Tagesarchiv für 21. September 2015

aRTikel

Herzliche Begegnungen beim Fest der Nationen

Montag, den 21. September 2015
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Hunderte Besucher kamen am Sonnabend zum Lehnitzer Asylbewerberheim

MAZ Oberhavel, 21.9.2015

LEHNITZ
Das Fest der Nationen war ein voller Erfolg. Hunderte Menschen kamen am Sonnabendnachmittag auf das Areal neben der Turnhalle auf dem ehemaligen Lehnitzer Kasernengelände. Mehr als die Organisatoren von der Initiative „Willkommen in Oranienburg“ erwartet hatten. „Das zeigt uns, dass die Gesellschaft in Oranienburg funktioniert, und dass wir auf unsere Stadt stolz sein können“, sagte Arne Probandt, einer der Organisatoren des Festes. Daraufhin gab es vom Publikum großen Applaus.

„Ich befürchtete eine Selbstbeweihräucherung“, sagte Lukas Degenhardt, einer der Besucher. „Aber es ist ein buntes Publikum.“ Das war es in der Tat, Einheimische standen mit Asylbewerbern zusammen und tauschten sich aus. Auf Deutsch, Englisch oder mit Händen und Füßen. Beim „Fest der Nationen“ war genau das auch so gewollt. Es gab etwas zu essen, die Möglichkeit von gemeinsamen sportlichen Aktivitäten und viel Musik. Auch eine Kleidertauschbörse fand statt.

Martin Rohde kam mit seiner Familie nach Lehnitz. „Um endlich mal Kontakt zu den Flüchtlingen zu bekommen.“ Er traf Lama Abd Alhay, die aus Syrien stammt, und kam mit ihr ins Gespräch. „Er sagte mir, dass er etwas für mein Baby hat“, erzählte sie auf Englisch. „Wir haben einen Kinderwagen, den wollten wir gleich noch vorbeibringen“, sagte Martin Rohde. „Das ist sehr schön“, freute sich die junge Frau aus Syrien und lächelte dabei.

Bei Brigitte Kellermann, Lehrerin an der Förderschule St. Johannesberg, konnten sich Asylbewerber für Deutschkurse einschreiben. „Sie wollen Deutsch lernen“, sagte sie. Allein am Sonnabend schrieben sich innerhalb der ersten Stunde des Festes 24 Leute ein. „Insgesamt haben wir 200 Schüler.“

Momentan leben im Lehnitzer Asylbewerberheim etwa 230 Menschen, sagte Arne Probandt von der Willkommensinitiative. Angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme könnten es sicherlich bald mehr werden.
Das „Fest der Nationen“ fand das erste Mal in dieser Form statt. Arne Probrandt bedankte sich bei allen, die geholfen haben. Dazu gehörten die Verkehrswacht, das DRK, der Familien-Sport-Verein Oberhavel, die alle vor Ort waren.

Auch Gisela und Heinz Helas kamen nach Lehnitz. Sie sind seit 50 Jahren „Wochenendler“ im Ort. Eigentlich wohnen sie in Berlin. „Wir kennen dieses Gelände immer nur vom Vorbeifahren“, erzählte Gisela Helas. „Wir wollten sehen, wie es nun genutzt wird, man hat ja sonst keine Berührungspunkte.“ Man solle sich für Kriegsflüchtlinge engagieren, und Heinz Helas weiß, wovon er spricht: „Ich war 1945 selbst auf der Flucht, ich kann sehr gut nachvollziehen, was die Leute durchmachen.“
Auch Pfadfinder aus dem Mühlenbecker Land kamen am Sonnabend nach Lehnitz. „Nach unserer Gruppenstunde wollten wir herkommen und uns das ansehen“, sagte der 14-jährige Leon Schimanowski.
Auch in Borgsdorf soll, wie berichtet, demnächst ein Asylbewerberheim eröffnet werden. Deshalb besuchte auch Mathias Ahlrichs das Gelände. „Ich wollte mir ansehen, wie das hier läuft“, erzählte er. „Meine Kinder interessieren sich auch sehr dafür, und ich will das unterstützen.“
Ein Fest, von dem die allermeisten Gäste sehr angetan waren.

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RT im Kino

Ich und Kaminski

Montag, den 21. September 2015

Wann stirbt endlich dieser Kaminski? Er war einst ein großer Maler und ist inzwischen uralt. Wenn er stirbt, dann wäre das für den Journalisten Sebastian Zöllner (Daniel Brühl) der ganz große Coup. Er will nämlich eine Biografie über Manuel Kaminski (Jesper Christensen) schreiben und könnte dann ein paar Bücher mehr verkaufen.
Er besucht ihn in einem Bergdorf in der Schweiz, überfällt ihn quasi, schnüffelt in seinem Haus – auf der Suche nach Sensationen. Als er diese – nämlich noch unbekannte Werke – findet, sieht er seine große Chance gekommen.

