Tagesarchiv für 14. September 2015

RTZapper

Der Traum vom Fliegen – 220 Kilometer mit dem Gleitschirm über die Alpen

Montag, den 14. September 2015
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MI 09.09.2015 | 0.00 Uhr (Do.) | 3sat

Wir fliegen über die Alpen. Wir sehen die Berge, wir sehen den Schnee, aber auch die Wiesen. Der Wind weht kräftig, und wir fliegen eine Schleife.
Wir sind schon ungefähr drei Stunden unterwegs, und wir werden noch etwas mehr als drei Stunden bis zu unserem Ziel brauchen.

In Norwegen ist Slow-TV der große Renner. Da wird live fünf Tage lang die Hurtigruten-Küstenschiffsfahrt gezeigt. Oder es gibt einen Strick-Wettbewerb.
Immer bis zum bitteren Ende, immer live, und niemand weiß genau, ob und was da passiert.

3sat zeigte in der Nacht zum Donnerstag fast sechseinhalb Stunden “Der Traum vom Fliegen – 220 Kilometer mit dem Gleitschirm über die Alpen”. Und es war keine Doku, in der irgendwas erklärt wurde. Nein, es war der Flug. Das pure Abenteuer. Stundenlang sahen wir zwei Männern beim Fliegen zu oder sahen aus ihren Perspektiven das Geschehen.
Das ist langweilig? Ja, ist es irgendwie! Und irgendwie auch nicht. Das ist vermutlich die Faszination an solchen Sendungen. Wir sind bei einem Ereignis dabei, wir erleben es in der Geschwindkeit, wie es nun mal passiert. Keiner weiß, ob was spannendes passiert, aber selbst wenn nicht: Es gibt es eine gewisse Faszination.
Noch schöner wäre es natürlich, wenn so was auch in Deutschland mal live gemacht werden würde. Da würde die Faszination noch mehr steigen.

In den frühen 90ern zeigte das damalige Hauptstadtfernsehen B1 eine komplette Fahrt mit dem ICE von Bonn nach Berlin – am Sonnabend zur Primetime. Stundenlang gab es Interviews, Berichte, aber auch mal minutenlang nur den Ausblick auf die Schienen.
Das hat damals für Furore gesorgt, und warum sollte heute so was nicht mehr möglich sein?

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RTelenovela

Hoch über dem Havelland mit Kurs auf Tegel

Montag, den 14. September 2015
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Langsam geht die Sonne auf. Es wird hell, draußen im Himmel. Wir sind in gut 10 Kilometern Höhe, die Sicht ist phantastisch. Gerade sind wir über die Ostsee geflogen, zwischen Rostock und dem Darß haben wir wieder das Festland erreicht.
Es gibt wirklich bessere Tageszeiten für einen Flug von Keflavik in Island nach Berlin. Um 2.55 Uhr deutscher Zeit ging’s los, um 6.20 Uhr war unsere Landezeit in Berlin.
Es herrscht das große Schnarchen, überall um mich herum. Nur ich kann nicht schlafen. Ich sitze auf einem Mittelplatz, kann mich nicht strecken oder irgendwo anlehnen. Grauenvoll.

Wer mit dem Flieger in der Hauptstadt landet, hat mehrere Möglichkeiten anzukommen. Entweder nimmt der Flieger die Route über den Norden, dann geht es über Oranienburg, Schwanebeck und dann über Pankow nach Tegel.
Kein Wunder, dass wir beim Landeanflug auf Berlin immer die Nase ans Fenster drücken, um irgendwann endlich mal einen Ort wiederzuerkennen. Der große See da, ist das der Lehnitzsee am Rande von Oranienburg?

Aber diesmal war ich ratlos. Zumal der Flieger laut Anzeigetafel plötzlich die Flugrichtung änderte. Ich schaute raus aufs platte Land. Ab und zu ein Ort. Und dann lauter Windräder. Und die kamen mir bekannt vor, da musste der Windpark bei Nauen sein. Und da erkanngte ich auch schon Nauen. Wir flogen über den Berliner Ring und das Kreuz Berlin-Spandau. Über dem Outlet-Center in Elstal lag noch der nächtliche Schatten, weiter ging es über Dallgow-Döberitz und Falkensee. Es war kurz vor 6 Uhr, und da unter erwachte so langsam das Leben. Und wir bekamen eine frühmorgendliche Sightseeing-Tour über die Heimat. Nur dass niemand erklärt, was genau wir denn da unten sehen.

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