der Mediencoup des Jahres.

Hui. Bei all dem Stress will man doch mal durchatmen. Dachte sich vielleicht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und gab dem Youtube-Star LeFloid ein Interview. Okay, inhaltlich hatte das wenig Neuigkeitswert. Für die alten Hasen aus Funk, Fernsehen und Presse war das aber ein gefundendes Fressen, um mal wieder über die Internetfritzen zu lästern.
Als Merkel aber nur Tage später im ARD-Sommerinterview saß, gab es nach wenigen Minuten mit kritischen Fragen auch nur noch Kuschelthemen. Liebe gestandene Fernsehjournalisten: Macht’s doch einfach besser – dann können Sie eventuell weiterlachen.

Wie schön kann da mal ein etwas anderer Staatsbesuch sein – die Queen war in Deutschland. Da können auch seriöse Journalisten endlich mal klatschen und tratschen. Was denn das Adlon zu bieten hat. Und ob die Queen denn ein schönes Kleid an hat. Und wie denn wohl ihr Schlafzimmer im Hotel eingerichtet ist.

Und wenn man mal gar keine Nachrichten zu vermelden hat, macht man sie sich eben selbst und stellt ins “Tagesthemen”-Studio eine Puppe nur mit Unterkörper. Damit die Journallie sich wundern kann. Hat geklappt. Natürlich. Mit Mega-PR verkündete ARD-aktuell Tage später, dass man in Zukunft auch die Beine der Nachrichtensprecher sehen wird. Da ging ein Ruck durch Deutschland.

Aber genug von Nachrichten und dem ewigen Politstreit. Wie entspannend kann doch da das jährliche Dschungelcamp bei RTL sein. Und zur Abwechslung herrschte da mal Harmonie. Keiner der Insassen wollte sich so richtig streiten, und Walter Freiwald war der einzige, der für Stunk sorgte, aber bald rausgewählt worden ist. Alle hatten sich lieb. Herrlich. Hat uns aber auch nicht gepasst. Stunk! Wir wollen Stunk! Na ja, vielleicht nächstes Jahr wieder.

Das ZDF versuchte es mit einer Show, in der nichts anderes passieren sollte, als dass live ein paar Vögel aus Eiern schlüpfen sollten. Weil am 1. April ausgetrahlt, hielten es viele für einen Scherz. War aber keiner. Leider.
War allerdings bestimmt wenigstens nicht so teuer, das Ganze. Schließlich muss das Fernsehen sparen.
Das hat man 2015 bei “Deutschland sucht den Superstar” noch nie so deutlich gesehen. Für die Verkündungen, wer eine Runde weiter kommt, hat man einfach einen Bus auf einen Parkplatz gestellt und von dort gesendet. Zwei Dutzend Fans schauten immerhin auch vorbei. Die Event-Show: ganz schön runtergekommen. Und, wer hat noch mal gewonnen? Ach, wurscht!
Aber immerhin blieben da alle gesund: Bei der neuen ZDF-Show “1000 – Wer ist die Nummer 1?” gab es mehrere Verletzte, ein Mann bekam gar einen Herzinfarkt. Einige Spiele funktionierten technisch nicht, die aufgezeichnete Show war am Ende 35 Minuten kürzer als geplant, und eine Fortsetzung wird es wohl nicht geben.

