Tagesarchiv für 19. September 2015

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Ich war noch niemals in New York

Samstag, den 19. September 2015
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DI 15.09.2015 | Berlin, Theater des Westens

Ich bin eigentlich kein großer Musicalfan, aber dieses Stück wollte ich dann doch sehen: “Ich war noch niemals in New York!”. Obwohl das nicht stimmt, aber der Titel der Show ist nun mal so.
Was ich erwartete: die tollen Songs von Udo Jürgens. Und ein bisschen Story drumherum, die hoffentlich nicht so wehtut.
Doch es kam ganz anders.

Am Dienstagabend sahen wir das Udo-Jürgens-Musical im Berliner “Theater des Westens”, einer wirklich wunderbaren Location.
Im Stück geht es um eine Fernsehmoderatorin, die nur auf den Erfolg aus ist. Ihre Mutter lebt im Heim, verliebt sich in einen Mann und will mit ihm nach New York. Das will die Tochter natürlich nicht zulassen und reist ihr nach. Im Schlepptau: der Sohn des Liebhabers ihrer Mutter sowie dessen kleiner Sohn.

Ganz großes Kompliment! Man kann sagen, dass ich noch nie ein so fantastisches Musical gesehen habe. Die Musik von Udo Jürgens steht sowieso für sich, aber den Machern ist es gelungen, eine durchaus ansprechende Story drumherum zu basteln. Gegen Ende wird sie sogar ein wenig spannend!
Was aber die Leute dort auf der Bühne leisten, ist der blanke Wahnsinn. Alle spielen sie auf den Punkt. Musik, Tanz, und Sprache – hochprofessionell ist das, was die Schauspieler dort vollbringen. Man kann beobachten, wen man will: Niemand fällt aus der Rolle, die Gestik und die Mimik stimmt immer. Dabei kommt alles locker-leicht und nicht angestrengt rüber.

Erstaunlicherweise gibt es sogar eine nicht ganz kleine Kinderrolle, und der junge Mann (um die 10 Jahre alt) machte am Dienstag einen großartigen Job. Seine Gags saßen sicher, seine Songs brachte er toll rüber. Sogar mehrere Soloauftritte hatte er. Und das alles fast zweieinhalb Stunden lang.
Wer sich im Internet informiert, wird sehen, dass die Rolle neunfach besetzt ist und offenbar jeden Tag ein anderes Kind auf der Bühne steht. Ein Aufwand, der sich offenbar lohnt.

Wie sich überhaupt der Besuch dieses Musicals in Berlin lohnt. Es ist Entertainment vom allerfeinsten: großartige Musik, eine Story zum Lachen, Staunen und Weinen und das alles auf recht hohem Niveau.

Hits: 49

RTelenovela

Ein Sonntagvormittag bei der Fußballer-G-Jugend

Samstag, den 19. September 2015
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Was wäre Deutschlands Fußball ohne die Nachwuchsförderung? Schon die Allerkleinsten spielen in Mannschaften und treten gegeneinander an.

Ein Sonntagvormittag auf einem Fußballplatz in Hannover. Die Kinder, die dort spielen, sind gerade mal sechs oder sieben Jahre alt: G-Jugend. Sie sind mit ihren Eltern auf den Platz gekommen.
Irgendwie ist es ja niedlich, die Kleinen zu beobachten. In ihren Trikots stehen sich die Mannschaften gegenüber und schwören sich auf das Fair-Play ein.

Die Eltern stehen direkt am Spielfeldrand, was eigentlich gar nicht so gern gesehen ist. Schließlich soll es ja Eltern geben, die immer mal wieder was aufs Spielfeld brüllen. So was wie “Trampel ihn nieder!!” oder “Hau ihn weg!!” Soll tatsächlich vorkommen, dass übermotivierte Papas und Mamas aufs Feld brüllen und so ihre Kleinen gegeneinander aufhetzen.
Auf dem Hannoveraner Fußballplatz herrschen, Gott sei Dank, keine rauen Sitten. Die Eltern sitzen und stehen auf dem Rasen, sie beobachten, manchmal lachen sie oder applaudieren.

Der Trainer steht am Rand und gibt Tipps. Nummer 12 steht falsch, Nummer 13 muss die gegnerische Nummer 3 decken, und Nummer 9 popelt mal wieder.
Aber immer noch besser als die Nummer 3 vom Gegner: Der Junge scheint Fußball nicht besonders zu mögen. Wie angewurzelt steht er auf dem Feld und beobachtet, was um ihn herum passiert. Selbst als er den Ball fast vor den Füßen hat, sieht er sich nicht dazu veranlasst, zu schießen. Er verschränkt die Arme hinter dem Kopf und macht – nichts. Als er aber nach der Pause vom Platz muss, heult er sich bei Mama aus.

Die Gegner haben an diesem Vormittag nichts, aber auch gar nichts zu melden. Die Heimmannschaft gewinnt mit 17:0, und es heißt, das sei nicht mal ein besonders hoher Gewinn. Die Nuller-Jungs nehmen es erstaunlich gelassen hin.

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