Tagesarchiv für 13. Oktober 2015

aRTikel

Warten auf Heiko

Dienstag, den 13. Oktober 2015
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Comedian Hennes Bender erlebte im Kremmener Theater wieder mal wundersame Dinge

MAZ Oberhavel, 13.10.2015

KREMMEN
Kremmen ist immer für Überraschungen gut. Das erlebte der Bochumer Comedian Hennes Bender am Sonntagabend mal wieder auf eindrucksvolle Weise. Gleich mehrmals brachte ihn sein Publikum im ausverkauften Theater „Tiefste Provinz“ ordentlich aus dem Konzept.
Nicht nur, dass im Saal sogar Zuschauer aus Luzern in der Schweiz saßen (Bender: „Schweizer haben Freunde in Kremmen. Europa wächst zusammen!“). In Kremmen kommt es schon mal vor, dass die Zuschauer mitten in der Vorstellung aufs Klo rennen und sich dazu direkt an der Bühne vorbeischleichen. „Sowas hab ich ja auch noch nicht erlebt“, sagte der sichtlich perplexe Hennes Bender. Gemeinsam mit dem Publikum wartete er, bis Heiko, so hieß der Herr, mit seinem Geschäft fertig war. „Klein oder groß?“, rief er ihm noch nach. Für Heiko gab es dann einen Sonderapplaus, als er wiederkam.
Oder die Dame, die, bevor Bender mit der Zugabe beginnen wollte, direkt aus der ersten Reihe aufstand und ging. Winkend. „Danke fürs Kommen – und Gehen“, so Bender. Eine versteckte Kamera hat es an diesem Abend jedoch nicht gegeben, aber solche Widrigkeiten müssen Künstler aber offenbar einkalkulieren, wenn sie im kleinen Theater auftreten. Bender nahm’s mit Humor und kündigte schon mal an, auch mit seinem neuen Programm wieder nach Kremmen zurückkehren zu wollen.

Die Zuschauer freuen sich sicherlich drauf, denn sein Stand-Up-Abend unter dem Titel „Klein/Laut“ kam beim Publikum sehr gut an. Fast zwei Stunden lang steht Hennes Bender nur mit seinem Mikro auf der Bühne und erzählt. Zum Beispiel darüber, dass es Geräusche gibt, die völlig aus unserem Leben verschwunden sind – wie beispielsweise am Flughafen, wenn an den großen Anzeigetafeln mit einem „Klackklackklack“ die Buchstaben und Zahlen umgestellt wurden.
Sein Alter (47) und seine Größe (1,62 Meter) macht er auch immer wieder gern zum Thema – vor allem, weil er in den vergangenen Jahr noch einen Zentimeter kleiner geworden ist. „Man nähert sich mit dem Alter dem Erdboden“, sagt er. „Es gibt aber auch Körperteile, die größer werden. Leider nicht die, die man sich erhofft hat.“ Nase, Ohren und Füße würde größer werden. „Lange hatte ich Schuhgröße 39, früher wurde ich immer in die Kinderabteilung geschickt“, plauderte er. „Jetzt habe ich Schuhgröße 40.“

Auch die allgemeine Datenüberwachung war ihm ein Anliegen. „Wir wollen doch überwacht werden“, ist er sich sicher. Angesichts der Fotos und Statusinfos, die auf Facebook oder Twitter gepostet werden. Heute werde das Essen fotografiert und im Internet veröffentlicht. „Das ging früher gar nicht, da musste man erst mal den Film vollbekommen.“
So plauderte sich Hennes Bender durch den Abend. Er streifte die Politik und die aktuellen Probleme, er sprach viel über den Alltag und seine neuen Widrigkeiten und brachte das Publikum in Kremmen durch viele Pointen zum Lachen. Es erlebte einen lustigen und kurzweiligen Abend mit sicherlich auch einigen Denkanstößen.

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RTZapper

Tatort: Verbrannt

Dienstag, den 13. Oktober 2015
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SO 11.10.2015 | 20.15 Uhr | Das Erste

Dieser “Tatort” scheint irgendwie wichtig gewesen zu sein. So wichtig und besonders, dass der NDR ihn vorab in vielen Kinos zeigen ließ.
Und tatsächlich: Bundespolizist Falke (Wotan Wilke Möhring) hatte es mit einem brisanten Fall zu tun: Ein Flüchtling aus Afrika verbrennt unter ungeklärten Umständen in einer Zelle einer Polizeiwache. Es folgen Vertuschungen und Ablenkmanöver.
Der Fall beruht auf einer wahren Geschichte, und der Umgang mit Geflüchteten ist gerade sowieso ein großes Thema.

Dafür ist der “Tatort” ein gutes Medium.
Nur leider lief am Sonntag bei RTL Fußball. Und nicht irgendein Spiel. Die deutsche Nationalmannschaft spielte in der EM-Qualifikation gegen Georgien. Durchschnittlich etwa 12,7 Millionen Zuschauer sahen sich das an.
Das Spiel kam nicht überraschend, warum aber die ARD trotzdem einen neuen “Tatort” dagegensetzte, ist seltsam. Die Erklärung dafür aber wiederum typisch: Es werde nach der Sommerpause keine Wiederholung gezeigt. Punkt. Egal, was dagegen läuft.

Der “Tatort” hatte 7,2 Millionen Zuschauer. Für die Reihe ist das ein schlechter Wert, aber dennoch natürlich ein Jammern auf sehr hohem Niveau. Dennoch ist es verständlich, dass die Macher dieses brisanten Filmes nicht gerade glücklich sind über die Umstände der Ausstrahlung.
Zumal es auch auf einsfestival keine reguläre Wiederholung gab. Wegen einer Programmänderung – die dann auch früher zu Ende war als geplant – begann der “Tatort” dort recht spontan um 23.15 Uhr.

Liebe ARD, bitte geht doch etwas sorgsamer mit euren Premiumserien um! Damit tut ihr euch, aber auch den Zuschauern einen Gefallen.

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RTelenovela

Er hat den Pizzadienst an der Stoßstange

Dienstag, den 13. Oktober 2015
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Plötzlich klebte er hinten dran – der Pizzadienst aus Potsdam. Glücklicherweise habe ich es aus sicherer Entfernung beobachten können, ich fuhr dahinter. Aber der Pizzafahrer muss es an diesem Abend besonders eilig gehabt haben.
Ja, sicher, die Pizza soll frisch sein, noch heiß, wenn sie beim Kunden ankommt. Aber man muss da nicht jedem anderen Verkehrsteilnehmer auf die Nase binden.

In der Breiten Straße in Oranienburg ging es aufs Schloss zu, das Pizzaauto klemmte regelrecht auf dem vor ihm fahrenden Wagen, der bestimmt nicht zu langsam gefahren ist. An der Ampel mussten wir alle bedauerlicherweise stoppen.
Über die Schlossbrücke hinweg setzte sich das aufdringliche Spektakel fort. Als aber der Verfolgte auf der Linksabbiegerspur in der Bernauer Straße hielt, sauste der Pizzadienst vorbei in Richtung Bahnbrücke.
Als ich auch über die Kreuzung hinweg gefahren bin, sah ich, dass nun auch der andere Wagen hinter mir in meine Richtung fuhr. Ganz klar: Er wollte den nervtötenden Abendbrotbringer loswerden. Gute Taktik!

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