Im Fall von “Deutschland 83″ weiß man das noch nicht genau. RTL überlegt noch. Schon das ganze Jahr über ist die deutsche Serie aus dem Hause RTL gefeiert worden. Weil sie schon auf Festivals lief. Weil sie schon im US-Fernsehen lief. Weil RTL endlich überhaupt mal was Sehenswertes geliefert hat. Dumm nur: Als sie dann im November endlich auch mal zu sehen war, interessierte das nur wenige. Die Serie wurde ein Flop, selten klafften Kritikermeinung und Zuschauerinteresse so auseinander. Absolut überschätzt.
Aber nicht der einzige Flop.
“Newtopia” zum Beispiel. Ein Jahr lang sollte eine Gruppe Leute auf einem Gelände bei Berlin eine Kleingesellschaft bilden. Alles echt, hieß es. Das Interesse war gering, und als dann auch noch live – aus Versehen oder so – eine Produktionsbesprechung im Internet übertragen worden ist, ging alles den Bach runter. Vorzeitiges Ende.
Oder die “Stadlshow”. Mit dem sollte der “Musikantenstadl” verjüngt werden. Andy Borg hat da nur gestört, er musste gehen. Die “Stadlshow” aber war inhaltlich und produktionsmäßig eine Katastrophe: die Senioren verscheucht und die Jungen – die gucken doch keinen Stadl, auch nicht als Show.
Die gucken übrigens auch kaum noch Castingshows. “Die Band” (ProSieben) und “Popstars” (RTL II) sind böse Flops. Wie auch “Mila”, die Soap-Hoffnung von Sat.1 am Vorabend. Hat keinen hinterm Ofen vorgelockt.

Ein großer Erfolg ist dagegen “Der Club der roten Bänder” bei VOX, eine Klinikserie über junge Patienten. Große Gefühle, große Spannung, große Komödie – ein Hit. Ebenso sehenswert wie die 3. Staffel der ARD-Serie “Weißensee”, die im Gegensatz zur RTL-Serie dicht erzählt und sehr spannend ist. Fortsetzung in beiden Fällen dringend erwünscht. Wir wollen wissen, wie es weitergeht.

2016 wird es ohne sie weitergehen. Lauter Abschiede.
Die Politiker Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Egon Bahr und (viel zu jung) Philipp Mißfelder. Die Journalisten Hellmuth Karasek, Klaus Bednarz, Werner Zimmer und Konrad Toenz. Die Autoren Günter Grass, Henning Mankell, Harry Rowohlt, Ellis Kaut und Jutta Resch-Treuwerth. Die Filmemacher Helmut Dietl und Wes Craven. Die Moderatoren Karl Moik, Sebastian Radke und Ben Wettervogel. Die Schauspieler Norbert Gastell (die Stimme von Homer Simpson), Leonard Nimoy (Spock), Pierre Brice, Elisabeth Wiedemann, Edith Hancke, Hans Teuscher. Die Musiker James Last, Kurt Masur und Lemmy Kilmister (Motörhead). Die Sportfunktionäre Udo Lattek und Gerhard Mayer-Vorfelder. Die DDR-Größen Günter Schabowski und Alexander Schalck-Golodkowski.

Einer ist noch da, aber irgendwie auch nicht mehr. Stefan Raab will das Fernsehen Fernsehen sein lassen. Nie wieder “Schlag den Raab”. Nie wieder “TV total”. Nie wieder Wok-WM, Turmspringen, Bundesvision Song Contest. Raabschied.

Mit Raabs Weggang endet auch die Ära der großen Live-Fernsehshow. Es gibt sie noch, aber immer seltener. Kein Wunder, dass mehr und mehr junge Leute gar kein lineares Fernsehen mehr schauen. Streamingdienste im Internet haben sich inzwischen durchgesetzt, produzieren eigene, exclusive Serien. Die junge Generation macht sich ihr eigenes Fernsehen.

Eines der wenigen Events bleibt immerhin der Eurovision Song Contest. War aber 2015 aus deutscher Sicht nicht ganz so berauschend. Erst wollen die Deutschen, dass Andreas Kümmert zum Finale nach Wien reist. Der Gewählte will aber nicht. Kann aber nicht. Lässt seinen Sieg sausen. Stattdessen fährt die Zweitplatzierte nach Wien (wie heißt sie noch gleich?). Ann-Sophie bekommt dort null (genau: null) Punkte. Die Enttäuschung ist groß, die Verschwörungsrufe natürlich auch (immerhin: auch Gastgeber Österreich hat null Punkte).
Da soll es Xavier Naidoo richten, findet man beim NDR. Der Sänger steht fest, nur der Song soll vom Volke gewählt werden. Der Proteststurm ist groß. Nicht nur wegen der Bevormundung, sondern auch weil Naidoo in der Vergangenheit durch Auftritte bei politisch zweifelhaften Reichsbürger-Demos aufgefallen war. Dass das irgendwie nicht zum weltoffenen ESC passt, ist beim NDR keinem aufgefallen. Nur zwei Tage nach Verkündung zieht man dort angesichts eines Mega-Shitstorms den Schwanz ein. Die Suche nach dem ESC-Star 2016 geht weiter.