Mit dem Werk “Ich und Kaminski” kommt ein Dreamteam zusammen: Regisseur Wolfgang Becker und Hauptdarsteller Daniel Brühl arbeiteten schon 2002 bei “Good Bye, Lenin!” zusammen.
An diesen Film reicht “Ich und Kaminski” aber bei weitem nicht heran.
Wir lernen einen skrupellosen Journalisten kennen, der mit durchaus miesen Methoden an seine Story rankommen will. Aber irgendwie ist der Typ auch liebenswert, denn immer wieder muss er Rückschläge einstecken, und letztlich zeigt er auch Herz, als er mit dem Maler umherreist. Ähnlich sieht es mit dem greisen Kaminski aus: Hin- und hergerissen zwischen Sympathie und Antipathie verfolgt man das Treiben der beiden.
Gerade in der ersten Hälfte zieht sich die Geschichte ziemlich in die Länge. Immerhin wird es aber nicht langweilig, dafür sorgen schon die vielen kleinen schrulligen Nebenrollen.
Als Zöllner und Kaminski im zweiten Teil ein gemeinsames Ziel haben, auf eine größere Reise gehen – da bekommt auch der Film irgendwie mehr Tiefe.

Ich und Kaminski
D 2015, Regie: Wolfgang Becker
X-Verleih, 123 Minuten, ab 6
6/10

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ORA aktuell

Industrie statt Wohnhäuser am alten Oranienburger Rußwerk

Montag, den 21. September 2015
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Die Pläne, auf dem Gelände des alten Oranienburger Rußwerkes Wohnhäuser zu bauen, sind offenbar vom Tisch. Das ist im Bauausschuss der Stadt bekannt geworden.
Ursprünglich wollte der private Investor Wohnhäuser und eine Seniorenresidenz an der Havel – an der Ecke Saarland- und Lehnitzstraße – bauen lassen. Nun sei laut Märkischer Allgemeine nur noch eine gewerbliche Nutzung denkbar – oder die Flächen an Takeda zu verkaufen.

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RTZapper

Armageddon 2012

Montag, den 21. September 2015
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FR 18.09.2015 | 20.15 Uhr | Tele 5

Hui, auf Tele 5 haben sie mal wieder den Weltuntergang zelebriert! Heißa, war das ein Spaß! “Armageddon 2012” hieß das Machwerk, das am Freitagabend zur besten Sendezeit lief. In dem Katastrophenfilm aus Kanada droht unserem schönen Planeten Ungemach, und lauter fähige Leute versuchen, das zu verhindern.

So weit, so mies. Die Story ist beknackt, die Schauspieler eher mittelbegabt, die Effekte das Gegenteil von teuer.
Dennoch scheint man damit an “Armageddon” erinnern zu wollen, den Blockbuster von 1998. Offenbar dachte da jemand, dass die Leute das für eine Fortsetzung halten könnten und die Kinos stürmen – oder millionenfach Tele 5 schauen.

Aber ganz so bescheuert waren die Filmemacher dann doch nicht. Denn im kanadischen Original heißt der Streifen “Earth’s Final Hours” – von einem Armageddon ist im Titel weit und breit nichts zu sehen.
Sieht so aus, als ob der deutsche Filmverleih dieses miese Filmchen aufwerten wollte. Hat fast funktioniert.

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RTelenovela

Ein Hoch auf die Curryboulette!

Montag, den 21. September 2015
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Vor einigen Wochen habe ich mich an dieser Stelle darüber beklagt, dass mein liebster Berliner Currywurstladen verschwunden ist. Stattdessen befindet sich am Bahnhof Friedrichstraße nun ein Bio-Imbiss.
Ich mochte in dem alten Laden auch immer die Curryboulette – die ich da eigentlich meistens gegessen habe.
Alles Geschichte – dachte ich.

Inzwischen ahne ich, dass viele der Currywurststände in Berlin vom selben Caterer beliefert werden. Nach dem Besuch im “Theater des Westens” schlenderten wir noch die Kantstraße entlang. Kurz vor der Bahnbrücke befindet sich ein Currywursttempel. Mit echten Spottpreisen – zumindest für Hauptstadtverhältnisse.
Auch meine Curryboulette habe ich dort entdeckt, gekauft, vernascht – und für gut befunden. Und das für läppsche 1,60 Euro. Okay, ist auch kein Sonderangebot, aber in der Friedrichstraße war die am Ende schon viel teurer.

Lecker! Und wenn ich mal wieder in der Gegend bin, schaue ich dort wieder vorbei!

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