Tagesarchiv für 2. November 2015

RTelenovela

Lass die lieben Kleinen doch plärren!

Montag, den 2. November 2015
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Kinder auf einem Spielplatz sind laut, und das sollen und dürfen sie auch. Manchmal gibt es aber Situationen, da, nun ja, stört es ein bisschen. Und eigentlich ist es die Aufgabe der Eltern, in diesem Augenblick kurz einzuschreiten. Zumindest wenn sie fähig sind, diesen Augenblick als solchen zu erkennen.

Am Sonntagnachmittag fand auf dem Katholischen Friedhof im Oranienburger Neubaugebiet die Gräbersegnung statt. Da versammeln sich auf dem Friedhof gut 100 Leute, singen und beten und gedenken ihrer Angehörigen.
Nebenan, auf einem Klettergerät am Eltern-Kind-Treff, spielte eine Gruppe Kinder, und sie spielten laut. Mama saß ein paar Meter entfernt und daddelte auf ihrem Smartphone rum. Eine weitere Frau lief hin und her. Beide müssen gesehen haben, dass auf dem Friedhof in Sichtweite eine Messe stattfand. Beide haben daraus aber nicht den Schluss gezogen, die Kinder für ein paar Minuten um eine etwas niedrigere Lautstärke zu bitten.

So ist das Kindergeschrei lauter gewesen als die Worte des Pfarrers. Das darf und kann man den Kindern nicht vorwerfen, aber den erwachsenen Begleitern, die leider nicht über den eigenen Tellerrand hinweg sehen konnten. So von wegen gegenseitiger Rücksichtnahme.

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RTZapper

Spiel für dein Land

Montag, den 2. November 2015
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SA 31.10.2015 | 20.15 Uhr | Das Erste

Bei der ARD haben sie mal wieder das ganz große Ding probiert. Drei Länder, zig Millionen Mitspieler und die Mega-Eurovisionsshow: “Spiel für dein Land”.
Was dann aber am Sonnabend in der Primetime zu sehen war, kann man eher als Eurovisiönchenshow durchgehen lassen.

Promis aus den drei deutschsprachigen Ländern traten gegeneinander an. Ein paar wenige Wissensfragen, Skurriles, Sportliches und Funfragen.
Die Zuschauer zu Hause konnten per Smartphone-App oder am Computer live mitspielen und so die Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen.
Und das drei Stunden lang, von Jörg Pilawa moderiert.

Klingt alles erst mal ganz aufregend. Aber die Showerfinder von heute hängen wohl immer noch dem Oma-Opa-Fernsehen nach. Blöde Fragen, doofe Spielchen, ein ewig langes “Sisi”-Special, und bei vielen Fragen durften die Zuschauer mit ihrer App gar nichts machen. “Spiel für dein Land” – zumindest manchmal.
Dazu ein billiges Bühnenbild und ein Moderator und Kandidaten, die am Ende deutliche Ermüdungserscheinungen zeigten.

Können das die Fernsehmacher nicht mehr? Spannende Spiele? Schnelles Timing? Bessere Interaktivität? Ansehnlichere Bühnenbilder? Und kompaktere Sendezeiten? Geht das alles nicht mehr? Scheinbar nicht.
Kann es wirklich sein, dass so manche Show aus den 80ern auch in der Wiederholung noch spritziger und temporeicher sind als so manch heutige Show?
“Spiel für dein Land” jedenfalls war lahmarschig, trutschig – auf jeden Fall sehr enttäuschend. Bitte überarbeiten. Stark überarbeiten!

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RT liest

Tina Seskis: Ungeschehen

Montag, den 2. November 2015

Emily Coleman haut ab. Sie verlässt ihren Mann und ihren Hund, kauft sich ein Zugticket nach London, streift den Ehering ab – und geht.
Ab jetzt ist sie Cat. Ab jetzt kennt sie keiner. Zumindest kennt keiner ihr bisheriges Leben. Sie lässt es hinter sich und fängt neu an. Sie zieht in eine rumpelige WG und beginnt einen neuen Job, wo sie sich ganz von unten hocharbeiten muss.
Aber die Vergangenheit holt sie irgendwann ein.

Eigentlich klingt die Geschichte, die Tina Seskis aufgeschrieben hat, ganz spannend. Aber letztlich wird auf dem Buchcover Spannung aufgebauscht, die so gar nicht da ist.
Insbesondere die erste Hälfte des Buches plätschert seltsam vor sich hin. Komplett ohne Höhepunkte, ohne besondere spannende Momente. Das, was da passiert, ist weder aufregend noch außergewöhnlich.
Und selbst der Cliffhanger, dass sie irgendwas getan haben soll, erweist sich weder als sehr überraschend, noch als echte Wende. Als Leser fragt man sich die ganze Zeit: Kommt da noch was? Es kommt aber nicht wirklich was. Leider.
Deshalb ist “Ungeschehen” auch eher enttäuschend, weil nicht besonders einfallsreich.

Tina Seskis: Ungeschehen
ro ro ro, 333 Seiten
5/10

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