Und sonst noch?
Der Jugendkanal von ARD und ZDF kommt. Nun wohl wirklich 2016. Im Internet.
Der Münster-”Tatort” geht weiter durch die Decke und erreichte fast 14 Millionen Zuschauer. Quotenrekord 2015.
Die “Lindenstraße” gibt es auch noch und feiert ihren 30. Geburtstag mit einer live gespielten und ausgetrahlten Folge.
Jürgen Domian ist nun auch schon 20 Jahre dabei – und will Ende 2016 aufhören. Schade.
Bei der “Oscar”-Verleihung muss bei ProSieben jemand gepennt haben: sieben Minuten Sendeausfall. Nun ja, war ja auch nicht so spannend diesmal.
RTL klont mit “Stepping out” seine eigene Tanzshow “Let’s Dance” und hofft, dass der Zuschauer es nicht merkt. Hat er zum Glück trotzdem.

Sind ja nicht doof, die Zuschauer. Also, jedenfalls nicht alle. Ähm, na ja, vielleicht ein paar.
In diesem Sinne: Gute Besserung, 2016!

RT im Kino

Kino 2015

Donnerstag, den 31. Dezember 2015

Die Kino-Hitliste 2015 umfasst 79 Filme.
Bis Platz 48 haben die Filme mindestens eine 7/10-Bewertung, allerdings gibt es in diesem Jahr keine 10/10-Wertung. Dafür aber gleich zwei Null-Punkte-Ausfälle. Das immerhin ist neu.

1. Der Marsianer – Rettet Mark Watney
2. Freistatt
3. Whiplash
4. Wir sind jung. Wir sind stark.
5. Jurassic World
6. Ex Machina
7. Boy 7
8. Self/Less – Der Fremde in mir
9. Love & Mercy
10. Die Lügen der Sieger
11. Asterix im Land der Götter
12. Für immer Adaline
13. Er ist wieder da
14. Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers
15. Ich & Earl & das Mädchen
16. Tod den Hippies!! Es lebe der Punk
17. Frau Müller muss weg!
18. Der große Trip – Wild
19. Traumfrauen
20. The F-Word – Von wegen nur gute Freunde
21. Rico, Oscar und das Herzgebreche
22. St. Vincent
23. Die Peanuts – Der Film
24. Wild Tales – Jeder dreht mal durch
25. Hedi Schneider steckt fest
26. Victoria
27. The Walk
28. Unknown User
29. Fifty Shades of Grey
30. Dessau Dancers
31. Still Alice – Mein Leben ohne Gestern
32. Stonewall
33. Ted 2
34. James Bond 007: Spectre
35. About a Girl
36. Ich bin dann mal weg
37. Big Eyes
38. Minions
39. Bridge of Spies – Der Unterhändler
40. American Sniper
41. The Interview
42. Broadway Therapy
43. 300 Worte Deutsch
44. A Royal Night – Ein königliches Vergnügen
45. We are your Friends
46. Shaun das Schaf – Der Film
47. Domian – Interview mit dem Tod
48. The Boy next Door

49. Als wir träumten
50. Der Nanny
51. The Voices
52. Alles steht Kopf
53. Ich und Kaminski
54. Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit
55. Fack ju Göthe 2
56. Kein Ort ohne dich
57. Margos Spuren
58. Best Exotic Marigold Hotel 2
59. 3 Türken & ein Baby
60. Heute bin ich Samba
61. Life
62. Da muss Mann durch
63. Pitch Perfect 2
64. Halbe Brüder
65. Marry me!
66. Star Wars – Episode VII – Das Erwachen der Macht
67. San Andreas
68. Gefühlt Mitte zwanzig
69. Everest
70. The Babadook
71. Dating Queen
72. Heil
73. Horns
74. Foxcatcher

