Tagesarchiv für 19. November 2015

RTZapper

Mario Barth deckt auf

Donnerstag, den 19. November 2015
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MI 18.11.2015 | 20.15 Uhr | RTL

Da nimmt mal jemand Mario Barth ernst, und dann ist es Mario Barth auch nicht recht.
In seiner Sendung “Mario Barth deckt auf” (eigentlicher Titel: “Mario Barth lässt recherchieren, was er noch nicht wusste und tut so, als würde er was aufdecken”), am Mittwochabend bei RTL, erzählte er die Geschichte eines Mannes, der in seinem Live-Comedyprogramm war.
Denn, liebe Zuschauer, das ist dem Mario Barth ganz dolle wichtig: Er ist Comedian! Er ist lustig!
Aber dann war da, wie gesagt, dieser Mann in seiner Liveshow und fragte ihn irgendwann, wann denn die kurzen Filme kommen. Über den BER und so.
Das fand Mario Barth dermaßen lustig, dass da jemand dachte, er deckt auch in seinen Live-Shows was auf und ist ernstzunehmender Aufdecker, dass er es unbedingt in seiner Show erzählen musste.
Also, noch mal zur Klarstellung, und ich vermute, das war Mario Barths Pointe, falls es eine gab: Nein, Mario Barth ist im wahren Leben lustig. Comedian! Kein Enthüller! Oder so. Wie auch immer.

Diesmal deckte Mario Barth auf… ähm, nein, ganz falsch.
Er schickte RTL-Nachrichtenfrau Ilka Eßmüller nach Oranienburg, um aufzudecken… ähm, zu berichten, dass es dort ein Bombenproblem gibt. Und das gibt es in der Tat. Oranienburg sitzt immer noch auf nicht detonierten Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, und so richtig neben der Stadt selbst, hält sich niemand für zuständig.
Das war ein erfreulich gut gemachter Beitrag, was natürlich auch daran gelegen haben könnte, dass Mario Barth ihn einer Nachrichtenfrau überließ.
Aber aufgedeckt? Keine Ahnung, wer auf diesen Titel “Mario Barth deckt auf” gekommen ist. Vermutlich derselbe, der die “RTL II News” für eine verlässliche Nachrichtenquelle hält.

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RT im Kino

Steve Jobs

Donnerstag, den 19. November 2015

Steve Jobs ist Kult. Wenn der 2011 Verstorbene ein neues Apple-Produkt vorstellte, war die halbe welt total erregt, was denn da nun kommt.
Danny Boyle zeigt uns diesen Steve Jobs nun in einem Film. Eine Biografie ist es eigentlich nicht, denn wenn man es mal genaz genau nimmt, dann erfahren wir über ihn zwar ein paar Charakterzüge, aber sehr viel mehr auch nicht.

Drei Akte. 1984, 1988, 1998.
Drei Punkte im Leben von Steve Jobs (Michael Fassbender). Drei Tage, an denen er wieder mal Computer-Neuheiten vorstellt. Aber darum geht es im Film nicht. Jedenfalls nur am Rande.
1984 streit sich Jobs mit einem ehemaligen Kollegen (Seth Rogen), mit Apple-Chef Sculley (Jeff Daniels), seiner PR-Frau Joanna (Kate Winslet) sowie mit seiner Ex-Frau und Tochter.
1988 streitet er sich immer noch mit ihnen.
1998, als er dann seinen eigentlichen Erfolg erreicht, wandelt sich scheinbar auch sein Privatleben.

“Steve Jobs” ist ein schwieger Film, denn irgendwie ist alles unklar. Was will er uns sagen? An wen richtet er sich?
Dass Steve Jobs ein Charakterschwein war, zeigt dieser Film durchaus. Aber wen interessiert’s? Das Problem: In dem Arschloch-sein ist Jobs weder interessant, noch sympathisch, sondern schrecklich egal. Insbesondere in den ersten beiden Akten wird über scheinbar komplett belanglose Themen diskutiert. Und wirklich nur gesprochen. Es wird mit Fachbegriffen um sich geschmissen. Gut gespielt, aber leider komplett uninteressant.
Erst im 1998er-Block kommt Bewegung in die Sache, da werden die Figuren interessanter.
Die Sache ist: Am Ende weiß man im Grunde nichts über Steve Jobs. Nun gut, wie gesagt, er war ein Idiot. Aber wollte ich das wissen? Über seine Arbeit erfahre ich wenig, über seine Arbeitsweise gar nichts, über seine Erfindungen im Grunde auch nichts. Was macht denn seinen Hype aus? Ich erfahre nur, dass da völlig idiotisch tausende Leute in einem Saal sitzen und schon vor der Präsentation ausrasten. Das wirkt albern – auch wenn es im wahren Leben ja auch so war. Was ja ebenso albern war (kommt, gebt es doch mal zu!).
So bleibt nach diesem Irgendwie-Porträt eine seltsame Leere zurück.

Steve Jobs
USA 2015, Regie: Danny Boyle
Universal, 123 Minuten, ab 6
3/10

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