Tagesarchiv für 12. Oktober 2015

aRTikel

Die ganz große Samstagabend-Show

Montag, den 12. Oktober 2015
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700 Zuschauer verfolgten in Hohen Neuendorf die zweite Ausgabe von “Wer besiegt Paul”

MAZ Oberhavel, 12.10.2015

HOHEN NEUENDORF
Premiere für Paul Aurin: Erstmals ist er bei seiner großen Spielshow von einer Frau herausgefordert worden. Die 21-jährige Julia Zwolinski aus Schönfließ trat am Sonnabend in der Hohen Neuendorfer Stadthalle gegen ihn an. Bis 0.20 Uhr dauerte es, bis feststand, dass sie Paul nicht besiegen konnte und der Jackpot von 1000 auf nun 1500 Euro wächst.

700 Zuschauer waren im ausverkauften Haus dabei, als die zweite Ausgabe von „Wer besiegt Paul“ über die Bühne ging. Das Ganze war so aufwendig wie eine Fernsehshow – ohne dass sie im Fernsehen gezeigt wurde. Schon vor einigen Jahren konnte der angehende Lehrer Paul Aurin (25) Freunde um sich sammeln, mit dem er große Shows im Stil von „Schlag den Raab“ organisierte. 2014 wurde aus der Schulveranstaltung erstmals ein öffentliches Event.

Der Aufwand, der da betrieben wurde, war atemberaubend. Die vier Kandidaten, die sich einem anfänglichen Auswahlverfahren stellen mussten, bekamen eigene Einspielfilme mit kurzen Porträts. Zwei Kameramänner hielten das Geschehen für die Videoleinwand fest. Dutzende Helfer trugen Requisiten rein und raus, dazu eine Regie, die alles steuerte, und eine Tonmannschaft. Lauter engagierte, junge Leute. Unterstützt worden sind sie von der Stadt Hohen Neuendorf, vom Kulturverein und von Sponsoren. Etwa 10 000 Euro habe das Event gekostet, sagte Moderator Fabian Lindemann. „Deshalb ziehe ich meinen Hut vor diesem unfassbaren Team.“

Schon Tage vorher hatte in der Hohen Neuendorfer Stadthalle der Aufbau begonnen, die Spiele entstanden nach monatelangen Überlegungen und Vorbereitungen. „Wir machen das alles nebenbei“, so Fabian Lindemann. „Wir gehen alle arbeiten, zur Uni oder zur Schule. Das war wirklich hart, aber wir haben es geschafft.“

Julia Zwolinski, die das anfängliche Auswahlspiel und das Zuschauervoting gegen drei männliche Kandidaten gewann, konnte sich in bis zu 15 Spielen gegen Paul Aurin messen. Die beiden mussten sägen, Orte auf einer Europakarte finden und Personen anhand von Fotos oder ihrer Stimme erkennen. Sie mussten Panzertape so schnell wie möglich abrollen, sich lange Texte merken und aufsagen und ihr Können im Curling und Minigolf beweisen. Ein Spannungshöhepunkt war die Spielrunde namens „Lift-it“. Julia und Paul mussten gewissermaßen Kran spielen, der Haken hing an ihren Stirnen, damit mussten sie freihändig Bausteine auf bestimmte Weise aufeinander setzen. Das Spiel, das alles entschied, hieß „Wer weiß mehr?“. Da ging es darum, Marken des Volkswagen-Konzerns oder alle Berliner staatlichen Hochschulen aufzuzählen.
Am Ende gewann Paul bereits nach Runde zwölf, weil er an diesem Punkt von Julia nicht mehr einzuholen war. Die war am Ende ein bisschen enttäuscht. „Aber ich freue mich total, dabei gewesen zu sein“, sagte sie danach. „Mir hat es super viel Spaß gemacht.”
Wie auch dem Publikum, das den ganzen Abend lang ordentlich mitging, mitfieberte, anfeuerte und applaudierte. „Danke, dass Sie diesen Weg mit uns gehen“, sagte Fabian Lindemann am Schluss zu den Zuschauern.

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RTelenovela

Traumtagebuch (125): Sag was, Schäuble!

Montag, den 12. Oktober 2015
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(124) -> 30.9.2015

Ich laufe in ein großes Haus. Es muss ein Regierungsgebäude sein. Ich laufe die breite Treppe hoch und betrete einen großen Raum.
Wolfgang Schäuble sitzt in seinem Rollstuhl hinter einem Schreibtisch, der Tisch und ich allerdings mit dem Rücken zu ihm. Er denkt nach. Sagt nichts.
Ich: “Oh, sorry, ich wusste ja nicht…”
Er: “Kein Problem.”
Ich: “Ich komme gleich wieder.”

Ich verlasse den Raum und Herrn Schäuble und finde mich nun in einem großen Toilettenraum wieder und verrichte mein Geschäft. warum danach ein Teil meines T-Shirt nass ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall kann ich so nicht zurück zu Herrn Schäuble.
Dennoch stehe ich nun wieder in seinem Raum. Wieder dreht er mir den Rücken zu.
Er sagt nichts. Ich auch nicht.
Dann dreht er sich langsam samt Rollstuhl um und mustert mich.

Irgendwo da muss ich aufgewacht sein.

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RTZapper

Werbung: Alpecin

Montag, den 12. Oktober 2015
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FR 09.10.2015 | 22.22 Uhr | Tele 5

Alpecin, das Haarwaschmittel für Männer, bei denen sich die Haare nach und nach für immer verabschieden, ist “Doping für die Haare. NUR für die Haare.”
Genau das ist der Werbeslogan für dieses Produkt, gesehen im Spot, der am Freitagabend bei Tele 5 lief.

NUR für die Haare also.
Da scheint ja wohl die Tour de France noch nachzuwirken. Als sie im Juli stattfand, hat man nämlich komplett auf den “Doping”-Spruch verzichtet. Man hat zu dieser Zeit ein deutsche Radteam gesonsert und wollte es nicht im falschen Doping-Licht stehen lassen.

Das scheint nachzuwirken. “NUR für die Haare” ist das Alpecin-Zeug also eine Droge. Man kann oder sollte es nicht schnüffeln oder einführen.
Insofern ist der Slogan gleichzeitig Gebrauchsanweisung. Und könnte damit ein gutes Beispiel für andere Produkte sein. “Colgate. NUR für die Zähne.” Oder: “Visacard. NUR für deine Einkäufe. Und schmutzigen Filme im Internet.” Oder: “Dörderlein Vaginalkapseln. Nur für die…”

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