FLOPS:
79. Kartoffelsalat – Nicht fragen!
78. Poltergeist
77. Camino de Santiago
76. Insidious – Chapter 3: Jede Geschichte hat einen Anfang
75. Steve Jobs

RT im Kino

Die Peanuts – Der Film

Mittwoch, den 30. Dezember 2015

Charlie Brown und seine Freunde sind zurück. Die Peanuts feiern ihr Comeback auf der großen Leinwand.
Zugegeben: So direkt vermisst haben wir sie nicht. Andererseits: Wenn wir die süßen Figuren dann wieder mal in Aktion sehen dürfen, dann ist die Freude doch groß. Und die Erkenntnis: Doch, wir haben sie vermisst!
Aus den oft eher simplen Zeichnungen sind 2015 natürlich computeranimierte Figuren geworden, die aber sind so niedlich, liebevoll und gelungen, dass auch für die Peanuts der Schritt in die moderne Animationswelt gelungen ist.

Charlie Brown hat es – wie immer – nicht einfach im Leben. Die anderen hänseln ihn, und auch er selbst hat das Gefühl, nichts auf die Reihe zu bekommen. Dann aber kommt ein neues Mädchen in die Klasse, und Charlie ist Feuer und Flamme.
Charlie Hund Snoopy ist natürlich der treue Begleiter, und unterstützt ihn, wo er kann (wenn er nicht gerade mal einen Streich spielt oder an einer irren Geschichte bastelt).

“Die Peanuts – Der Film” ist ein Fest für Kinder und Erwachsene. Die Geschichten sind herzig, in ihrer Weisheit aber auch sehr klug. Dem Team um Regisseur Steve Martino ist es gelungen, viele kleinere Storys zu einer großen Geschichte zusammenzustricken. Nur Spoopys Heldenstory ist ein wenig ausschweifend geworden.
Die Figuren haben ihre Charme von einst nicht verloren, jeder hat dort seine Schrulle – und es ist einfach nur schön. Nur die Synchronstimme von Peppermint Patty ist ein bisschen zu brav.
Ansonsten aber sollten auch Nostalgiker, die sich gern an die alten Peantus-Filme erinnern, ihre Vorurteile über Bord werfen, und den neuen (es sind ja immer noch die alten) Peanuts eine Chance geben. Ein wirklicher Wohlfühlfilm im besten Sinne.

Die Peanuts – Der Film
USA 2015, Regie: Steve Martino
Fox, 89 Minuten, ab 0
8/10

RT liest

Ralf König: Pornstory

Mittwoch, den 30. Dezember 2015
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Dies ist die Lebensgeschichte von…
Also, Lebensgeschichte… Das ist dann vielleicht doch übertrieben. Vielleicht eher: Sexgeschichte.
Sexgeschichte könnte es treffen. So irgendwie.
Dies ist also die Sexgeschichte von Eberhard. Schon als Kind hat er heimlich alte Super-8-Filme seines Vaters gesehen. Schmutzige Filmchen. Sex eben.
Das ist zu VHS-Zeiten nicht anders. Da aber schenkt er seinem Kumpel Fritte eine besondere Reise. In Frankfurt soll ein Porno gedreht werden, und die beiden würden mitspielen. Nebst Dutzenden anderen.
Jahre später fliegt das auf. Der Porno von damals ist inzwischen auf DVD gebrannt, und Eberhards Frau ist nicht so ganz amüsiert…

Ralf König hat mit “Pornstory” eine Geschichte zum Schmunzeln in einen Comic gebracht. Dabei ist die Story selbst gar nicht so pornös und explizit, wie manche das von König erwarten. Nein, es geht um Pornos. Ums Porno-gucken, Porno machen und den Umgang damit. Um gekränkte Eitelkeiten, ja, auch um die Geilheit. Wir lernen: Pornos gehören zum Leben, auch wenn einige das vielleicht anders sehen.
Eine kleine, aber feine Pornstory.

Ralf König: Pornstory
Rowohlt, 160 Seiten
7/10

RTelenovela

Zum Friedhof führt kein Weg

Dienstag, den 29. Dezember 2015
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Überall werden Gehwege gebaut. Nur vor dem Friedhof im Oranienburger Neubaugebiet müssen sie vergessen haben, einen zu bauen. Oder er fehlt absichtlich. Wie auch immer: er fehlt.

Die Straßen und Wege in der Kitzbüheler Straße sind alle neu. An der Ecke zur villacher Straße gibt es einen Parkplatz, davon ab führt der Gehweg in Richtung Friedhof – um davor rechts abzuknicken.
Wer nun aber weiter geradeaus zum Friedhofstor will, muss auf der Straße laufen – oder über die Straße auf den Gehweg, um dann die knapp 10 Meter weiterzulaufen, um erneut die Straße zu überqueren.

Dort, wo eigentlich ein Weg am Friedhofszaun verlaufen könnte, ist stattdessen ein Graben. Vielleicht muss das so sein, vielleicht hat das alles einen Sinn. Oder auch nicht. Wirkt jedenfalls ganz schön posemuckelig.

RTZapper

Wunsch-Blitz

Dienstag, den 29. Dezember 2015
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MO 28.12.2015 | 7.00 Uhr | Astro TV

Zwischen den Jahren ist die Zeit der Hellseher: Was bringt 2016? So rein privat?
Kein Wunder, dass bei Hilli Hotan auf Astro TV die Leitungen glühen. Hilli Hotan ist Hellseherin, die legt sich die Karten, lässt sich sagen, wer da anruft, wie alt und Beziehungsstand – und schon weiß sie Bescheid.

Jutta, 56, ruft schon zum zweiten Mal an diesem Montagmorgen beim “Wunsch-Blitz” bei Astro TV an. Sie ist in einer Partnerschaft, und Hilli sieht in ihren Karten eine große Familienfeier auf Jutta zukommen. Vielleicht sogar eine Hochzeit.
Na ja, vielleicht auch ein lapidarer Geburtstag, wer weiß das schon so genau.

Bei Hannelore-Marie, 73, ledig, kommt 2016 jemand auf sie zu. Jemand, den sie länger nicht gesehen hat. Jemand aus ihrem sozialen Umfeld. Hannelore-Marie horcht auf: Ihr Bruder? Kann sein, sagt Hilli.
Irgendwas wird schon richtig sein, irgendwer kommt ja immer mal, nicht wahr, Frau Hellseherin?

Inge, 61, hat einen Freund, und Hilli sieht in den Karten, dass sie zusammen bleiben, und er wird sie fragen, ob sie zusammenziehen wollen. Vielleicht zu Ostern.
Da wundert man sich fast schon, dass sie nicht auch die genaue Uhrzeit weiß, wann der Angebete sie fragen wird.

Einer anderen Anruferin (es riefen am Montagmorgen nur Frauen an) sah Hilli eine Reise hell, im Mai oder Juni. Eine Schiffsreise eventuell.
Und tatsächlich, die Reise war sogar schon gebucht, und Hilli huschte ein Lächeln übers Gesicht. Aber nur ganz kurz.
Hausreparaturen im April, große Feiern im Agust – die Hilli sieht einfach alles.
Okay, hier und da ist es naheliegend, was die Hilli da so sieht, und irgendwie wird sie ja immer recht haben. Einfach immer so ungefähr bleiben wie möglich, da wird schon irgendwie eintreffen, was Hilli sagt. Insofern ist das durchaus clever, was sie da bei Astro TV so treibt. Und die Leute wollen solche Botschaften offenbar hören – und dafür auch die Telefongebühren zahlen…